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Bob-WM: Francesco Friedrich schon wieder auf Titelkurs - Jamanka holt Rang vier

Friedrich schon wieder auf Titelkurs - Jamanka holt Rang vier
Von SID

18/02/2017 um 19:19Aktualisiert 18/02/2017 um 19:20

Zum Start in die Heim-WM hatte Zweierbob-Spezialist Francesco Friedrich die hohen Erwartungen nicht einfach nur erfüllt - er hatte die nationale und internationale Elite in den ersten zwei von vier Läufen geradezu deklassiert. Am Sonntag greift Friedrich mit Anschieber Thorsten Margis nun nach seinem vierten WM-Titel in Serie.

Unter dem Jubel der Fans raste Francesco Friedrichs Bob in den Zielbereich am Königssee, und dem Weltmeister entfuhr ein lauter Schrei der Erleichterung.

Der vierte WM-Titel in Serie wäre zugleich die erste deutsche Medaille bei den Heim-Titelkämpfen: Mariama Jamanka aus Oberhof fuhr im Frauenrennen am Samstagnachmittag als Vierte am Podest vorbei, die insgeheim erhoffte Bronzemedaille verpasste sie recht deutlich.

Friedrich voll auf Gold-Kurs

Für Friedrich zählt indes nur Gold. Angesichts von mehr als einer halben Sekunde Vorsprung auf den zweitplatzierten Kanadier Justin Kripps (+0,52) kann sich der 26-Jährige am Sonntag sogar größere Fehler erlauben.

"Das wird jetzt ein entspannter Abend", sagte Friedrich Minuten nach seinem Zieleinlauf im Plauderton, mit einem solchen Vorsprung hatte er selbst nicht gerechnet: "Es ist schon schwierig, auch wenn es vielleicht gerade nicht so aussieht. Eigentlich liegt mir diese Bahn nicht besonders."

Und eigentlich galt eher Vizeweltmeister Johannes Lochner (+0,63) als Favorit auf seiner Hausbahn. Doch der gebürtige Berchtesgadener geht am Königssee sichtbar grippegeschwächt an den Start und liegt mit Joshua Bluhm zwischenzeitlich auf dem dritten Rang. "Ich habe Kreislaufprobleme", sagte er: "Ich hänge schon seit drei Wochen so rum. Der Kopf sagt ja, aber der Körper sagt nein."

Unter diesen Voraussetzungen und angesichts des großen Rückstandes schrieb er den erhofften Sieg schon ab. "Der ist jetzt schon unerreichbar", sagte der 26-Jährige. Für Nico Walther (+0,90) setzt sich die bislang durchwachsene Saison auch bei der WM fort. Der Oberbärenburger belegt gemeinsam mit Anschieber Eric Franke zur Wettkampf-Halbzeit nur den neunten Rang.

Von St. Moritz bis zum Königssee?

Friedrich hatte sich 2013 in St. Moritz zum jüngsten Zweierbob-Weltmeister der Geschichte gekrönt und seither stets WM-Gold im kleinen Schlitten gewonnen. 2015 siegte er in Winterberg und 2016 in Igls. Mit einem Erfolg am Königssee wäre er endgültig einer der Besten und Erfolgreichsten seines Sports: Vier WM-Titel in Serie im Zweier feierte vor ihm nur der Italiener Eugenio Monti, der von 1957 bis 1961 sogar fünf Triumphe aneinander reihte.

Ein großer Makel in Friedrichs Bilanz sind allerdings die Winterspiele 2014 in Sotschi, bei denen der frühere Zehnkämpfer wie das gesamte deutsche Team ohne Medaille blieb. In einem Jahr bietet sich im südkoreanischen Pyeongchang die Chance zur Wiedergutmachung. Die vorolympische WM am Königssee soll dabei wegweisende Bedeutung haben.

Jamanka mit überzeugenden Entwicklung

Auch die deutschen Frauen liegen mit Blick auf Olympia absolut im Plan. Nach dem Rücktritt der damaligen Weltmeisterin Anja Schneiderheinze im Sommer ist Jamanka sogar schon etwas weiter als erwartet: Die 26-Jährige hat sich mit Anschieberin Annika Drazek als vierte Kraft im Frauen-Bobsport etabliert und unterstrich das nun am Königssee.

"Wir müssen den Mädels Zeit geben", sagte Bundestrainer René Spies: "Die Zeit dieser Generation kommt zwischen 2018 und 2022." Die favorisierte US-Starterin Elana Meyers Taylor (USA) krönte sich zum zweiten Mal zur Weltmeisterin.

Olympiasiegerin Kaillie Humphries (Kanada) holte Silber vor Jamie Greubel Poser (USA). Stephanie Schneider wurde mit Anschieberin Lisa Buckwitz Achte, gleich dahinter schloss Christin Senkel mit Ann-Christin Strack ab.

Video - Watts: Wilde Sprünge, peinliche Panne

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