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Eiskunstlauf-EM: Leichter Aufwind im Schatten von Savchenko/Massot

Leichter Aufwind im Schatten von Savchenko/Massot
Von SID

29/01/2017 um 17:38Aktualisiert 29/01/2017 um 17:40

Gut ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen hat die deutschen Eiskunstläufer im Schatten von Aliona Savchenko/Bruno Massot ein leichter Aufwind erfasst. "Da fallen Lasten von den Schultern", sagte stellvertretend der Berliner Paul Fentz, dessen überraschender zehnter Platz ein positives Ausrufezeichen hinter die europäischen Titelkämpfe in Ostrau setzte.

Nie war der 24-Jährige bislang bei einer EM über Rang 16 hinausgekommen, nun sicherte das einstige Nervenbündel der Deutschen Eislauf-Union (DEU) einen zweiten Startplatz für die olympische Generalprobe bei den Europameisterschaften 2018 in Moskau. An der neuen mentale Stärke des Sportsoldaten hat aber auch dessen Freundin einen Anteil: "Sie hat gesagt, ich soll einfach Spaß auf dem Eis haben."

Den hatte auch Nicole Schott, die bei den Damen ebenfalls erstmals bei einer EM als Zehnte einlief. Und das trotz einer Knieverletzung, die die Essenerin im Dezember zu einer zweiwöchigen Trainingspause gezwungen hatte. Die deutsche Meisterin Nathalie Weinzierl aus Mannheim hingegen enttäuschte mit zwei schwachen Programmen und einem 17. Platz.

Stagnation im Eistanzen

Nicht gefallen konnte dem DEU-Sportdirektor und früheren Eistänzer Udo Dönsdorf, dass sein Meisterpaar Kavita Lorenz und Joti Polizoakis in der tschechischen Metropole quasi auf der Stelle tanzte. Wieder Rang 14 wie im Vorjahr, das war angesichte der regelmäßigen Trainingsarbeit bei Starcoach Igor Shpilband in den USA schlichtweg zu wenig.

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Das zweifellos begabte Duo aus Oberstdorf will sich nun bei den Weltmeisterschaften Ende März in Helsinki in besserer Verfassung präsentieren - und muss es auch. Bundestrainer Martin Skotnicky: "Die Performance war gut, aber technisch muss es noch besser werden."

Schließlich geht es in Finnland auch schon um die Qualifikation für Olympia, speziell auch für den dort zum zweiten Mal auf dem Programm stehenden Mannschaftswettbewerb. Ohne ein Tanzpaar könnte die DEU bei dieser Teamentscheidung nicht dabei sein. Es gibt allerdings bei der Nebelhorn-Trophy Ende September eine zweite Chance für ein Ticket ins südkoreanische Pyeongchang.

Fernandez der Star der Titelkämpfe

Derlei Probleme muss Javier Fernandez seit Jahren nicht mehr wälzen. Nach dem fünften und wie gewohnt souveränen EM-Triumph hintereinander - diesmal von Klängen des "King of Rock n' Roll" Elvis Presley - hat sich der Spanier längst andere Ziele gesteckt. Der Kufenkünstler, der sich einmal als Eskimo beim Beachvolleyball titulierte, will seinen in der Heimat noch wenig populären Wintersport nach vorn bringen.

"Es ist ganz schwierig, einen Fußball- oder Tennis-Fan dazu zu bewegen, sich Eiskunstlauf anzuschauen. Aber es gibt Fortschritte. Immer mehr Kinder wollen in die Schlittschuhe und die Zahl der Eishallen hat sich binnen fünf Jahren von zehn auf 17 erhöht", berichtete der Weltmeister. Diesen Titel immerhin hat er schon mit den millionenschweren Fußballprofis gemeinsam...

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