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Eiskunstlauf-WM: Paul Fentz erreicht Finale - und wahrt Olympiachance

Fentz erreicht Finale - und wahrt Olympiachance
Von SID

30/03/2017 um 16:45Aktualisiert 30/03/2017 um 18:24

Kürfinale erreicht, Olympiaticket im Visier: Mit einer persönlichen Bestleistung im Kurzprogramm hat Debütant Paul Fentz bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Helsinki einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht. Als 20. qualifizierte sich der Berliner für die Medaillenentscheidung am Samstag (10:00 Uhr MESZ im TV bei Eurosport).

Als seine neue Bestmarke von 73,69 Punkten auf der Anzeigetafel der Hartwall-Arena erschien, lehnte sich der 24-Jährige erleichtert zurück, pustete kräftig durch und winkte anschließend entspannt in den deutschen Fanblock. Die Teilnahme am Finale eröffnet ihm die Chance, schon in Finnland einen deutschen Startplatz für die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang zu ergattern.

"Jetzt ist die Erleichterung groß. Bei meiner ersten WM auch die Kür zeigen zu dürfen, das war mein großes Ziel", sagte Fentz fast euphorisch.

Fernandes wird Favoritenrolle gerecht

An der Spitze läuft Europameister Javier Fernandez einer erfolgreichen Titelverteidigung entgegen. Der Spanier setzte sich in einer hochklassigen Konkurrenz mit 109,05 Punkten vor Shoma Uno aus Japan (104,86) und dem kanadischen Ex-Weltmeister Patrick Chan (102,13) auf Rang eins des Zwischenklassements.

Fentz wurde bei seinem Programm zum Oasis-Song Wonderwall, interpretiert von Paul Anka, für seinen Mut zum Wagnis belohnt. Der EM-Zehnte riskierte die Kombination aus vierfachem und dreifachem Toe-Loop, musst die erste Landung allerdings mit den Händen abstützen und schaffte die zweite Rotation daher nur doppelt. Dreifacher Axel und dreifacher Lutz indes stellten kein Problem dar.

Fernandez eroberte mit seinem Malaguena-Programm nicht nur die Führung, er distanzierte damit auch Yuzuru Hanyu aus Japan um mehr als zehn Zähler. Der Olympiasieger patzte bei seiner Sprungkombination und hat von Platz fünf aus praktisch keine ernsthaften Siegchancen mehr.

Sollte Fentz tatsächlich einen Olympiastartplatz für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) erlaufen, hat der Schützling von Trainerin Romy Österreich damit aber kein persönliches Startrecht in Korea. Für die diesjährige Teilnahme an EM und WM hatte sich der Sportsoldat nur ganz knapp gegen seinen Berliner Klubkollegen Peter Liebers, Olympia-Achter von Sotschi 2014, durchgesetzt.

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