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Estland Rallye 2015: Sieg für Sirmacis, Drama um Lukjanuk

Estland-Sieg für Sirmacis, Drama um Lukjanuk

17/07/2016 um 21:07

Die herüber gereisten Fans aus Lettland hatten beim sechsten Lauf zur Rallye-Europameisterschaft einiges zu feiern: Ralfs Sirmacis holte sich auf seinem Skoda Fabia R5 seinen zweiten Karrieresieg. Er profitierte dabei vom Pech des lange Zeit führenden Alexej Lukjanuk (Ford), der auf der vorletzten Prüfung ein Rad verlor. Er hatte zu diesem Zeitpunkt 28 Sekunden Vorsprung auf Sirmacis.

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Kajetan Kajetanowicz (Ford) machte aus einer für ihn schwierigen Rallye das Beste und wurde Zweiter.

Nachdem ihn Sirmacis am Samstag kräftig unter Druck gesetzt hatte, machte Lukjanuk am Sonntagvormittag klar, über wen der Sieg in Estland gehen würde: Der Russe fuhr vier souveräne Bestzeiten auf den Prüfungen elf bis 14 heraus und fühlte sich absolut wohl. "Das sind so schöne Straßen, aber ich gehe kein Risiko mehr ein. Und Ralfs ist ein wirklich guter Fahrer; er gibt mir keine Zeit, mich auszuruhen." In der Tat ließ der Skoda-Pilot nie locker und war meist nur geringfügig langsamer als Lukjanuk.

Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von zeitweise über 130 km/h legten die beiden Asse ein Tempo hin, das niemand mitgehen konnte. Spektakuläre Sprünge im fünften und sechsten Gang waren an der Tagesordnung. Bei der zweiten Durchfahrt der schnellsten Prüfung, Vissi, fiel dann die Entscheidung. Lukjanuk verlor einen Reifen an seinem Ford Fiesta R5 und war draußen. Der Russe war untröstlich.

Sieg ohne wirkliche Freude

"Die Spurstange war den Kräften bei der Landung nach einem Sprung nicht gewachsen und dann habe ich die Kontrolle verloren", klagt der Pechvogel. "Es war wohl einfach Pech, denn wir sind nicht der Straße gerutscht. Wir sind einfach ganz normal gefahren, nicht schneller als gestern." Lukjanuk musste damit auch einen gewaltigen Rückschlag in der Europameisterschaft hinnehmen. Statt zehn Punkte auf Kajetanowicz aufholen, hat er jetzt deren 18 verloren.

Sirmacis konnte sich auch nur halbwegs über seinen Triumph freuen: "Zwei Siege auf dem Konto zu haben fühlt sich schon fantastisch an. Aber ich will den Sieg holen, weil ich gekämpft und eine Herausforderung gemeistert habe und nicht, weil jemand anders ausfällt. Andererseits ist Rallye natürlich auch ein technischer Sport."

Nachdem Lukjanuk aus dem Spiel war, konnte Kajetan Kajetanowicz einen ungefährdeten zweiten Platz nach Hause fahren. Sein ärgster Widersacher, Lokalmatador Rainer Aus, traf mit seinem Gruppe-N-Mitsubishi einen Stein auf der 14. Prüfung und musste von da an langsamer machen. Mit dem zweiten Platz hat er nun einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung getan, da Sirmacis keine Rolle im Titelkampf spielt. "Es tut mir wirklich leid für Alexej", sagt der Pole, der seinerseits eine Rallye voller Probleme erlebte, aber es eben auf einem guten Platz ins Ziel brachte.

Lokalmatadoren gewinnen kleine Klassen

Auf dem dritten Gesamtrang lief Rainer Aus ein, der den waidwunden Mitsubishi Lancer Evo IX ins Ziel trug und so die ERC2-Wertung gewann. Bis zum Schluss war nicht klar, ob er es ins Ziel schaffen würde, doch er schleppte sich über die letzten beiden Prüfungen und hielt sich vor seinem Landsmann Raul Jeets (Skoda). Dieser witterte noch einmal Morgenluft, musste sich letztlich aber doch mit Rang vier zufriedengeben. Die ERC3-Wertung gewann Miko-Ove Niinemae auf einem Peugeot 208 R2 mit 39,8 Sekunden Vorsprung auf Opel-Junior Marijan Griebel.

Endstand nach 16 Wertungsprüfungen (Top10):

1. Ralfs Sirmacis (Skoda) - 1:44:16.2 Stunden

2. Kajetan Kajetanowicz (Ford) +1:34.5 Minuten

3. Rainer Aus (Mitsubishi) +3:44.8 (1. ERC2)

4. Raul Jeets (Skoda) +4:03.4

5. Jaroslaw Koltun (Ford) +5:02.3

6. Lukasz Habaj (Ford) +8:07.6

7. Miko-Ove Niinemae (Peugeot) +10:36.0 (1. ERC3)

8. Alexander Michailow (Mitsubishi) +11:00.3

9. Marijan Griebel (Opel) +11:15.8 (2. ERC3)

10. Chris Ingram (Opel) +11:20.5 (3. ERC3)

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