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FIA-Boss Todts berührende Worte an Schumacher: "Michael kämpft..."

FIA-Boss Todt berührende Worte an Schumacher: "Michael kämpft..."

05/12/2017 um 17:43

Jean Todts großer Traum ist am Montagabend Realität geworden: Die vom FIA-Präsidenten ins Leben gerufene "Hall of Fame" wurde in Paris im Hauptquartier des französischen Automobilklubs im Beisein von neun Formel-1-Weltmeistern eröffnet. Der erfolgreichste fehlte allerdings: Todts Freund Michael Schumacher. Dennoch stand der Abend ganz klar im Zeichen des siebenmaligen Weltmeisters.

"Wir vermissen Michael", würdigte Todt seinen ehemaligen Ferrari-Schützling mit berührenden Worten. "Er ist immer noch hier und er kämpft weiter." Und er verwies in seiner Rede auf zwei außergewöhnliche Augenblicke, die seinen Freund laut eigenen Angaben sehr gut beschreiben. Todt erinnert sich an die Podestzeremonie in Suzuka, als er und Schumacher im Jahr 2000 den ersten Ferrari-Titel seit 21 Jahren feierten.

"Ich habe zu Michael gesagt: Unser Rennfahrerleben wird nie mehr das selbe sein", erzählt Todt. "Dieser Tag in Suzuka war der größte Moment meiner Karriere." Doch nur wenige Wochen später erlebte Todt mit Schumacher einen Moment, der bei ihm für Verwunderung sorgte.

Todt offenbart bezeichnenden Moment mit Schumacher

"Wir haben die Saison 2000 mit dem Titel beendet, aber als die Saison 2001 bevorstand, fragte er mich ganz schüchtern - und er ist ein schüchterner Typ, auch wenn er arrogant wirkt -, ob ich ihm in Fiorano ein paar Runden erlauben würde, um sicherzugehen, dass er es noch kann", so Todt. "Er war immer voller Zweifel, ob er ein guter oder ein nicht so guter Fahrer ist. Dann testete er, und es war nicht so schlecht."

Todt bemühte sich, Schumachers Ehefrau oder seinen Sohn als Vertretung für den siebenmaligen Weltmeister nach Paris zu holen, doch während Mick Schumacher in Spanien testete, weilt Corinna Schumacher in den Vereinigten Staaten. Und so hielt dessen Managerin Sabine Kehm die Rede für ihren engen Vertrauten.

Kehm vertritt den Rekord-Weltmeister

"Michael sollte eigentlich hier sein, und ich bin ganz sicher, dass er liebend gerne hier wäre", meinte Kehm, die sich als "schwachen Ersatz" bezeichnete. "Er hatte immer den größten Respekt vor jedem in diesem Raum und hätte sich sehr geehrt gefühlt."

Laut Kehm wäre Schumacher mit Sicherheit auch stolz auf Todts Errungenschaft. Abschließend betont, sie dass es nicht nur die eiserne Disziplin war, die Schumacher zum erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Geschichte gemacht hat:

"Was ihn wirklich so erfolgreich gemacht hat, sind die Liebe und Leidenschaft für diesen Sport."

Während sich Sir Jackie Stewart, Mario Andretti, Alain Prost, Nigel Mansell, Damon Hill, Jacques Villeneuve, Nico Rosberg sowie die noch aktiven Champions Fernando Alonso und Sebastian Vettel die Ehre gaben, glänzte der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton übrigens mit Abwesenheit.

Video - Michael Schumacher: Der größte Formel-1-Fahrer aller Zeiten

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