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Formel 1: Sebastian Vettel gewinnt GP von Brasilien vor Valtteri Bottas

"Eine große Erleichterung": Vettel triumphiert bei GP von Brasilien

12/11/2017 um 19:43

Sebastian Vettel hat den GP von Brasilien gewonnen. Der Ferrari-Pilot triumphierte in São Paulo vor Valtteri Bottas und Teamkollege Kimi Räikkönen. Weltmeister Lewis Hamilton fuhr auf Rang vier ins Ziel. Durch den Sieg baute Vettel (302 Punkte) den Vorsprung im Kampf um Platz zwei in der Gesamtwertung gegenüber Bottas (280) auf 22 Punkte aus.

"Das ist eine große Erleichterung, es liegen harte Wochen und Monate hinter uns", sagte Vettel: "Aber das gibt uns ein bisschen zurück."

Weltmeister Hamilton erklärte, dass Rennen habe ihn "ein wenig an meine Kartzeiten erinnert. Ich habe gestern einen riesigen Fehler gemacht und wollte das heute wiedergutmachen."

Hamiltons Fauxpas im Qualifying

Der Große Preis von Brasilien in São Paulo verlief schon seit Samstag so, als gäbe es für die Veranstaltung ein Drehbuch. Denn Lewis Hamilton hatte sich als frisch gebackener Weltmeister im Qualifying früh in die Streckenbegrenzung verabschiedet und war so aus dem Kampf um den Sieg draußen, hatte dafür beim vorletzten Rennen der Formel-1-Saison 2017 eine für die Zuschauer unterhaltsame Aufholjagd vor sich.

Damit standen jene Rivalen ganz vorn in der Startaufstellung, die um den inoffiziellen Vize-Titel kämpfen - und das noch mit ebenbürtigem Material: Valtteri Bottas und Sebastian Vettel, der die Reihenfolge am Start gleich einmal umdrehte. Auf der 4,309 Kilometer langen Strecke im Autodromo José Carlos Pace gelang es dem Ferrari-Fahrer dann auch, den Sieg einzufahren - der fünfte Saisonsieg nach einer sieben Rennen lang währenden Durststrecke.

Der zweite Rang ging an Mercedes-Fahrer Bottas vor Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Hamilton sah die Zielflagge nach toller Aufholjagd als Vierter vor Max Verstappen (Red Bull), Daniel Ricciardo (Red Bull), Felipe Massa (Williams), Fernando Alonso (McLaren), Sergio Perez (Force India) und Nico Hülkenberg (Renault), der den letzten Zähler holte.

Keine WM-Punkte gab es dahinter für Carlos Sainz (Renault), Pierre Gasly (Toro Rosso), Marcus Ericsson (Sauber), Pascal Wehrlein (Sauber), Romain Grosjean (Haas) und Lance Stroll (Williams), den zum Schluss des Rennens noch ein Reifenschade ereilte.

Einen Ausfall bei sommerlichen Bedingungen in Interlagos mussten Brendon Hartley (Scuderia Toro Rosso), Esteban Ocon (Force India), Kevin Magnussen (Haas) und Stoffel Vandoorne (McLaren) verkraften, die ihr Auto nach Verwicklungen in Kollisionen in der ersten Runde verlassen mussten.

Auftaktrunde mit zwei Crashes

Vettel erwischte einen starken Start und eroberte in der ersten Kurve die Führung vor Bottas - dabei gab es eine leichte Berührung zwischen dem Frontflügel Bottas' und einem Hinterrad des Deutschen. Im zweiten Kurve krachte es zwischen Vandoorne und Ricciardo - für den McLaren-Fahrer war das Rennen gelaufen, Ricciardo konnte trotz Drehers weiterfahren. Vandoorne seinerseits hatte in der zweiten Kurve einen Schlag von Magnussen bekommen und war in den Red-Bull-Fahrer gerutscht.

Wenige Sekunden später schepperte es in Kurve sieben zwischen Esteban Ocon (Force India) und Romain Grosjean (Haas), nachdem der Haas-Fahrer die Kontrolle über sein Auto verlor und in Ocon rutschte - für beide war das Rennen gelaufen, Grosjean kassierte eine Zeitstrafe. Um die Trümmerteile von der Strecke zu beseitigen und die Autos zu bergen schickte die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke.

Die Reihenfolge hinter dem Sicherheitsfahrzeug: Vettel vor Bottas, Räikkönen, Verstappen, Alonso, Massa, Perez, Hülkenberg, Sainz und Gasly auf dem zehnten Rang. Dahinter: Ericsson, Hartley, Stroll, Hamilton, Wehrlein, Grosjean und Ricciardo.

Vettel bestimmt Startphase

In der sechsten Runde wurde das Rennen wieder freigegeben. Vettel meisterte den Restart, konnte die Führung verteidigen und setzte sich mit den schnellsten Rennrunde erst einmal vom Feld ab. Von hinten stürmte Hamilton in beeindruckender Manier nach vorn, in der neunten Runde lag der Weltmeister bereits auf dem zehnten Rang.

Die Abstände nach 20 von 71 Runden: Vettel 2,1 Sekunden vor Bottas, 5,5 auf Räikkönen, 7,3 auf Verstappen, 16,9 auf Massa, 17,7 auf Hamilton, 18,5 auf Alonso, 21,1 auf Perez, 25,6 auf Ricciardo und 27,5 auf Hülkenberg. Dahinter Sainz (+31,2), Gasly (+35,0), Stroll (+36,6), Hartley (+38,1), Wehrlein (+40,8), Ericsson (41,9), Grosjean (+47,3).

Hamilton dreht auf

Nach dem ersten Viertel des Rennens hatte sich Hamilton bereits auf den fünften Platz vorgearbeitet und holte mit schnellsten Rennrunden auf die Spitze auf. In Runde 27 hatte der Mercedes-Fahrer nur noch sechs Sekunden Rückstand auf Verstappen vor sich und 16,9 Sekunden Rückstand auf Vettel.

Als Erster kam Bottas in Runde 28 an die Box - ein Undercut gegen Vettel! Der Ferrari-Fahrer reagierte, stoppte einen Umlauf später und kam ganz knapp vor dem Finnen wieder zurück auf den Kurs. Räikkönen hielt in Runde 30. Damit lag Hamilton vorn - der konnte jedoch auf den älteren Reifen nicht mehr mit Vettel hinter sich mithalten. Druck von hinten machten in dieser Phase des Rennens auch Räikkönen auf Bottas und Verstappen seinerseits auf den Finnen.

In der 44. Runde stoppte dann auch Hamilton, kam als Fünfter wieder zurück auf den Kurs. Mit seinen frischen Reifen ging der Brite zum Angriff über, robbte sich wieder an die Spitze heran. Die Abstände in Runde 53: Vettel 2,9 vor Bottas, 4,4 auf Räikkönen, 9,5 auf Verstappen, 13,2 auf Hamilton, 27,1 vor Ricciardo, 44,6 auf Massa, 46,2 vor Alonso, 50,4 auf Perez und 61,9 auf Hülkenberg. Dahinter: Wehrlein, Gasly, Stroll, Ericsson und Grosjean.

In der 63. Runde musste Verstappen noch einmal an die Box - die Reifen waren zu stark abgenutzt. Damit erbte Hamilton den vierten Rang. Drei Runden später lag Hamilton bereits im DRS-Fenster von Räikkönen, musste den ersten Angriff aber nach einem Verbremser abbrechen. Daran änderte sich auch in der Schlussphase des Rennens nicht mehr, denn die Reifen am Mercedes waren nicht mehr in einem ausreichend guten Zustand.

Video - GP China - Michael Schumachers letzter großer Triumph in Shanghai 2006

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