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Lewis Hamilton trotzt dem Regen, Sebastian Vettel enttäuscht

Hamilton krönt sich zum König der Poles - Vettel enttäuscht
Von SID

02/09/2017 um 17:44Aktualisiert 02/09/2017 um 19:13

Lewis Hamilton hat sich beim verregneten Qualifying zum Großen Preis von Italien die Pole Position gesichert. Erst nach über zweistündiger Verspätung konnte die Zeitenjagd im königlichen Park von Monza nach starken Regenfällen zu Ende gebracht werden. Auf den zweiten Rang fuhr mit einem Rückstand von 1,148 Sekunden Max Verstappen. Dritter wurde dessen Teamkollege Daniel Ricciardo (+1,287).

Im mit 217 Minuten längsten Qualifying der Formel-1-Geschichte fuhr der Mercedes-Star aus England zu seiner 69. Pole Position und überholte damit Ferrari-Ikone Michael Schumacher an der Spitze dieses Rankings.

Sebastian Vettel kam nicht über Rang acht hinaus und war auf seiner schnellsten Runde knapp 2,5 Sekunden langsamer als sein großer Rivale Hamilton. Allerdings profitierte Vettel von den Strafversetzungen des Red-Bull-Duos Verstappen und Ricciardo. Von Rang sechs aus geht Vettel dennoch mit einer schlechten Ausgangsposition in den Großen Preis von Italien am Sonntag (14:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de).

"Ich freue mich, diesen Rekord auf einer so historischen Strecke gebrochen zu haben", sagte Hamilton: "Ich möchte diesen Rekord Michael widmen. Er hat diese Messlatte Jahr für Jahr höher gesetzt und dem Sport damit sehr viel gegeben." Selbst Hamiltons alter Stallrivale Nico Rosberg gratulierte via Twitter: "Unglaublich beeindruckend und redlich verdient." Vettel erklärte einsilbig und sichtlich unzufrieden am "Sky"-Mikrofon:

" Ich weiß nicht, woran es gelegen hat, anscheinend hat ein bisschen Speed gefehlt. Ich bin nicht zufrieden."
Lewis Hamilton feiert seine 69. Pole in der Formel 1

Lewis Hamilton feiert seine 69. Pole in der Formel 1Getty Images

Stroll und Ocon überraschen in Monza

Die erste Startreihe komplettiert sensationell der 18-jährige Kanadier Lance Stroll (Williams), hinter ihm geht der nur zwei Jahre ältere Force-India-Pilot Esteban Ocon (Frankreich) ins Rennen auf dem schnellsten Kurs im Formel-1-Kalender. Am Sonntag wird sich den Fahrern ein komplett anderes Bild bieten: Beim 13. von 20 Saisonläufen wird sonniges Wetter bei rund 25 Grad erwartet.

Wenn das Kräfteverhältnis an der Spitze so bleibt, wie es sich im freien Training andeutete, würde sich der Titelkampf am Ende der Europa-Saison radikal zuspitzen: Hamilton liegt nur noch sieben Punkte hinter Vettel. Wenn der Engländer gewinnt, müsste der Hesse noch auf Platz zwei nach vorne kommen, um zumindest die geteilte WM-Führung zu behaupten.

Das Auto von Romain Grosjean nach dem Unfall in Monza

Das Auto von Romain Grosjean nach dem Unfall in MonzaGetty Images

Grosjean-Unfall führt zu Unterbrechung

Dauerregen hatte die Hochgeschwindigkeitsstrecke in eine regelrechte Seenlandschaft verwandelt, die Fahrt glich einem Glücksspiel. Nach einem Unfall von Haas-Pilot Romain Grosjean (Frankreich) auf der Geraden wurde die Einheit um 14:04 Uhr für sage und schreibe knapp zweieinhalb Stunden unterbrochen. 2009 in Brasilien hatte es "nur" 161 Minuten gedauert, um den Pole-Setter zu ermitteln.

Erst nach zahlreichen Streckeninspektionen und dem Einsatz von Kehrmaschinen und Schrubbern gab Rennleiter Charlie Whiting Grünes Licht. Letztmalig musste ein Qualifying beim Großen Preis der USA 2015 in Austin (Unwetter) auf den Renntag verlegt werden.

Die Fahrer vertrieben sich die Wartezeit höchst unterschiedlich. Vettel ging zwischenzeitlich durch den Regen an die Boxenmauer vor und winkte den wartenden Ferrari-Fans zu. Hamilton wählte die PlayStation, während Red-Bull-Pilot Ricciardo mit einer TV-Kamera bewaffnet die Mercedes-Box stürmte.

Verstappen äußert Kritik

Mit jeder Verschiebung wurde die Stimmung in den Boxen schlechter. Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda wetterte: "Heute abbrechen, morgen früh Qualifying, morgen Nachmittag Rennen. Alles andere macht keinen Sinn mehr." Verstappen übte gar harsche Kritik an der Rennleitung:

" Ich denke, wir hätten schon 15 Minuten nach der roten Flagge wieder rausfahren sollen. Wir stehen hier nur rum."

Die FIA setzte jedoch auf die Wetterprognosen, wonach der Regen im Verlauf des Nachmittags nachlassen sollte. "Wir warten, dass das Wasser weiter abfließt von der Strecke", begründete Rennleiter Charlie Whiting die ständigen Verschiebungen - und der Engländer sollte damit doch noch das richtige Händchen beweisen.

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