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Sebastian Vettel: "Hätten mit dem ersten Stopp vielleicht warten können"

Vettel: "Ich wurde quasi aufgefressen"
Von SID

14/05/2017 um 23:49Aktualisiert 14/05/2017 um 23:52

Tolle Überholmanöver und Spannung bis zum Schluss - der Gruße Preis von Spanien war ein Leckerbissen für alle F1-Fans. Im SID-Interview wirft Ferrari-Pilot Sebastian Vettel einen kritischen Blick auf das spektakuläre Rennen in Barcelona.

Herr Vettel, wie bewerten Sie Ihren zweiten Platz in Barcelona hinter Ihrem WM-Rivalen Lewis Hamilton?

Sebastian Vettel (Ferrari): Natürlich ist es bitter, nur den zweiten Platz mitzunehmen. Lewis hat aber einfach den besseren Job gemacht. Wir wollten ihn am Ende noch einmal unter Druck setzen, aber hatten selber Probleme mit dem Reifen und kamen nie nah genug heran. Es sollte heute nicht sein. Aber das Wichtigste ist, dass wir da sind. Das Auto ist gut, das Team hat eine tolle Moral.

Was stimmt Sie optimistisch, dass es vielleicht schon in Monaco wieder anders aussieht?

Vettel: Die Meisterschaft ist noch lang. Es hat wieder Spaß gemacht, obwohl es eigentlich kein gutes Wochenende für uns war. Das Auto war super, großen Dank an das Team.

Beschreiben Sie den Start und das, was dann das Rennen gegen Sie entschieden hat.

Vettel: Ich hatte einen wirklich guten Start, obwohl meine Reifen wie bei Lewis durchgedreht haben. Der Weg zur ersten Kurve war weit, aber ich konnte in den Runden danach schnell meinen Rhythmus finden. Es lief zu diesem Zeitpunkt alles wie geleckt (lacht).

Welche Rolle hat der erste Reifenwechsel gespielt?

Vettel: Wir hätten mit dem Stopp vielleicht noch ein bisschen warten können. Danach hatte ich einen engen Stint mit Valtteri Bottas, da hat Mercedes ihn als Bremsklotz draußen gelassen. Valtteris Reifen waren hinüber. Also wusste ich, dass ich irgendwie an ihm vorbei muss. Notfalls über das Gras. Ich war danach zwar glücklich, aber nicht zu sehr, weil ich wusste, dass ich viel Zeit verloren habe und Lewis mein eigentlicher Gegner war.

Nach Ihrem zweiten Boxenstopp sind Sie und Hamilton sich sehr nahe gekommen. Waren Sie überrascht, dass es überhaupt so knapp werden konnte?

Vettel: Ich weiß nicht, warum ich beim zweiten Stopp so viel Zeit verloren habe. Als er rauskam, war es so eng. Ich konnte es kaum glauben, ich dachte, wir hätten so um die acht Sekunden Polster. Danach haben wir gehofft, dass seine Reifen abbauen. Als ich keinen mehr zum Überrunden vor mir hatte auf der Geraden, wurde ich quasi aufgefressen.

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