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Test-Weltmeister Vettel gegen Doppel-Silber

Auch in Barcelona: Vettel im Kampf gegen Doppel-Silber
Von SID

11/05/2017 um 17:29

Sebastian Vettel watschelte durch die Seenlandschaft auf dem Circuit de Catalunya, skeptisch blickte er unter seinem riesigen Ferrari-Regenschirm hervor in den düsteren Himmel. Doch auch wenn die Meteorologen die Wahrscheinlichkeit eines Regenrennens beim Großen Preis von Spanien (Sonntag, 14 Uhr im Liveticker) von Tag zu Tag höher einschätzen, führt an der Favoritenrolle kein Weg vorbei.

Die Gründe hierfür liegen nicht nur in Vettels WM-Führung nach vier Saisonläufen, sondern vor allem in seiner dominanten Vorstellung bei den Testfahrten Ende Februar/Anfang März an gleicher Stelle. "Wie ein Brett" habe der Ferrari auf dem abwechslungsreichen Kurs gelegen, sagte Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda seinerzeit ebenso anerkennend wie ehrfurchtsvoll.

Vettel ging das damals schon zu schnell. Und auch heute weist er die Rolle des ersten Sieganwärters von sich. "Auf Augenhöhe mit Mercedes" sei die Scuderia, sagte Vettel. Allerdings gehe es nicht allein darum, "Mercedes in einzelnen Rennen zu schlagen, sondern über eine lange Strecke."

Vettel mit breiter Brust

Der Heppenheimer macht allerdings auch keinen Hehl aus seinem großen Selbstvertrauen: "Barcelona war für uns beim Testen gut, und seitdem ist der Wagen immer besser geworden." Die Bedingungen seien aber "deutlich anders als im Februar und März", gab Vettel am Donnerstag zu bedenken.

Italienische Medienberichte über einen angeblichen Vorvertrag bei Weltmeister-Rennstall Mercedes verwies der Heppenheimer derweil schnurstracks ins Reich der Fabel. "Wer hat das geschrieben? Die Italiener? Dann fragt die doch! Nein, ernsthaft: Da gibt es nichts", sagte er bei der Pressekonferenz. Der 29-Jährige, dessen Dreijahreskontrakt bei Ferrari am Jahresende ausläuft, erklärte weiter, "für 2018 noch bei niemandem unterschrieben" zu haben, und fügte an: "Diese Mercedes-Gerüchte hat es die letzten Jahre immer gegeben."

Die Zahlen sprechen für ihn. Nach zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen weist der 29-Jährige mit 86 von 100 möglichen Punkten die Zwischenbilanz eines kommenden Weltmeisters auf. Die Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton (England/73) und Valtteri Bottas (Finnland/63) sind jedoch in Schlagdistanz. Allerdings kämpft das Duo nicht nur gegen Vettel, sondern auch gegeneinander um die Vormachtstellung im Weltmeisterteam - und hat sich schon, wie bei den Siegen von Hamilton in Shanghai und von Bottas in Sotschi, gegenseitig Punkte weggenommen.

Vorsicht beim "Update-Festival"

Vorsicht ist für Vettel in vielerlei Hinsicht geboten. So gilt Barcelona als richtungsweisend für den weiteren Verlauf des Formel-1-Jahres. Der traditionelle Auftakt der Europa-Saison ist alljährlich auch ein Update-Festival, alle Teams bringen neue Komponenten mit. "Kein Team bringt mehr ein komplett neues Auto nach Barcelona", sagte Vettel gelassen und fügte an:

"Ich glaube, dass unsere Leute das Auto so weiterentwickeln können, wie wir es benötigen."

Auch ein Szenario wie Ende April in Sotschi, als Vettel von der Pole Position auf dem langen Weg zur ersten Kurve von Bottas vorentscheidend überholt wurde, soll sich am Sonntag nicht wiederholen. Dabei ist sich Vettel der Wahrscheinlichkeit eines neuerlichen Beschleunigungsrennens vollkommen bewusst - und deswegen auch durchaus besorgt. "Leider haben wir auch in Barcelona einen langen Weg bis zur ersten Kurve", sagte der Spanien-Sieger von 2011: "Und das Streckenlayout macht es nicht einfach, einem anderen Auto zu folgen."

Der Weg zum ersten Bremspunkt auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya ist mit mehr als 700 Metern kaum kürzer als in der Olympiastadt von 2014 - und wer in Barcelona als Führender in die erste Kurve ging, war meist auch der Sieger.

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