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Sebastian Vettel überzeugt bei Testfahrten - starkes Comeback von Robert Kubica

Vettel überzeugt bei Tests, Kubica beeindruckt

03/08/2017 um 14:10Aktualisiert 03/08/2017 um 14:22

Ferrari hat sich erneut mit einer Bestzeit in die Sommerpause verabschiedet. Nachdem Nachwuchspilot Charles Leclerc gestern am ersten Tag der Formel-1-Testfahrten in Budapest der schnellste Mann für die Scuderia war, hat sich am Mittwoch der WM-Führende Sebastian Vettel an die Spitze der Zeitentabelle geschoben.

Mit einer Zeit von 1:17.124 Minuten war der Heppenheimer noch einmal schneller als der Monegasse.

Dementsprechend zufrieden war Vettel an seinem letzten Arbeitstag vor der Pause: "Ich habe ein paar Sachen ausprobiert. Man kann die Welt nicht auf den Kopf stellen, aber beim Testen kann man mutiger sein und mehr ausprobieren. Das Gefühl im Auto war sehr gut", meint er gegenüber den anwesenden Medienvertretern. Der Deutsche fuhr heute jedoch nur 40 Runden und überließ das Programm am späten Vormittag Teamkollege Kimi Räikkönen.

Der Finne erlebte mit dem SF70H ebenfalls einen problemfreien Nachmittag und konnte sich nach 60 Runden die drittschnellste Zeit des Tages sichern (+0,718 Sekunden). Zwischen den Roten überraschte jedoch Rookie Lando Norris (McLaren), der zwar im Gegensatz zu den supersoft-bereiften Ferrari mit Ultrasofts fuhr, sich bei seinem ersten Formel-1-Test jedoch gleich auf Anhieb Rang zwei sichern konnte - keine schlechte Bilanz.

Kubica schafft zwei Grand-Prix-Distanzen

Norris hatte den Test als Preis für den Gewinn des Autosport-BRDC-Awards bekommen und sich beachtlich geschlagen. Seine Zeit von 1:17.385 Minuten war beinahe zwei Zehntelsekunden schneller als die Qualifying-Bestrunde von Fernando Alonso, der jedoch nur die Supersoft-Reifen zur Verfügung hatte. McLaren sorgte mit einem Defekt am Mittag zwar für eine Unterbrechung, doch Norris kam im Tagesverlauf auf 91 Runden.

Doch das Debüt des Briten und vielen seiner Kollegen ging heute gegen das Comeback von Robert Kubica unter. Der Pole saß bei Renault heute zum ersten Mal seit seinem schweren Rallye-Unfall 2011 wieder in einem aktuellen Formel-1-Boliden und wurde mit Spannung auf der Strecke erwartet. Zahlreiche Fans hatten sich auf den Tribünen eingefunden und wollten sehen, wie sich der Pole im R.S. 17 schlägt.

Der Auftakt verlief noch recht holprig: So berührte Kubica bei der Ausfahrt aus der Box die Garagenwand und riss dabei das Namensschild von Nico Hülkenberg mit hinunter. Danach schien Kubica jedoch kaum Probleme zu haben. Gute zwei Grand-Prix-Distanzen schaffte der Rückkehrer und damit mehr, als ihm die meisten wohl zugetraut hätten. Seine Zeit von 1:18.572 Minuten auf Ultrasoft-Reifen reichte am Ende für Rang vier.

Mercedes testet neue Halo-Version

Damit war der Renault-Pilot etwas langsamer als Stammpilot Jolyon Palmer am vergangenen Samstag, allerdings weiß natürlich niemand, welches Programm mit welchen Spritmengen die Franzosen heute absolviert haben. Kubica hat jedoch gezeigt, dass er durchaus in der Lage ist, mit seinen Einschränkungen 142 Runden zu absolvieren.

Mercedes schickte heute Nachwuchspilot George Russell (8./+2,267) in den Testtag. Der Brite war heute einige Umläufe mit dem überarbeiteten Kopfschutz Halo unterwegs und spulte insgesamt 89 Runden ab. Allerdings sorgten die Silberpfeile auf für einen vorzeitigen Abbruch der Testfahrten, weil der W08 fünf Minuten vor Fallen der Zielflagge mit einem Elektrikdefekt ausrollte, der zu einem Verlust des Öldrucks geführt hatte.

Geschlagen wurde Russell unter anderem von beiden Toro-Rosso-Piloten. Carlos Sainz (+1,726) und Daniil Kwjat (+1,992) teilten sich das Testprogramm bei den Jungbullen auf und landeten auf den Rängen fünf und sechs. Der Spanier hatte dabei sowohl in den Zeitenlisten wie auch bei der Rundenanzahl (68 zu 54) die Nase vorn - zumal auch Kwjat kurz vor Testschluss mit einem Problem stehenblieb.

Luca Ghiotto mit 161 Runden am fleißigsten

Rang sieben ging an den Österreicher Lucas Auer (+2,118), der bei Force India noch einen Vormittag dranhängen durfte und seine persönliche Bestzeit vom Vortag noch einmal unterbieten konnte. 49 Runden standen für den Neffen von Gerhard Berger zu Buche, bevor er das Auto am Nachmittag an den Russen Nikita Masepin (+2,568) weiterreichte, der auf einen Umlauf weniger und Rang neun kam.

Red Bull erlebte dahinter einen ruhigeren Testtag. Mit Nachwuchspilot Pierre Gasly (+3,213) am Steuer spulten die Bullen einen unaufgeregten Tag ab. Der Franzose konnte 107 Runden in die Listen eintragen und auf Rang zehn drei Rookies hinter sich lassen. Williams-Tester Luca Ghiotto (+3,290), der sonst in der Formel 2 an den Start geht, war heute der fleißigste Pilot: Stolze 161 Runden schaffte der Italiener, der zum ersten Mal in einem Formel-1-Auto saß.

Sein Formel-2-Kollege Santino Ferrucci (+3,870) durfte immerhin schon gestern im Haas sitzen und heute noch einmal 116 Runden drehen, die ihn auf Rang elf brachten. Schlusslicht wurde heute Honda-Zögling Nobuharu Matsushita (+4,874), der trotz gekappter Verbindungen bei Sauber testen durfte und auf 121 Umläufe kam.

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