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Julian Nagelsmann: Jung, mutig und geil auf Erfolg

Julian Nagelsmann: Jung, mutig und geil auf Erfolg
Von Eurosport

28/10/2015 um 13:43Aktualisiert 28/10/2015 um 14:50

Der 28 Jahre alte Julian Nagelsmann wird in der kommenden Saison als jüngster Bundesliga-Trainer 1899 Hoffenheim betreuen. Und das soll mehr sein als nur eine PR-Maßnahme.

Spitznamen sind bekanntlich spätestens seit Jürgen Klopps erstem Auftritt an der Anfield Road in Mode, und wahrscheinlich würde sich Julian Nagelsmann in Anlehnung daran "The Young One" taufen. Dumm nur, dass der künftige Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim da aus der Reihe tanzt und schon seit Jahren einen lobenden Beinamen besitzt: "Baby-Mourinho".

So nämlich betitelte ihn anno 2012 der ehemalige Nationaltorhüter Tim Wiese, als Nagelsmann im Alter von nur 25 Jahren zum jüngsten Co-Trainer der Bundesliga-Historie avancierte. Drei Jahre später wird der Jungspund den Cheftrainer-Rekord aufstellen. "Ich freue mich sehr auf diese reizvolle Aufgabe und bedanke mich schon jetzt für das in mich gesetzte Vertrauen", ließ der Hoffnungsträger der Kraichgauer mitteilen.

Nagelsmann, am 23. Juli 1987 geboren, wird bis auf Weiteres keine Interviews geben. Er soll in Ruhe aufgebaut werden, "schließlich handelt es sich nicht um eine PR-Maßnahme", stellte Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen klar: "Julian stellt schon viel dar." Das hat er im Laufe seiner jungen Karriere schon mehrfach bewiesen.

Unglaubliche Erfolgsgeschichte

"Der eine oder andere Fan kam bei diesem Namen überraschenderweise ins Grübeln. Allem Anschein nach, ist seine bisherige Erfolgsgeschichte als Trainer – anders kann man eine Quote von nur 12,3 Prozent Niederlagen nicht bezeichnen – noch nicht bis zu allen TSG-Fans durchgedrungen", erkärte Hoffenheim-Insider Marco Ripanti in seinem Fan-Blog.

Huub Stevens wird die Nachfolge von Markus Gisdol als Trainer der TSG Hoffenheim antreten

Huub Stevens wird die Nachfolge von Markus Gisdol als Trainer der TSG Hoffenheim antretenSID

Und loyal scheint er auch zu sein. Genau die Spieler und die Spielidee gefallen Nagelsmann, "die unsere Profi-Abteilung vorgibt". Dazu gehören beispielsweise "Faktoren wie Schnelligkeit, aggressive Balleroberung und Positionsvariabilität". Und eben die Gier nach Erfolg. "Ich war auf dem Platz immer ein Führungsspieler", sagt Nagelsmann, der momentan seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert.

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlaggen

Lange durfte er das aber nicht sein, denn zahlreiche Verletzungen sorgten für das Ende der aktiven Karriere im Alter von nur 20 Jahren. Über die Nachwuchsabteilungen des FC Augsburg und von 1860 München kam er 2010 zur TSG, wo der steile Aufstieg des praxisorientierten Trainers begann. "Ich habe nie großartig Taktikbücher verschlungen, eher viel von meinen früheren Trainern abgeschaut", sagte Nagelsmann. Die Folge: "Nun versuche ich, mutig zu sein und auf die sich ständig ändernden Umstände im Spiel schnell zu reagieren."

"Die TSG schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits vertraut sie sich nach dem leider zuletzt fehlgegangenen Engagement von Gisdol mit Huub Stevens einem erfahrenen Mann an, der für fußballerische Grundwerte steht und über weitaus mehr Konzeptwissen verfügt als das Umschaltfußball-Labor von Gisdol. Andererseits aber bleibt die TSG mit dem Nachfolge-Engagement von Nagelsmann ihren Leitwerten auf der Spur: Mut, Innovation und Vertrauen in die Jugend. Julian Nagelsmann stellt auch eine Hausberufung dar und belegt damit zugleich den Hoffenheimer Willen, stark auf den eigenen Nachwuchs zu setzen", so Ripanti bei "hoffenheimblog.de".

Übrigens: Um jeden Preis hätte Nagelsmann nicht in die höchste deutsche Spielklasse wechseln wollen. "Nur wegen des Spektakels" wäre eine dauerhafte Beschäftigung als Co-Trainer wohl nicht infrage gekommen. "Fakt ist, dass ich mich in der Cheftrainer-Rolle sehr wohlfühle", sagte Nagelsmann. Ab Sommer darf der "Baby-Mourinho" das in der Bundesliga unter Beweis stellen.

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