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Borussia Dortmund schafft gegen Werder Bremen die direkte Qualifikation zur Champions League

4:3! BVB nach irrem Spiel in der Champions League

20/05/2017 um 17:21Aktualisiert 20/05/2017 um 18:21

Borussia Dortmund hat sich am 34. Bundesliga-Spieltag den dritten Tabellenplatz und somit die direkte Qualifikation zur Champions League gesichert. Gegen Werder Bremen gewann der BVB spektakulär mit 4:3 (2:1) nach Toren von Marco Reus (32./75., Elfmeter) und Pierre-Emerick Aubameyang (42./89., Elfmeter). Für Werder waren Zlatko Junuzovic (7.), Fin Bartels (46.) und Max Kruse (68.) erfolgreich.

So lief das Spiel:

Was beide Mannschaften in den ersten 45 Minuten auf den Rasen brachten, kann nur als Werbung für den deutschen Fußball bezeichnet werden. Mit unglaublichem Tempo, technischen Kabinettstückchen und Chancen im Minutentakt verflog die Spielhälfte im Nu. Obwohl der BVB den besseren Start erwischte, durfte Werder zuerst jubeln. Nach sieben Minuten stocherten Zlatko Junuzovic und Ulisses Garcia bei einem Konter die Kugel abwechselnd in Richtung Roman Bürki. Schließlich konnte der Österreicher noch einmal nachsetzen. Bürki parierte stark, doch plötzlich zeigte Schiedsrichter Günter Perl zur Mitte – und er hatte Recht. Die Torlinientechnik hatte das Signal gegeben, dass die Kugel hinter der Linie war. Der BVB schüttelte sich einmal kurz und kam zurück. Shinji Kagawa steckte für Marco Reus durch. Dieser hatte kurz Mühe, die Kugel zu kontrollieren, bugsierte das Spielgerät aber dennoch an Felix Wiedwald vorbei zum 1:1 ins Netz (32.). Pierre-Emerick Aubameyang ließ seinerseits einigen Chancen liegen, macht dann aber drei Minuten vor der Pause alles wieder gut, als er aus einer Pirouette heraus zum 2:1 unter die Latte traf, nachdem Ousmane Dembélé gefühlvoll vorbereitete. Die Pause brauchten dann alle neutralen Zuschauer dringend zum Luftholen.

Zur Pause brachten Alexander Nouri mit Serge Gnabry und Thomas Tuchel mit Christian Pulisic noch mehr Offensivpotenzial auf den Rasen. Und nur 42 Sekunden später zappelte die Kugel im Netz. Max Kruse entwischte der Dortmunder Deckung, ließ noch Nuri Sahin ins Leere rutschen und bediente dann Fin Bartels, der nur noch zum 2:2 einschieben musste. Weiter ging es Schlag auf Schlag. Aubameyang und Reus verpassten, Dembélé scheiterte am Pfosten. Auf der Gegenseite macht es Kruse besser, in dem technisch stark über Bürki zum 2:3 lupfte. In dieser 68. Minute war Bremen in der Europa League, doch das große Finale war dem BVB vorbehalten, der durch zwei Treffer dem Spiel zum dritten Mal eine Wende gab. Reus (75.) und Aubameyang (89.) bleiben eiskalt und schossen den BVB so ohne unangenehme Qualifikation direkt in die Champions League, während der SV Werder nach einer fantastischen Leistung und noch besseren Rückrunde letztlich ohne das ganz große Happy End Europa League leben muss.

Was bleibt noch zu sagen? Pierre-Emerick Aubameyang hat sich mit seinem Elfmetertreffer kurz vor Schluss durch sein 31. Saisontor die Torjägerkrone gesichert. Dem Gabuner liefen nach der Auszeichnung die Tränen übers Gesicht – ebenso wie Marc Bartra, der bei seinem Comeback nach dem Bombenanschlag mit Sprechchören von der Südtribüne gefeiert wurde.

Die Stimmen:

Zlatko Junuzovic (SV Werder Bremen): "Wir haben eine unglaubliche Rückrunde gespielt, haben nie aufgesteckt, doch insgesamt zuletzt zu viele Gegentore bekommen. Wir hätten heute sicherlich einen Punkt verdient gehabt aber Dortmund hat offensiv auch einfach unfassbare Möglichkeiten."

Pierre-Emerick Aubamyeyang (Borussia Dortmund): "Die Torjägerkanone ist das Ergebnis großer Arbeit der ganzen Mannschaft. Ich muss mich bei allen Teamkollegen und dem Trainer sehr bedanken. Ich habe Marco den ersten Elfmeter schießen lassen, da es ein ganz wichtiger Elfmeter war und Marco immer ganz sicher schießt. Ich habe da überhaupt nicht an die Kanone gedacht. Meine Tränen nach dem Spiel waren ganz klar Freudentränen, denn ich habe in dem Moment an meine ganze Familie gedacht. Wir werden nach dem Finale mit dem Verein sprechen und entscheiden, ob ich bleibe."

Max Kruse (SV Werder Bremen): "Ich bin ja kein Einzelsportler, deshalb bedeutet mir meine starke Rückrunde nicht so viel. Wenn man drei Tore auswärts schießt, dann muss das eigentlich reichen, hat es heute bei uns aber erneut nicht und das ist bitter."

Tweet zum Spiel:

Die Fans, die heute streikten, haben definitiv ein großes Spiel verpasst. Drei Mitglieder der Dortmunder Gruppierung The Unity waren nach dem Zünden von Pyrotechnik in Gewahrsam genommen worden, woraufhin Teile der Szene aus Protest auf den Stadionbesuch verzichteten.

Das fiel auf: Tuchel und Watzke mit Umarmung

Im ganzen Jubel nach dem Spiel liefen sich zwangsläufig auch Aki Watzke und Thomas Tuchel über den Weg. Nach all den Ereignissen der letzten Wochen war die folgende Umarmung dann schon das Maximum an Gefühlen, was möglich schien. Besonders herzlich fiel die Geste dennoch nicht aus.

Die Statistik: 34

Seit zwei Jahren ist Thomas Tuchel Trainer bei Borussia Dortmund und hat in dieser Zeit in keinem der 34 Bundesliga-Heimspiele eine Niederlage einstecken müssen.

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