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Der Hamburger SV gewann vor 30 Jahren unter Ernst Happel seinen letzten großen Titel

HSV 30 Jahre ohne Titel: Mit Happel ging der Erfolg
Von SID

20/06/2017 um 12:39Aktualisiert 20/06/2017 um 12:43

Der legendäre Ernst Happel saß ein letztes Mal auf der Trainerbank, Felix Magath verdiente sich als Jung-Manager die ersten Sporen: Am diesem Dienstag, dem 20. Juni, ist es 30 Jahre her, dass der Hamburger SV seinen letzten bedeutenden Titel gewann - mit einem 3:1-Sieg im Endspiel um den DFB-Pokal gegen die Stuttgarter Kickers.

Für den damaligen Kapitän Thomas von Heesen seinerzeit außerhalb jeder Vorstellungskraft. "Nie im Leben hätte ich mir das gedacht. Irgendein Titel war für uns beim HSV in dieser Zeit schließlich normal", sagte der einstige Mittelfeldspieler dem kicker.

Gleich siebenmal wurde zwischen 1976 und 1987 an der Elbe kräftig gefeiert. Zu einem weiteren Gewinn des DFB-Pokals (1976) gesellten sich der Europapokal der Landesmeister (1983), der Europapokal der Pokalsieger (1977), sowie drei Titel in der Bundesliga (1979, 1982 und 1983).

Der Schweiger als Erfolgsgarant

Alles andere als Zufall war, dass vier dieser Triumphe unter der Regie von Happel erreicht wurden. Der grantelnde Trainer-Guru aus Österreich, in der heutigen Medienwelt als Proficoach absolut unvermittelbar, perfektionierte in der Hansestadt das von ihm kreierte Pressing, auch spielerisch war seine Truppe in diesen Jahren allererste Wahl. "Nichts ist ihm auf dem Trainingsplatz entgangen, jeder hatte größten Respekt vor ihm", erinnert sich Ex-Europameister Manfred Kaltz.

Der Rechtsverteidiger war es auch, der dem "Schweiger", wie man Happel nicht nur in der Hansestadt nannte, die Weichen zum letzten Erfolgserlebnis mit dem HSV stellte. Kaltz bereitete im Berliner Finale gegen den damaligen Zweitligisten vom Neckar den Ausgleichstreffer vor, erzielte selbst das 2:1 und war auch am 3:1, einem Eigentor der Schwaben, beteiligt.

Fehlende Kontinuität

Siegerehrung im Olympiastadion, Mitternachts-Bankett in der damals noch geteilten Stadt und Empfang auf dem Hamburger Rathausmarkt, all' das fand schon ohne Happel statt, der sich noch in der Kabine von seinen Spielern per Handschlag verabschiedete. "Schönen Urlaub - und feiert schön", mehr soll der damals 61-Jährige nicht gesagt haben.

Sechs Jahre lang saß Happel auf der HSV-Trainerbank, das schaffte binnen 30 Jahren keiner seiner 28 Nachfolger. Für seinen damaligen Präsidenten Wolfgang Klein ein mitentscheidender Grund für den sportlichen Absturz und den seit Jahren anhaltenden Abstiegskampf im Volksparkstadion: "Kontinuität ist damals wie heute die wichtigste Notwendigkeit im Fußball."

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