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FC Bayern: Arjen Robben sorgt mit einem Wutanfall bei seiner Auswechslung für Aufregung

Lob für Robben nach Wutanfall: "Das, was uns auszeichnet"

20/03/2017 um 08:20Aktualisiert 20/03/2017 um 09:00

Der FC Bayern gewinnt 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach und baut den Vorsprung in der Tabelle auf "Verfolger" RB Leipzig auf 13 Punkte aus. Arjen Robben ist dennoch nicht glücklich. Zunächst ignoriert ihn Robert Lewandowski, dann nimmt ihn Carlo Ancelotti vom Feld. Bei seiner Auswechslung mutiert der Niederländer zum Wüterich. Teamkollege und Matchwinner Thomas Müller verteidigt ihn.

Die Bank des FC Bayern kringelte sich vor Lachen. Franck Ribéry und Jérôme Boateng bekamen sich kaum noch ein, auch Rafinha und Xabi Alonso feixten wie kleine Buben. Nur einer saß wie versteinert dazwischen: Arjen Robben.

Carlo Ancelotti hatte seinen Rechtsaußen in der 85. Minute aus dem Spiel genommen. Der war darüber alles andere als begeistert.

Renato Sanches, der für ihn in die Partie kam, klatschte er mit Anlauf und Wucht auf die ausgestreckte Hand. Wenige Meter weiter wartete dann der Mann, der sich angemaßt hatte Bayerns Nummer Zehn auszuwechseln. Auch für Ancelotti setzte es ein paar heiße Finger. Co-Trainer Davide Ancelotti komplettierte die Troika der glühenden Hände.

Die Bank des FC Bayern lacht über Arjen Robben

Die Bank des FC Bayern lacht über Arjen RobbenImago

Müller nimmt Robben in Schutz

"In ihm brennt eben das Feuer noch", verteidigte Torschütze Thomas Müller seinen Teamkollegen:

"Fußballer sind eben auch nur Menschen. Es ist doch gut, dass es bei uns trotz 13 Punkten Vorsprung immer noch so kribbelt. Mir gefällt das."

Schon einige Minuten zuvor war Robben auf dem Platz zum Rumpelstilzchen mutiert - zurecht. Robert Lewandowski hatte den durchgestarteten Robben sträflich missachtet.

Der Pole suchte selbst den Abschluss, statt den Ball auf den völlig freien Teamkollegen durchzustecken. Robben versuchte gar nicht erst seinen Ärger darüber zu verbergen.

Für Müller der Hauptgrund für Robbens miese Laune. "Wir haben die eine oder andere Situation vorne nicht richtig ausgespielt. Ich glaube, er meint die eine Szene, wo er frei gewesen wäre und Lewy nicht abgespielt hat", mutmaßte der Nationalspieler:

"Das ist eben das, was uns auszeichnet: Leute, die schon ewig lange im Geschäft sind, sehr viele Titel auf ihrer Autogrammkarte stehen haben und trotzdem noch Emotionen zeigen, obwohl wir 1:0 in Führung liegen. Genau das brauchen wir."
Thomas Müller bejubelt seinen Treffer gegen Gladbach

Thomas Müller bejubelt seinen Treffer gegen GladbachEurosport

Sagnol: Zeichen für Siegermentalität

Auch Bayern-Legende Willy Sagnol ergriff Partei für Robben. Der Franzose sieht im Temperament des Niederländers gar eine seiner größten Stärken.

"Um auf dem höchsten Niveau spielen zu können, braucht man solche Charaktere", sagte der langjährige Rechtsverteidiger der Münchner bei "Sky90".

"Coman oder Costa kommen noch nicht an Ribéry oder Robben ran, weil ihnen noch etwas fehlt", so Sagnol:

"Sie sind nicht so ehrgeizig. Sie haben nicht die Siegermentalität, die man braucht, um die Champions League zu gewinnen. Das ist entscheidend, warum Ribéry und Robben trotz ihres Alters noch so gut sind."

Ancelotti: "Kein Problem für mich"

Die Champions League gewinnen, das will auch Ancelotti. Dafür wurde der Italiener nach München geholt. Und dafür braucht er seine Stars.

Gut eine halbe Stunde nach der Partie äußerte auch er sich zur Causa Robben. "Ich glaube, ich war auch nie glücklich, wenn ich ausgewechselt wurde", sagte der Italiener mit einem Lächeln im Gesicht:

"Ich habe damit kein Problem."

Kein weiteres Öl ins Feuer gießen: Spielerflüsterer Ancelotti weiß eben ganz genau, wie er seine Jungs handhaben muss.

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