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FC Bayern: Befreier Ancelotti? Lasst Pep!

Bayern-Befreier Ancelotti? Lasst Pep!

29/08/2016 um 08:57Aktualisiert 29/08/2016 um 16:51

Der FC Bayern München startet die Ära Carlo Ancelotti furios, 6:0 über Werder Bremen mit Spielwitz und vielen Freiheiten - zweifelsfrei. Nicht nur für ARD-Experte Mehmet Scholl eine willkommene Gelegenheit, um den Superstart negativ auf Ex-Trainer Pep Guardiola zu beziehen. Carlo Ancelotti als "Bayern-Befreier"? Dieses Nachtreten ist unfair, denn Pep hat Bayern viel (bei)gebracht.

Ein Kommentar von Johannes Mittermeier

In seiner Funktion als ARD-Experte durfte die Legende des FC Bayern München auch das Eröffnungsspiel dieser Bundesligasaison einordnen, Scholl gefiel, was er sah, sein Ex-Klub ist längst dominanter als es der Spieler Scholl bei Bayern je erlebte.

Mehmet Scholl findet Pep Guardiola nicht gut

Mehmet Scholl findet Pep Guardiola nicht gutImago

"Die Bayern haben Spaß, Ancelotti hat sie freigelassen. Sie haben die Pep-Ketten abgestreift."

Ist das so? Wer lauschte, wie sich ARD-Reporter Steffen Simon offensichtlich mit Scholl abgesprochen hatte, musste bejahen. Der FC Bayern, meinte Simon, böte "ein Feuerwerk, wie wir es unter Guardiola nie gesehen haben".

Guardiola hat dem FC Bayern viel (bei)gebracht

Nochmals die Frage: ist das so? Überlegen wir mal, tatsächlich, es gab unter Guardiola natürlich kein abnormal gutes 3:1 bei Manchester City, es gab kein nah an der Perfektion zirkulierendes 7:1 beim AS Rom, kein 8:0 über den Hamburger SV, keine ungezählten 4:0-Siege über die Stuttgarts, Kölns, Hoffenheims.

In den drei Jahren unter dem gestrengen Ketten-Pep war Bayern unsagbar erfolglos: nur 121 Siege aus 161 Spielen, nur zwei Doubles, drei Meisterschaften, nie die Champions League.

Und dann dieser Fußball! Langweilig, einfallslos, starr. Eine Zumutung…

Drei Jahre, sieben Titel: Pep Guardiola und Philipp Lahm beim FC Bayern

Drei Jahre, sieben Titel: Pep Guardiola und Philipp Lahm beim FC Bayern Imago

Nachtreten gibt die Rote Karte

Trotzdem ist es unfair, ja dreist, die Errungenschaften dieses Fußballfanatikers nun derartig in Misskredit zu stellen. Das ist nicht negativ gegenüber Ancelotti gemeint; der Italiener kann ja nichts für die Art der Berichterstattung, und obendrein deutet sich an, dass er den Rekordmeister wahrlich bereichern wird - auf seine Weise.

Sie muss nicht schlechter oder besser sein als Guardiolas. Sie ist eben anders.

Und womit? Mit Recht.

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