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FC Bayern - Hertha BSC: 3 Dinge, die auffielen: Alter Ribéry, neuer Thiago und ‘ne volle Kapelle

3 Dinge, die auffielen: Alter Ribéry, neuer Thiago und ‘ne volle Kapelle

21/09/2016 um 23:01

Der FC Bayern München hält sich Verfolger Hertha BSC am 4. Spieltag der Bundesliga mit 3:0 (1:0) recht humorlos vom Leib. Beim Startelf-Comeback von Jérôme Boateng und dem Saisondebüt von Arjen Robben glänzen Franck Ribéry im Spaß-Modus und der ganz seriöse Thiago Alcántara. Die Bank der Bayern macht derweil schon wieder Angst. Was uns beim Spitzenspiel auffiel.

Vom FC Bayern berichtet Florian Bogner

Ribéry im Spaß-Modus

Ja, Franck Ribéry hat wieder Spaß. So fit wie vielleicht seit der Triple-Saison nicht mehr, so spielfreudig wie in besten Tagen und so rotzfrech wie zu Beginn seiner Karriere zeigte er der Hertha, was in einem 33-Jährigen noch so alles steckt.

Gegen Ingolstadt mit drei Vorlagen schon der heimliche Matchwinner, besorgte er diesmal das 1:0 (16.) selbst, und wie: mit drei Haken spielte er die Berliner Abwehr aus und murmelte den Ball dann an Keeper Rune Jarstein vorbei über die Linie.

Ribéry forderte bei Bayern beinahe jeden Ball, was man immer ganz gut mitbekommt, weil Ribéry dann so laut pfeift, dass man es durchs ganze Stadion hört. Ribéry pfiff viel gegen die Hertha, war in Halbzeit eins schon der Bayern-Spieler mit der höchsten Laufleistung (5,6 km), den zweitmeisten intensiven Läufen (34) und den meisten Torschüssen (2).

Der Wirkungsbereich des Linksaußen war dabei so gut wie gar nicht beschränkt; gleich zu Beginn tauchte er mal auf dem rechten Flügel auf, bot sich sonst häufig in der Mitte als Anspielstation an und drang so oft in den Strafraum ein, wie ihn Robert Lewandowski ließ.

Trainer Ancelotti bilanzierte nach dem Sieg: "Ich bin sehr zufrieden. Wir haben von Beginn an gut gespielt. Mit Intensität und Qualität. Das war das bislang beste Spiel der Saison."

Neuer Thiago

Es war schon in den vergangenen Spielen zu erkennen, es zeigte sich auch gegen die Hertha: Thiago Alcántara ist unter Carlo Ancelotti ein anderer als unter Pep Guardiola. Nicht falsch verstehen: Der Spanier ist wahrscheinlich immer noch der technisch beste Fußballer der Liga, lässt es aber nicht mehr ganz so arg raushängen wie in der vergangenen Saison.

Ancelotti hat dem 25-Jährigen offenbar eingebläut, trotz aller Brillanz so einfach wie möglich zu spielen – es sieht dann ganz oft immer noch sehr spektakulär aus. Auch spielt Thiago im Carletto’schen 4-3-3 weiter weg vom Tor und auf der Acht positionsgebundener, was ihm mehr Handlungsspielraum gibt.

Und siehe da: Beim 2:0, als er Allan Souza einfach den Ball abluchste und ihn sofort ganz banal links unten einnetzte (68.), erzielte er wahrscheinlich das atypischste Thiago-Tor aller Zeiten. Es zählte aber trotzdem.

Volle Kapelle

Dass sich der Bayern-Kader mit der Rückkehr von Jérôme Boateng und Arjen Robben langsam wieder füllt, musste Juan Bernat schmerzlich erfahren: Gegen Rostow vor einer Woche noch Torschütze, gegen Ingolstadt in der Startelf – und gegen die Hertha (wie Julian Green) nicht mal im Kader.

Zwar hatte sich Douglas Costa am Wochenende mal wieder mit einer Oberschenkel-Verletzung abgemeldet; neben dem Brasilianer, der erstmal eine Woche Ruhe verordnet bekam, fehlt aber sonst nur noch Holger Badstuber (Aufbautraining) – und Carlo Ancelotti hat die freie Auswahl.

Die Bayern-Bank sah gegen die Hertha jedenfalls furchterregend aus: Neben Rafinha und Sven Ulreich waren da zwei deutsche Nationalspieler (Mats Hummels, Joshua Kimmich), ein Europameister (Renato Sanches), ein Vize-Europameister (Kingsley Coman) und ein Altstar (Arjen Robben). Noch Fragen?

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