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FC Bayern München beim Telekom Cup: Lehrer Thomas Müller, Schüler Corentin Tolisso

Lehrer und Schüler: Überragender Müller und fragender Tolisso

16/07/2017 um 10:52

Thomas Müller und Corentin Tolisso verbindet beim Telekom Cup in Mönchengladbach eine ganz besondere Beziehung: Die beiden Stars des FC Bayern wirken wie Lehrer und Schüler. Und speziell für den französischen Rekordneuzugang, der im Schatten des Top-Transfers James Rodriguez fast unterzugehen droht, ist das - vor allem auf lange Sicht -Gold wert.

Aus Mönchengladbach berichtet Henning Kuhl

Als erster Spieler kam er aus der Kabine, die Kapitänsbinde am linken Oberarm, den Vereinswimpel in der linken Hand, lockerer, aber entschlossener Schritt: Thomas Müller. Und direkt hinter ihm: Corentin Tolisso.

Müller zog den Bayern-Neuzugang vor dem Einbiegen in den Tunnel zu sich und sagte ihm auf Englisch: "Wenn du freien Raum siehst, spiel den Pass. Nicht denken, einfach spielen." Tolisso nickte aufmerksam.

James im Fokus, Tolisso im Schatten

Tolisso fühlte sich sichtlich wohl in dieser Rolle: Kontinuierlich suchte er den Blickkontakt und das Gespräch mit seinen Mitspielern. Nach dem 2:0-Finalerfolg über Werder Bremen marschierte er umgehend zu Mats Hummels, um mit ihm taktische Aspekte zu besprechen; auch Thiago und Javi Martinez bat er um Rat.

Vor allem aber orientierte er sich am Kapitän. Ganz so, als wolle er sich das "Mia san Mia", das Müller wie kein zweiter lebt, umgehend einverleiben.

Video - Lewandowski-Flugeinlage bringt Bayern ins Finale beim Telekom Cup

03:32

Neuzugang James Rodriguez, der im Finale seine Premiere für den FCB gab, stand im Fokus der Fans und Medien. Die Kinder riefen seinen Namen, sie wollten seine Unterschrift, seine Stimme war in der Mixed Zone die gefragteste. Der Kolumbianer sagte selbstkritisch:

"Ich bin seit vier Tagen bei der Mannschaft und muss die nächste Zeit nutzen, um fit zu werden und mich zu steigern."

Und Tolisso? Den Franzosen nahm kaum jemand wahr, die Kinder im Tunnel erkannten ihn erst gar nicht. Aber er hatte ja Müller, der ihn ständig im Blick sowie ein offenes Ohr für seinen "Schüler" hatte.

Ancelotti-Lob und Müller-Prognose

Klar ist, dass er an diesem Tag keinen besseren "Lehrer" hätte haben können. Bayern-Trainer Carlo Ancelotti sprach nach dem Finale aus, was viele dachten:

"Thomas Müller war heute mit Abstand unser bester Spieler, hat teamdienlich und einfach nur sehr gut gespielt."

Video - Tor und Vorlage: Müller ebnet Bayerns Finalsieg beim Telekom Cup

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Anders formuliert: Tolisso hat die richtige Wahl getroffen.

Es wird interessant zu verfolgen sein, wie sich das Verhältnis der beiden Bayern-Stars in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt. Gerade weil Tolisso der teuerste Einkauf der Klubgeschichte ist, gerade weil alle nur auf James schauen und ihn dabei übersehen, gerade weil er sich im überbesetzten Mittelfeldzentrum behaupten muss.

Aber er hat Müller, der ihm schon die richtigen Ratschläge geben wird.


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