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Gladbach - Bayern: 3 Dinge, die auffielen: Untypischer Müller, Hexer Sommer, Wühlbüffel Ribéry

3 Dinge: Untypischer Müller, Hexer Sommer und ein Wühlbüffel

20/03/2017 um 08:06Aktualisiert 20/03/2017 um 10:33

Der FC Bayern gewinnt 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach und pflügt weiter durch die Liga. Thomas Müller macht etwas Anderes als sonst in dieser Saison und feiert ein besonderes Jubiläum, Yann Sommer hält den Kasten der Fohlen lange sauber und erhält ein Lob vom Besten seiner Zunft. Franck Ribéry besticht im Nahkampf. Was uns beim knappen Erfolg der Münchner auffiel.

Untypischer Thomas Müller

Nach 99 Tagen hat es wieder einmal "gemüllert".

In der 63. Minute schaufelte Thiago den Ball im linken Halbfeld aus dem Fußgelenk in den Lauf von Thomas Müller, der zuvor genau angezeigt hatte, wohin er den Ball haben wollte. Der Raumdeuter eben.

Mit dem rechten Fuß nahm er den Ball an, sortierte ein wenig seine langen Gräten und schloss mit links erfolgreich ab. Ein typischer Müller?

"Wenn man die Saison sieht, war es wohl kein typischer Müller", sagte der goldene Torschütze bei "Sky":

"Dieser Müller hat ja ein Tor gemacht."

Es war erst das zweite für den 27-Jährigen in der laufenden Bundesliga-Saison. Neun Spiele blieb er zuletzt ohne persönliches Erfolgserlebnis.

"Dass ich es noch in mir drin hab, weiß ich", erklärte Müller, der in den letzten drei Partien fünf Treffer der Kollegen vorbereitete:

"Es macht Spaß mit den Jungs, sie haben mir das auch gegönnt, das hat man beim Jubel gesehen. Natürlich ist das ein schöner Tag für mich."

Und ein besonderer für Müller obendrein. Die Partie gegen Gladbach war seine 250. in der Bundesliga. Dabei gelang ihm sein 93. Treffer, nur noch vier Münchner haben in der Bundesliga häufiger im Bayern-Trikot getroffen.

So etwas nennt man dann wohl ein gelungenes Jubiläum.

Hexer Yann Sommer

Dass bei Gladbachs ellenlanger Verletztenliste einiges an Arbeit auf Yann Sommer zukommen würde, war zu erwarten. Gladbach zog sich weit zurück, verteidigte im 5-3-2 oder 5-4-1 und verlegte sich auf das Konterspiel.

Die Bayern bissen sich lange die Zähne am Gladbacher Beton aus. Kamen die Münchner mal zum Abschluss, war Sommer auf dem Posten.

Nach 25 Minuten tauchte Robert Lewandowski frei vor Gladbachs Schlussmann auf. Sommer wartete lang - und parierte. Wenig später scheiterte Müller nach Pass von Lewandowski ebenfalls am glänzend aufgelegten Fohlen-Keeper.

Wie stark Sommer derzeit drauf ist, verdeutlichte dann eine Szene in Minute 43. Minute. Arjen Robben machten den Arjen Robben, zog von rechts in die Mitte und visierte die lange Ecke an.

Der Ball prallte an die Latte und sprang von dort zurück ins Feld. Lewandowski schaltete fast schon naturgemäß am schnellsten, warf sich per Kopf in den Ball und wollte vermutlich innerlich schon zum Jubel ansetzen.

Sommer hatte jedoch etwas dagegen, tauchte blitzschnell ab und kratzte den Versuch des Polen mit der rechten Hand von der Linie. Eine sensationelle Tat.

"Ich finde ihn Weltklasse“, lobte Bayern-Torhüter Manuel Neuer seinen Gegenüber nach der Partie:

" Er ist ein großer Rückhalt für Gladbach und hat in den letzten Spielen herausragend gehalten."

So viel Lob vom Welttorhüter. Vielleicht ein wenig Balsam für die von der Niederlage geschundene Seele.

Wühlbüffel Ribéry

Kurz vor der Halbzeitpause eilte Franck Ribéry nach hinten. Gladbach setzte zu einem Konter über seine linke Seite an. Dem Franzosen gefiel das nicht.

Ribéry warf den Turbo an, ging an seinem Gegner vorbei und schob seinen Körper zwischen Ball und Patrick Herrmann.

Als Sekunden später Gladbachs Jonas Hofmann seinem Teamkollegen zur Hilfe eilte und auf ein unfaires 2-gegen-1 erhöhte, warf sich Ribéry per Grätsche noch einmal auf den Boden, verhinderte damit, dass Hofmann ihm den Ball wegspitzeln konnte, und leitete den direkten Gegenangriff ein.

Der 33-Jährige brannte die gesamte Partie über, wirbelte vorne (bereitete die meisten Torschüsse vor), ackerte hinten.

Bis seiner Auswechslung hatte er die meisten Zweikämpfe aller Spieler auf dem Feld geführt. Und davon für einen Offensivspieler überragende 65 Prozent gewonnen.

Dass er den Kopf schüttelte, als er nach 73 Minuten für Landsmann Kingsley Coman das Feld räumen musste, verdeutlichte, wie ehrgeizig er nach wie vor ist.

"Wenn Robben und Ribéry auf diesem Fitness-Level bleiben, sind sie eine ganz wichtige Waffe für den FC Bayern in dieser Phase“, sagte der ehemalige Bayern-Spieler Marcel Jansen am Sonntag bei "Sky90".

Niemand wird ihm widersprechen.

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