Getty Images

Hamburger SV feiert Klassenerhalt nach Sieg gegen den VfL Wolfsburg dank Luca Waldschmidt

HSV gerettet - Wolfsburg in die Relegation

20/05/2017 um 18:11Aktualisiert 20/05/2017 um 19:53

Am 34. Bundesliga-Spieltag hat der Hamburger SV durch ein spätes Tor von Luca Waldschmidt (88.) gegen den VfL Wolfsburg den Klassenerhalt perfekt gemacht. Es war dessen erster Bundesliga-Treffer überhaupt. Die "Wölfe" landen auf Rang 16 und müssen in die Relegation. Robin Knoche hatte Wolfsburg in Führung gebracht (23.), Filip Kostic für den zwischenzeitlichen Ausgleich für den HSV gesorgt (32.).

So lief das Spiel:

Den Hamburgern war die Nervosität im Relegationskrimi zu Beginn deutlich anzumerken. Wolfsburg hatte mehr vom Spiel und trieb das Spielgerät schnell und schnörkellos nach vorne. Hier trat der Gast wie der Gastgeber auf. Mario Gomez hatte das erste Tor nach Kopfballvorlage von Jakub Blaszczykowski auf dem Fuß, doch sein Schuss aus rechter Position im Strafraum konnte von HSV-Keeper Christian Mathenia mit einer Glanzparade noch links unten um den Pfosten gelenkt werden (10.). Noch einmal rettete er dem HSV den Rückstand nach einem Distanzhammer von Blaszczykowski (20.), doch beim dritten Wolfsburger Versuch war Mathenia chancenlos: Sebastian Jung gab das Spielgerät von rechts volley in den Sechzehner, Robin Knoche vollendete mit dem Kopf (23.).

Auch in der Folge blieb der HSV komplett harmlos, doch unverhofft konnte der Großteil des mit 57.000 Fans ausverkauften Volksparkstadion jubeln: In der 32. Minute gab Filip Kostic den ersten Torschuss nach einem feinen Zuspiel von Lewis Holtby ab. Der Versuch aus zwölf Metern landete zum 1:1 rechts unten im Netz. Der Ausgleich nahm den "Rothosen" etwas die Panik und sorgte für mehr Selbstvertrauen.Wolfsburg war etwas geschockt, überstand die kleine Schwächephase aber schadlos. Beinahe wären die "Wölfe" mit einem zweiten Treffer im Gepäck in die Kabine gegangen, doch Yunus Malli schlenzte den Ball knapp links vorbei (45.+1).

Im zweiten Durchgang blieb es eine Partie, die sich meist zwischen den Stafräumen abspielte. Gomez versuchte es mit einem Fallrückzieher, den HSV-Innenverteidiger Mergim Mavraj noch etwas glücklich zum Eckball abfälschen konnte (63.). Joshua Guilavogui schoss vom rechten Strafraumeck rechts vorbei (77.). Hamburg konnte offensiv kaum Akzente setzen. Aber dann nickte Einwechselspieler Gian-Luca Waldschmidt eine Flanke von Kostic rechts zum 2:1 in den Kasten (88.). Erneut war es Mathenia, der mit einer Glanzparade gegen einen Schuss aus kurzer Distanz von Maximilian Arnold den Ausgleich verhinderte (90.+1).

Der Dino der Liga bleibt erstklassig und vermeidet die dritte Relegation in vier Jahren. Den Erfolg machten die Spannungsexperten aus Hamburg erst kurz vor dem Ende klar. Wolfsburg ließ es in der zweiten Halbzeit etwas an Willen vermissen und war in der Schlussphase zu passiv. In der Relegation geht es nun vermutlich gegen den Lokalrivalen Eintracht Braunschweig.

Die Stimmen:

Gian-Luca Waldschmidt (HSV): "Wir haben immer dran geglaubt. Am Ende haben wir uns komplett reingehängt um diesen Siegtreffer zu erzielen. Das war mein erstes Bundesliga-Tor! Ein tolles Gefühl! Ich bin froh, dass wir unser heutiges Ziel erreicht haben und den Sack zugemacht haben."

Nicolai Müller (HSV): "Dass die Fans auf den Platz kommen, ist doch schön, das gehört doch dazu. Die freuen sich riesig, sie haben es verdient. Sie haben uns die ganze Saison unterstützt. Es schaut danach aus, dass wir unabsteigbar sind. Wir haben uns verdient, mit der Rückrunde, das Finale heute in der eigenen Hand zu haben. Darauf haben wir gehofft und darauf haben wir hingearbeitet. Wir haben verdient gewonnen. Was gibt es Schöneres, als am letzten Spieltag das Ding noch zu drehen und den Klassenerhalt zu sichern?"

Mario Gomez (VfL Wolfsburg): "Wenn wir einfach das Herz ein bisschen mehr in die Hand nehmen, in der zweiten Halbzeit. Und nicht so sehr uns von der Situation beeinflussen lassen, einfach Fußball spielen, so wie wir es gelernt haben von klein auf, musst du eigentlich in der zweiten Halbzeit drei, vier Tore machen. Wenn wir das Spiel im Fernsehen anschauen, werden wir es nicht fassen können, was wir für Räume hatten. Das haben wir nicht geschafft als Mannschaft. Jetzt haben wir das bekommen, was wir verdient haben. Jetzt haben wir eine Extra-Runde und da müssen wir die Köpfe freikriegen bis Donnerstag. Und dann mit der Extra-Runde das schaffen, was wir uns alle vorgenommen haben."

Der Tweet zum Spiel:

Gibt es einen besseren Zeitpunkt aus Hamburger Sicht, sein erstes Bundesliga-Tor zu schießen? Waldschmidt sorgte kurz nach seiner Einwechslung dafür, dass das Gründungsmitglied seit 1963 weiterhin in der 1. Liga antritt.

Das fiel auf: Manuel Gräfes Coolness

Der DFB hatte mit der Nominierung des Schiedsrichters Manuel Gräfe für dieses Duell nicht wirklich Fingerspitzengefühl bewiesen. Es war Gräfe, der dem HSV mit dem diskutablen Freistoßpfiff in der Relegation 2015 den Weg zum Klassenerhalt ebnete. Umso mehr muss man loben, dass Gräfe die Leitung dieser Partie annahm und in 94. Minuten kaum mal ernsthaft daneben lag. Die Nerven muss man erstmal haben.

Die Statistik: 11

Vor dem Duell sprach aus statistischer Sicht nicht viel für den HSV, der letztmalig am 28. Spieltag gewonnen hatte. In den letzten elf Duellen gab es keinen Sieg gegen die "Wölfe".

Video - Snooker-Fan und lieber der Baum: 6 Dinge, die ihr noch nicht über Lahm wusstet

01:20
0
0
Quoten präsentiert von Tipico