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Neuer Schwung, aber Werder Bremen verliert gegen Mainz

Neuer Schwung, aber Werder Bremen verliert wieder

21/09/2016 um 22:46

Mutig, kampfstark – und doch ganz bitter geschlagen: Fünf schwarze Minuten haben Werder Bremen bei der Premiere des Interimstrainers Alexander Nouri um den ersten Saisonsieg gebracht. Drei Tage nach der Entlassung von Viktor Skripnik verloren die zeitweise wie verwandelt aufspielenden Bremer trotz Führung durch ganz späte Gegentore noch 1:2 (1:0) gegen den FSV Mainz 05.

Izet Hajrovic brachte Werder bei seinem ersten Startelf-Einsatz in dieser Saison per Fernschuss in Führung und belohnte die Hanseaten für einen furiosen Start (12.). Mainz-Verteidiger Gaetan Bussmann hatte sich zuvor in einem Zweikampf mit dem Torschützen verspekuliert. Den späten Ausgleich erzielte Yunus Malli (87.), dann versetzte Pablo De Blasis (90.+2) Werder den Knockout.

So lief das Spiel:

Selbst mit dem späten Ausgleich kurz vor Schluss hätten sich die Bremer sicherlich noch anfreunden können. Denn die Leistungssteigerung im Vergleich zu den bisherigen Spielen war doch offensichtlich. Die Niederlage in der Nachspielzeit ist dabei aber zu viel für das Bremer Herz. Nach richtig starken 15 Minuten ist dem Team dann etwas zu zeitig die Luft ausgegangen. Und so bleibt vom Aufschwung durch den neuen Coach wieder nichts als heiße Luft, denn am Ende waren es - neben der Kraftfrage - wieder individuelle Abwehrfehler wie in der Ära Skripnik, die null Punkte bedeuten. Gegen Mainz, und in der Tabelle nach dem vierten Spieltag.

Verdient war der Sieg für Mainz nicht, aber der FSV hat dieses Ergebnis erzwungen. Mit aller Macht. Und offensiven Wechseln. Am Ende opferte Trainer Schmidt für das letzte bisschen Offensive sogar einen Innenverteidiger. Und belohnte sich damit mit drei Punkten. Da im Fußball nur das Ergebnis zählt, fällt die schwache erste Halbzeit der Mainzer überhaupt nicht ins Gewicht. Mit sieben Punkten aus vier Spielen stehen die Mainzer genau dort, wo sie sich sehen - an der Schwelle zu Europa.

Die Stimmen:

Izet Hajrovic (Werder Bremen): Ich muss mit meiner zweiten Chance das Ding rein machen, das ist klar. Trotzdem sind wir die ganze Zeit dran geblieben. Dann kriegen wir in der Schlussphase zwei dumme Tore - aber in unserer Situation ist das ja fast schon normal.

Frank Baumann (Sportdirektor Werder): Höchstwahrscheinlich sitzt Alexander Nouri auch gegen Wolfsburg auf der Bank, aber wir werden uns auch weiter mit anderen Kandidaten auseinandersetzen, das ist mit ihm auch so abgesprochen.

Das fiel auf: Die Fans wieder im Rücken

Das Ergebnis war ein Schock für die Bremer Fans. Pfiffe gab es nach dem Spiel - doch nicht wie zuletzt für das eigene Team, sondern Schiedsrichter Stark, der als Buhmann auserkoren wurde. Die eigene Mannschaft wurde hingegen wieder unterstützt, denn der Auftritt macht dennoch Hoffnung für die Zukunft. Und phasenweise konnte das Team begeistern - fast wie in alten Zeiten.

Der Tweet des Spiels:

Was man als Bremer nach dem Abpfiff denkt ...

Die Statistik: 14

So viele hatten die Mainzer noch nie: 14 Ecken in einer Partie sind Bundesligarekord für die 05er. Nicht eine davon konnten sie jedoch in Tore ummünzen, aber das war ja auch nicht notwendig.

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