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Thomas Müller vom FC Bayern München: "Sind süchtig nach Siegen"

Die pure Bayern-Gier: "Sind süchtig nach Siegen"

20/03/2017 um 13:20Aktualisiert 20/03/2017 um 22:46

Der FC Bayern München hat seine Siegesserie in der Bundesliga auch gegen Borussia Mönchengladbach fortgesetzt und ist weiter klar auf Kurs Richtung Meisterschaft. Thomas Müller, der das Tor des Tages erzielte, fand für die Erfolge des Rekordmeisters eine ganz einfache Erklärung. Keine Zeit für Erklärungen hatte hingegen der ausgewechselte Arjen Robben.

Seine beeindruckende Geschwindigkeit hielt Arjen Robben auch eine Dreiviertelstunde nach Spielschluss noch. Da eilte der ehrgeizige Niederländer aus der Bayern-Kabine Richtung Mannschaftsbus, im Vorbeihuschen sagte der 33-Jährige bloß:

"Wir müssen schon los."

Keine inhaltlichen Aussagen zum 1:0 bei den Gladbachern, bis zum Wochenende immerhin zweitbestes Rückrundenteam hinter München.

Ancelotti hat Verständnis für Robben

"Ich weiß auch nicht, was da los war. Er hat wirklich gut gespielt - so was passiert halt", meinte Trainer Carlo Ancelotti zu den Begleiterscheinungen seines letzten Spielertauschs am Sonntag.

Dann ergänzte der Italiener in gemütlichem Plauderton:

"Ich war als Spieler auch nie glücklich, wenn ich ausgewechselt wurde."

Alles in bester Ordnung also, sollte das heißen. Fand auch Thomas Müller, der in seinem 250. Bundesligaspiel das entscheidende Tor erzielte und später auch bei seiner Analyse ins Schwarze traf.

Robben, Ribéry, Martínez überzeugen

"Wir alle wollen den maximalen Erfolg. Trotz der vielen Titel, die schon auf unseren Autogrammkarten stehen", betonte der 27-Jährige.

Diese These untermauerte nicht nur Rasentreter Robben, sondern auch Franck Ribéry – der mit seinen bald 34 Lenzen mit einer Vehemenz um jeden Ball kämpfte, als müsse er sich an seiner ersten Profistation beweisen.

Oder Innenverteidiger Javi Martínez mit dem Spitzenwert von 93 Prozent gewonnenen Zweikämpfen. Oder Chefcoach Ancelotti, der die Rotationsmaschinerie aktuell auf ganz kleiner Stufe fährt.

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Müller scherzt wieder

Entspannte spanische Rhythmen drangen aus der Gästekabine, als Thomas Müller irgendwann zu den Kollegen stieß. Mit typisch Müller’schem Augenzwinkern und dem schelmischen Hinweis an die wartenden Kameraleute:

"Ich muss mir erst mal die Haare machen."

Eine Viertelstunde später war der Matchwinner des zunehmend vereinsamten Spitzenreiters bereit für ein Statement. Er sei zwar reichlich kaputt, habe aber seinen Spaß gehabt, richtete er aus. Dann folgte der Hinweis: "Das war ein total wichtiger Sieg. Jetzt sind wir 13 Punkte vorne - aber darum ging es nicht."

Vielmehr sei es so:

"Wir sind süchtig nach Siegen. Das ist es, was uns letztendlich befriedigt."

Atempause vor Real-Spielen

Am nächsten Meistertitel für die Bayern zweifelte schon vor dem Anpfiff keiner mehr in der Republik. Das wusste auch Nationalstürmer Müller, der beim Start in das Länderspiel-Intermezzo scherzhaft kommentierte: "Der Liga tut die Pause ganz gut. So können sich alle von dem Schock erholen, dass ich getroffen habe."

Ein wenig durchschnaufen vor den herausfordernden Aufgaben in der Champions League (Real Madrid) und im DFB-Pokal (Borussia Dortmund) im April darf auch Carlo Ancelotti – dessen Trainerwelt nach dem 19. Saisonsieg der Münchner und dem 19. ungeschlagenen Pflichtspiel in Folge etwas verdreht war.

Denn die erste Halbzeit seiner Elf gefiel dem 57-Jährigen aus der Emilia-Romagna besser als die zweite – in der Müller eine elegante Lupfer-Vorlage von Thiago allerdings zum entscheidenden Schlag gegen das Team von Dieter Hecking nutzte.

Müller kreiert neues Wort

"Nach der Pause hatten wir Probleme mit den schnellen Kontern der Gladbacher. Das habe ich nicht erwartet, schließlich hatte der Gegner am Donnerstag noch ein schweres Spiel", monierte Ancelotti.

Dem Leichtsinn, das ist unter diesem Übungsleiter gewiss, werden die Münchner auch im Ligabetrieb nicht verfallen.

Der Erfolgstakt auf dem Weg zum ersehnten Triple soll hochgehalten werden – und der größte Wunsch des bajuwarischen Jubilars lautet: Wieder etwas häufiger treffen, damit künftig nicht jedes Müller-Tor vom Schützen und von den Mitspielern so überbordend gefeiert werden muss wie gerade am Niederrhein.

"In der Bundesliga hatte ich zuletzt im Dezember gegen Wolfsburg getroffen", erwähnte Thomas Müller vor der Abfahrt aus dem Borussia-Park.

"Mein Ziel ist es jetzt, dass die Mitfreuwirkung bald nachlässt."

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