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3 Dinge, die bei Hamburger SV-RB Leipzig auffielen: Timo Werner, die "Wettbewerbsverzerrung"

3 Dinge, die auffielen: Werner, die "Wettbewerbsverzerrung"

09/09/2017 um 08:42Aktualisiert 09/09/2017 um 16:39

Zur Eröffnung des 3. Bundesliga-Spieltags demonstriert RB Leipzig beim 2:0 (0:0) über den Hamburger SV sein Selbstverständnis. Ein Manko hat der ansonsten starke Auftritt trotzdem. Hamburg steht ohne Punkte da, aber mit der Gewissheit, die Möglichkeiten ausgereizt zu haben. Und dann gibt's noch Timo Werner: keine Pfiffe, auch keine Schwalbe, dafür bewusste "Wettbewerbsverzerrung". Was uns auffiel.

1. Leipzig: Champions-League-Modus mit Manko

"Man hat den Unterschied gesehen zwischen einer Mannschaft, die in der Champions League spielt, und einer Mannschaft, die in der vergangenen Saison gegen den Abstieg gespielt hat. Leipzig war reifer", analysierte Eurosport-Experte Matthias Sammer, was nicht negativ gegenüber dem HSV gemeint war. Sondern als Lob für Leipzig.

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Fünf Tage vor ihrem Debüt in der "Königsklasse" (der AS Monaco wartet) vermittelten die Sachsen ein Gefühl von eigener Stärke. Jean-Kévin Augustin (6./30.), Timo Werner (16.) und Willi Orban (30.) scheiterten, Naby Keita (67.) per Distanzschuss und Werner (75.) nach Super-Solo holten Versäumtes nach.

Manko: zu viel durch die Mitte. "Das ist groß auf unserer Agenda. Vollkommen richtig erkannt, das ist sicherlich ein Punkt, der besser laufen kann", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Die lange vorbildlich formierte HSV-Deckung hatte genug entgegenzusetzen - bis Keita kam. "Man merkt, dass viel vorangegangen ist. Ich bin stolz darauf, dass wir immer besser spielen", freute sich Hasenhüttl.

2. HSV: Applaus für null Punkte

Es war ein klasse Freitagsspiel, was nicht zuletzt am HSV lag. Markus Gisdols Elf wählte eine Art Fußball, die Vorteile bündelte und Schwachen kaschierte: mehr gegen als mit dem Ball, aber das ist ja nicht verboten.

So unterschiedlich die Stile, so munter die jeweilige Umsetzung. Sammer nannte es einen "Abnutzungskampf auf ganz hohem Niveau", auffällig war, dass der HSV hineinstechen wollte in den zentrumsfixierten RB-Modus. "Die Hamburger haben provoziert, dass Leipzig in die Mitte reinspielte, und dann haben sie ihre Chancen über Konter gesucht", erkannte Sammer.

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Filip Kostic vergab die beste Möglichkeit (24.), Walace (27.) oder Luca Waldschmidt (60.) versuchten sich, und 14 Sekunden nach einer Gelegenheit für Sven Schipplock machte Werner den Ofen aus. "Wir haben vieles ausgeschöpft von dem, was wir können", sagte Gisdol, der nicht mit dem Ergebnis, aber mit dem Auftritt zufrieden sein durfte. Gideon Jung stimmte zu: "Wir haben sehr gut mitgehalten und guten Mannschaftswillen gezeigt, darauf können wir aufbauen."

Das Heimpublikum spendete Applaus. Bezeichnend.

3. Werner: Keine Pfiffe, keine Schwalbe

Von einer Schwalbe war die Situation sehr weit entfernt. Kein Grund für die HSV-Fans, sich auf Werner einzuschießen, was eh nicht akut war an diesem verregneten Abend. Der Nationalspieler scheint sich endlich rehabilitiert zu haben, auch auswärts. Pfiffe gab's keine. Wohltuend.

Sportlich überzeugte Werner erneut. "Fantastisch" nannte Sammer seine Entwicklung, und Hasenhüttl scherzte: "Wenn er mit seinem Speed antritt, ist es schon fast Wettbewerbsverzerrung…"

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