Imago

Breitenreiter, Salihovic, Martin Kind - Drei Dinge, die bei Hannnover 96 gegen den HSV auffielen

Drei Dinge, die auffielen: Taktik-Kniff, Tribünen-Zoff und HSV-Hoffnungsschimmer

16/09/2017 um 09:11

Aufsteiger Hannover 96 setzt gegen den Hamburger SV seine Erfolgsserie fort, steht an der Tabellenspitze und macht damit den nächsten Schritt in der beachtlichen Entwicklung. Doch nicht nur auf dem Platz war zum Auftakt des vierten Bundesliga-Spieltages viel los. Beim HSV herrscht Frust - trotzdem ist nicht alles schlecht.

Breitenreiters beachtlicher Taktik-Kniff:

Seit März ist Hannover 96 ungeschlagen - das kommt nicht von ungefähr. Der Mannschaft von Trainer André Breitenreiter ist es nicht nur gelungen, die Aufstiegseuphorie in die Bundesliga mitzunehmen, sondern auch, die spielerische Entwicklung voranzutreiben. Breitenreiter forderte gegen den HSV mehr Flexibilität von seinem Team, nicht nur gegen den Ball, sondern auch im Spielaufbau. Und die Mannschaft zeigte, dass sie ihren Trainer verstand.

Vor allem durch hohe Laufbereitschaft entstand ein kompaktes Bollwerk, der Gegner wurde frühzeitig gestört und Impulse durch einen guten Mix zwischen Dreier- und Viererkette gesetzt. 96 brach oftmals über die Flügel durch, der Gegner wurde dominiert, der Plan ging auf. Mit einem Taktik-Kniff, einer kleinen Umstellung zur zweiten Halbzeit, machte Hannover dann den Sack zu. "Wir haben ein bisschen umgestellt", erklärte Breitenreiter hinterher bei Eurosport seine Maßnahme mit einem Lächeln im Gesicht. Er hatte ein klassisches 4-4-2 geformt, Torschütze Martin Harnik vorne in die Mitte gezogen. Der HSV wurde nervös, prallte am Gegner, der die Chancen konsequent nutzte, ab und verlor am Ende verdient.

Fan-Wirbel auf der Tribüne

Während sich die Teams auf dem Rasen mühte, herrschte auf den Tribünen eine eher merkwürdige Stimmung. Zunächst vernebelten die Hamburger Fans mit reichlich Pyro den Zuschauern die Sicht, danach initiierten einige Anhänger in der Kurve immer wieder Sprechchöre gegen Klub-Präsident Martin Kind, der bei 96 vor der Übernahme der Profiabteilung steht. Andere Fans quittierten dies mit einem Pfeifkonzert und skandierten "Ultras raus!"

Video - Rettig zur 50+1-Regel: "Dann gibt es ein Rattenrennen"

03:15

Der Zwist der Fans ist ein kleiner Schatten über dem aktuell herausragenden sportlichen Erfolg. Eurosport-Experte Matthias Sammer äußerte Verständnis für die Fans, die den Ultras kontra gaben und nannte es unter anderem "ein starkes Zeichen". "Ich fand das wunderbar. Die Person Martin Kind und sein Weg imponieren mir. Man darf nicht immer glauben, dass die, die laut sind, recht haben. Es war ein starkes Signal."

Salihovic kann eine Bereicherung werden

Der Hamburger SV hatte ohnehin schon den kleinsten Kader der Liga - und zu Saisonbeginn auch noch massives Verletzungspech. Mit Nicolai Müller (Kreuzbandriss), Filip Kostic (Muskelfaserriss), Aaron Hunt (Aufbautraining), Bobby Wood (Knieprobleme) und Rick van Drongelen (Knochenödem) fielen wichtige Akteure aus. "Uns hat einiges gefehlt, Hannover war bei den Gegentoren gedanklich schneller. Sicher ist einer der Gründe für die Niederlage, dass fünf Stammspieler gefehlt haben", wusste auch HSV-Sportdirektor Jens Todt. Die Ersatzleute, Bakery Jatta und Sven Schipplock beispielsweise, können die Ausfälle nicht annähernd kompensieren.

Video - Golz über Salihovic-Transfer: "Kann man machen, muss man nicht..."

02:35

Doch es gab auch einen kleinen Hoffnungsschimmer. Der unter der Woche aus der Arbeitslosigkeit verpflichtete Sejad Salihovic zeigte bei seinem 30-Minuten-Einsatz ab der 60. Minute ein paar gute Ansätze. Natürlich fehlte ihm noch die Bindung zum Spiel, dennoch fielen sein immer noch starker linker Fuß und seine Ruhe am Ball sofort auf. Es sind Attribute, die dem HSV in den kommenden Spielen tatsächlich guttun könnten.

Video - Golz: HSV-Kader zu klein? "Das ist mir zu negativ"

01:03

0
0
Quoten präsentiert von Tipico