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FC Bayern München schon in starker Frühform: Kein Problem, wenn...

Bayern in starker Frühform: Kein Problem, wenn...

16/07/2017 um 16:29

Beeindruckend. Der Auftritt des FC Bayern beim Telekom Cup avancierte zu einem wahren Statement. Der Rekordmeister ist bereits jetzt, fünf Wochen vor dem Bundesligastart in richtig guter Form. Obwohl Arjen Robben, Manuel Neuer, Jérôme Boateng und Arturo Vidal sowie Joshua Kimmich in Mönchengladbach nicht mit dabei waren. Aber ist die gute Frühform nun ein positives oder negatives Zeichen?

Sicheres Passspiel, viel Ballbesitz, viele Torchancen, kein Gegentor: Thomas Müller und Co. steuerten beim Telekom Cup äußerst souverän zum Titel, sehr zur Freude des Trainers.

Nach dem Finalerfolg lobte Carlo Ancelotti:

"Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist nicht ein Titelgewinn entscheidend, sondern die Verbesserung, die Kondition. Die Spieler sind in einer guten Verfassung aus dem Urlaub zurück. Wir wollen nun an uns arbeiten, damit wir am 18. August bereit sind."

Dabei spielte Top-Neuzugang James Rodríguez im Finale gegen Werder Bremen (2:0) auf dem rechten Flügel ein eher unauffälliges Match, rief sein unbestritten großes Potenzial (noch) nicht ab.

Ancelotti zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Auftritt seines neuen alten Schützlings:

"Er hat mit Selbstvertrauen gespielt und befindet sich in einer guten Verfassung. Ich denke, dass er sich noch steigern kann, aber es war sein erstes Spiel. Wir haben in ihm einen weiteren Top-Spieler. In China werde ich ihn auch mal in der Mitte und auf Links testen."

Hoeneß erwartet Kampf

Den Grund für Bayerns bestechende Frühform nannte Uli Hoeneß nach dem Finale:

"Wenn sie sich unseren Kader anschauen, können sie sich vorstellen, dass jeder irgendwann um seinen Platz kämpfen muss. Und das motiviert jeden, dem Trainer zu zeigen, dass er spielen will. Das hat man heute von Anfang bis Ende gespürt. Und ich möchte die ganze Mannschaft loben, keinen einzelnen Spieler."

Video - Tor und Vorlage: Müller ebnet Bayerns Finalsieg beim Telekom Cup

03:28

Aber ist diese Frühform nun Fluch oder Segen? Sicherlich ein Mix aus beidem. Einerseits belebt der Konkurrenzkampf das Team, stachelt jeden Spieler zur Bestleistung an. Andererseits stoßen viele Leistungsträger erst noch zur Mannschaft und so könnte der Moment kommen, in dem mehr als elf Spieler in guter Form sind, Unruhe drohen...

Müller: "Eine Frage der Mentalität"

Die Lösung ist das Steigern des Niveaus: Eine gute Form reicht künftig nicht mehr aus, es zählt nur noch eine Topform. Thomas Müller blickt voraus:

"Du brauchst auch den nötigen Ehrgeiz und der ist bei uns immer vorhanden. Das ist auch eine Frage der Mentalität, wir wollen immer gewinnen. Wir haben viele Spieler, die eine hohe Qualität haben und deswegen wird das schon eine interessante Geschichte."

Nur wenn es den Bayern gelingt, den Konkurrenzkampf und somit das Niveau maximal hoch zu halten, wird sich die gute Frühform nicht als Problem, sondern als Vorteil herauskristallisieren. Und dann wird Uli Hoeneß noch des Öfteren sagen, was er am Abend in Mönchengladbach sagte:

"Das war beeindruckend!"

Video - Lewandowski-Flugeinlage bringt Bayern ins Finale beim Telekom Cup

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