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Nach Bayern-Sieg gegen Mainz: Robben hält flammendes Plädoyer für Ribéry und Müller

Robben hält flammendes Plädoyer für Ribéry und Müller

17/09/2017 um 09:26Aktualisiert 17/09/2017 um 09:31

Arjen Robben hat sich nach dem Sieg mit dem FC Bayern gegen den FSV Mainz 05 für zwei Akteure ganz besonders stark gemacht: Franck Ribéry und Thomas Müller. Ausgerechnet die, die zuletzt Probleme mit Carlo Ancelotti hatten. Den Trainer spart der Niederländer bei seiner Lobeshymne womöglich sogar bewusst aus.

Aus der Allianz Arena berichtet Daniel Rathjen

Die Sätze schossen am Samstagabend so schnell und klar aus seinem Mund, wie das gesamte Spiel des FC Bayern zuvor anzuschauen war. Arjen Robben hielt vor einigen Journalisten nach dem überzeugenden 4:0-Sieg gegen den FSV Mainz am vierten Bundesliga-Spieltag ein flammendes Plädoyer für Franck Ribéry und Thomas Müller.

Auch auf dem Platz hatte er zuvor ein Statement zu Ribéry abgegeben, denn sein Torjubel nach dem 2:0 in der 23. Minute galt nur ihm. Robben sprintete über den gesamten Platz zur Bank, zu Ribéry, der gegen Mainz nicht zur Startelf gehörte, umarmte ihn herzlich. Robbery in trauter Verbundenheit - da gingen den Bayern-Fans in der Allianz Arena zum Wiesn-Auftakt die Oktoberfestherzen auf.

Dass das ein Zeichen war, musste Robben später nicht ausgiebig erklären, er tat es aber dennoch gerne:

"Ich spiele schon seit acht Jahren sehr gut mit ihm zusammen. Das macht mich stolz. Er ist ein sehr wichtiger Spieler und wir brauchen ihn. Wenn wir einen Titel gewinnen wollen, brauchen wir einen Ribéry!"

Diese neu entfachte Zuneigung der beiden Flügelflitzer ist ein Schulterschluss der besonderen Art und kann ein Symbol für die gesamte Mannschaft in dieser Saison sein. In dieser gilt mehr denn je, wenn in der Champions League nicht schon wieder im Viertelfinale Schluss sein soll: Egos zurückstellen, Kräfte bündeln, füreinander da sein, Teamgeist zeigen.

"Man muss einige Dinge ansprechen"

Robben und Ribéry, die freilich nie die besten Freunde waren, sind mittlerweile reif genug, die Zeichen der Zeit zu erkennen und gehen mit positivem Beispiel voran. Ihr wahrscheinlich letztes gemeinsames Jahr soll schließlich kein Fiasko werden.

Zuletzt herrschte jedenfalls reichlich Frust beim FC Bayern und vor allem auch bei Ribéry. Die Leistungen dürftig, die Leidenschaft nahe Normal Null - bei Ribéry entlud sich am vergangenen Mittwoch in der Champions League gegen den RSC Anderlecht (3:0) der Frust mit dem berüchtigten "Trikot-Wurf".

Es war tatsächlich ein Alarmsignal, das die Spieler in den Tagen danach zu einer Aussprache veranlasste. "Man muss natürlich gewisse Dinge ansprechen, wir sprechen auch viel untereinander, wir haben viele erfahrene Spieler", berichtete Robben.

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Und der Sieg hätte sogar noch um drei bis vier Tore höher ausfallen können. "Es war ein richtiger Schritt und hat viel mehr Spaß gemacht. Mit dieser Aggressivität nach vorne müssen wir jetzt weiter spielen und beweisen, dass das keine einmalige Sache war", weiß Robben. Dass Mainz kein Maßstab für den deutschen Rekordmeister ist, war ihm ebenso bewusst.

Franck Ribéry und Arjen Robben vom FC Bayern München

Franck Ribéry und Arjen Robben vom FC Bayern MünchenGetty Images

Zur Lobeshymne auf Ribéry fügte Robben übrigens dann noch eine Strophe hinzu. In der stand dann Müller im Mittelpunkt. Denn auch er agierte zuletzt nicht frei, fand sich oft auf der Bank wieder und stand dadurch ganz offensichtlich neben sich. Selbst der smarte Müller hatte sich zu einem zynischem Kommentar Richtung Trainer Ancelotti hinreißen lassen ("Meine Qualitäten sind offenbar nicht gefragt").

Gegen Mainz bekam er wieder den Vorzug vor Ancelottis Wunschspieler James Rodriguez und brillierte.

Robben schwärmte:

"Das war vielleicht auch der Schlüssel. Mit ihm haben wir noch mehr Bewegung, er ist wie ein zweiter Stürmer, er geht in die Lücke, in die Tiefe, er öffnet Raum für andere. Ich spiele immer sehr gerne mit Thomas zusammen. Man muss immer aufpassen, was man sagt, wir haben viel Qualität und es hat auch nichts mit den anderen zu tun, aber wenn er auf dem Platz steht, dann spiele ich - naja - irgendwie besser."

Ob Ancelotti diese Worte ebenfalls vernimmt? Müller und Ribéry zählen nicht unbedingt zu seinen "Lieblingsspielern". Und interessanterweise antwortete Robben auf die Frage, was denn der Trainer mit der Mannschaft unter der Woche gemacht habe, um die Trendwende einzuläuten, mit nur einem Wort: "Nichts."

Es ist ein dezenter Hinweis darauf, dass die Trainerpersonalie in den kommenden Wochen ein brisantes Thema an der Säbener Straße bleibt.

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