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Tolisso, Pavard, Augustin, Haller, Zagadou: Bundesliga bei französischen Jungstars beliebt wie nie

Französische Jungstars en masse: Bundesliga beliebt wie nie
Von SID

14/11/2017 um 14:27Aktualisiert 14/11/2017 um 14:37

Corentin Tolisso, Benjamin Pavard, Jean-Kevin Augustin, Sebastien Haller, Ibrahima Konate, Dan-Axel Zagadou: der Sprung in die Bundesliga ist für viele französische Fußball-Talente reizvoll geworden, aber auch die deutschen Klubs bedienen sich gerne. Abdou Diallo vom 1. FSV Mainz 05 gefällt vor allem "die Disziplin, die Strenge". Auch Nationalcoach Didier Deschamps lobt die Entwicklung der Liga.

Borussia Dortmund war nur ein Durchlauferhitzer. Daran hat Ousmane Dembélé nie einen Zweifel gelassen. Für das französische Supertalent war die Fußball-Bundesliga beileibe nicht das gelobte Land, er wollte von Anfang an zum noch "heißeren" FC Barcelona.

Für viele seiner jungen Landsleute ist das anders.

So schrieb die Sporttageszeitung "L'Equipe" am Montag auf ihrem Titel:

"Deutschland hat unsere Zukunft in der Hand."

Beispielsweise die von Abdou Diallo (FSV Mainz 05), jene von Jean-Kevin Augustin oder Ibrahima Konate (beide RB Leipzig), von Dan-Axel Zagadou (BVB) oder Mickael Cuisance (Borussia Mönchengladbach).

Die Zukunft von Sebastien Haller (Eintracht Frankfurt) und die von Corentin Tolisso (Bayern München), dem teuersten Einkauf der Bundesliga-Geschichte. Alle kamen im vergangenen Sommer nach Deutschland - keiner von ihnen ist älter als 23.

Amine Harit (Schalke 04) gehörte auch in diese Kategorie, hat sich inzwischen aber für Marokko entschieden.

Deschamps lobt die Bundesliga

Auch von Nationalcoach Didier Deschamps schätzt Bundesliga:

"Ich finde, dass die Bundesliga hervorragend ist. Ich denke auch an Kingsley Coman, der beim FC Bayern spielt, wo immer Druck ist, wo viel gefordert wird. Das ist eine gute Sache. Sie entwickeln sich in Deutschland weiter, haben hohe Anforderungen, Tag für Tag."

Davon profitiert hat auch Stuttgarts Innenverteidiger Benjamin Pavard (21), der kürzlich sein Debüt in der Équipe Tircolore gegeben hat.

Die Ausbildung der Bundesligisten genießt - inzwischen - einen exzellenten Ruf. Deutschland bietet eine Chance, aufzusteigen und danach noch halbwegs in Ruhe zu reifen, bevor es beispielsweise in die von Stars überflutete Knochenmühle Premier League oder zu den ganz großen spanischen Vereinen geht. Wie im Fall Dembele, der in den Trainingsstreik trat, um die Liga wieder verlassen zu dürfen.

Große Unterschiede zur Heimat

Abdou Diallo, der junge Mainzer, sieht das Modell Bundesliga nüchtern.

"Wenn die Qualität stimmt, zeigen die Deutschen Interesse, und sie haben die Mittel, uns zu verpflichten", sagt der Innenverteidiger, der aus Monaco gekommen war. In Mainz, berichtet er, "haben sie nicht gesagt, wir wollen dich, weil du jung bist, sondern: Wir wollen dich, weil du spielen sollst."

Selbstverständlich sei Deutschland "nicht das Paradies auf Erden". Das liege an der Sprachbarriere, der Kälte - und auch am größten Unterschied, den er ausgemacht hat: "Die Disziplin, die Strenge. Hier wagt es kein Spieler, über Trainingszeiten, Masseure oder andere Mitarbeiter zu diskutieren."

Die deutschen Vereine bedienen sich im Nachbarland nur allzu gern. In Frankreich sind noch Perlen zu entdecken, feinst geschult in den hervorragenden französischen Nachwuchs-Akademien, beispielsweise in Clairefontaine. Zumal noch zu halbwegs anständigen Preisen. "Donnant, donnant", wie man sagt - geben und nehmen.

19 Franzosen sind in der laufenden Bundesliga-Saison eingesetzt worden, das bedeutet den dritten Platz hinter Österreich (24) und der Schweiz (23). Zu ihnen gehört auch Franck Ribéry, der inzwischen seit zehn Jahren beim FC Bayern spielt.

Video - PK-Fauxpas: Schweden-Coach wird unterbrochen

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