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Uli Hoeneß: "Borussia Dortmund verhält sich im Poker um Ousmane Dembélé absolut richtig"

Lob von Hoeneß: "BVB verhält sich im Dembélé-Poker absolut richitg"

13/08/2017 um 15:53Aktualisiert 13/08/2017 um 17:12

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat sich bei "Sky" zum Wirrwarr um Ousmane Dembélé und den Transfers des FC Bayern München geäußert. Dabei zeigte er Verständnis für das Verhalten des BVB und kritisierte zugleich Ex-Bayern-Profi Douglas Costa scharf. Auch zu Neymar und Philipp Lahm bezog Hoeneß klar Stellung. Den Wechsel-Wahnsinn werde der Rekordmeister weiterhin nicht mitmachen.

Uli Hoeneß sagte im Gespräch mit Jörg Wontorra beim Fußball-Talk "Wontorra" auf "Sky Sport News HD":

" Borussia Dortmund hat sich bisher klug verhalten. Als großer Verein, wie der BVB einer ist, muss man Stärke zeigen."

Dabei gab Hoeneß nicht dem Berater von Ousmane Dembélé die Schuld für die momentane Aufregung, sondern nahm den französischen Angreifer selbst in die Pflicht. "Wenn ein Spieler nicht zum Training erscheint, dann ist es allein seine Entscheidung und nicht die seines Beraters."



Costa war Bayerns "Fall Dembélé"

Die Bayern hatten mit Douglas Costa im vergangenen Jahr ein ähnliches Problem und verliehen den Angreifer zu ihren Konditionen an Juventus Turin.

"Er hat genauso gehandelt wie Dembélé. Wir haben uns dann gesagt: So einen Spieler, der nach so kurzer Zeit mehr Geld will, obwohl er nicht mal gute Leistungen gebracht hat, den müssen wir schleunigst wieder loswerden! Wir sind ihn Gott sei Dank wieder losgeworden."

Hoeneß hat die klare Meinung, dass man sich von Spielern nicht erpressen lassen darf: "Der FC Bayern hat noch nie Ausstiegsklauseln in Verträgen verankert und wird dies auch nicht machen. Wenn ein Spieler so etwas möchte, dann passt er nicht zu uns."

Video - Hoeneß zum Umbruch unter Ancelotti: "Ob er das will und auch macht?"

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Der Meister wird den eingeschlagenen Weg auf dem Transfermarkt laut Hoeneß nicht mitgehen und stattdessen Alternativen suchen.

Man müsse einen "Bayern München way of life finden" und innerhalb des Haifischbeckens Profifußball als Bayern-Familie zusammenhalten, um den Dembélés dieser Welt die Stirn zu bieten.

Was Hoeneß über Lahm denkt

Deutschlands Branchenführer habe nicht vor, Spieler einzukaufen, um diese gewinnbringend zu veräußern.. Neben dem Nachwuchsleistungszentrum hat der Rekordmeister junge Akteure wie Niklas Süle (21) und Corentin Tolisso (23) verpflichtet.

Die Kritik am Einbau von Talenten in den Profikader kann Hoeneß nicht nachvollziehen:

"Was wäre wohl los gewesen, wenn wir mit Philipp Lahm einen der besten Rechtsverteidiger der Welt auf die Bank gesetzt und stattdessen Joshua Kimmich hätten spielen lassen?"

Trainer Carlo Ancelotti bekommt vom Bayern-Präsidenten vollstes Vertrauen dafür, dass er die Nachwuchsspieler erfolgreich in den Kader integrieren wird.

Der 33-jährige Lahm zählt nicht mehr zu diesem Aufgebot, den Sportdirektor-Posten lehnte er ab. "Ich persönlich bedauere sehr, dass Philipp nicht zur Verfügung stand", gesteht Hoeneß, gibt allerdings zu bedenken:

"Glauben Sie, dass es klug gewesen wäre, dass am 30. Juni mit dem Fußball aufhört und am 1. Juli seine ehemaligen Mitspieler unter Druck setzen kann? Es wäre auf jeden Fall eine Abkühlphase notwendig gewesen. Diese Zeit hatten wir einfach nicht. "

Und überhaupt:

"Wir alle schätzen Philipp sehr, aber seinen Berater, den wir nicht schätzen, hätten wir miteinkaufen müssen."

Beim letztlich installierten Hasan Salihamidzic gab es keinen Berater. "Wir saßen nur mit ihm an einem Tisch und haben uns dann die Hand gegeben, dass wir das machen."

Hoeneß: "So gut finde ich Neymar gar nicht"

Hoeneß' Standpunkt zu den Summen, die momentan auf dem Transfermarkt gezahlt werden: "Wenn man nur Titel gewinnen kann, wenn man das 'Spiel ohne Grenzen' mitspielt, dann wollen wir keinen Titel gewinnen."

Den für 222 Millionen Euro von Barcelona nach Paris transferierten Neymar bewertet Hoeneß ohnehin kritisch, auch sportlich:

"Weder für 222 Millionen noch für weniger hätte ich Neymar geholt. So gut finde ich den gar nicht. "

Für den langjährigen FCB-Manager sind die Münchner in der kommenden Bundesliga-Saison erneut Titelfavorit. Den Anspruch an einen Sieg im DFB-Pokal oder gar in der Champions League wollte der 65-Jährige jedoch nicht stellen.

Laut Moderator Jörg Wontorra gab sich Uli Hoeneß beim Exklusiv-Interview entspannt wie nie zuvor.


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Video - Hoeneß: "Müssen zurück zu den Wurzeln"

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