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Werner trifft, Keita fliegt! Borussia entführt Punkt aus Leipzig

Werner trifft, Keita fliegt! Borussia entführt Punkt aus Leipzig

16/09/2017 um 20:27Aktualisiert 16/09/2017 um 21:06

RB Leipzig hat wie schon bei seiner Champions-League-Premiere auch in der Bundesliga einen möglichen Sieg verschenkt. Drei Tage nach dem 1:1 in der Königsklasse gegen den AS Monaco musste sich der Vize-Meister gegen Borussia Mönchengladbach trotz zweimaliger Führung mit einem 2:2 (2:1) begnügen. Zudem sah Naby Keita wegen eines rüden Fouls die Rote Karte (83.).

So lief das Spiel:

Nach dem Champions-League-Debüt der Leipziger unter der Woche, veränderte Ralph Hasenhüttl seine Elf auf insgesamt fünf Positionen. Trotz dieser Umstellungen stand eine namentlich prominente Mannschaft auf dem Rasen im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Die Gäste, die mit Europa in dieser Saison nichts zu tun haben, testeten derweil gegen Venlo. Ziel war es, in Form zu kommen, um eine anbahnende Krise in der Bundesliga zu umgehen.

Mit Leipzig wartete allerdings ein ganz dicker Brocken auf die Elf von Dieter Hecking. Mit einer kompakten Defensive und schnellem Umschaltspiel nach Ballgewinn wollten die Gäste Leipzig jedoch geschickt überrumpeln. So der Schlachtplan. In der 2. Minute ging die erste Sequenz dieser Idee beinahe auf. Raffael schickte Lars Stindl in der rechten Strafraumhälfte, der Offensivmann spielte direkt flach in die Mitte. Jonas Hofmann setzte den Ball aus zwölf Metern freistehend weit über den Kasten.

Nach diesem Hochkaräter übernahmen die Hausherren das Zepter, drängten die "Fohlen" tief in die eigene Hälfte und ließen die Gäste zeitweise ganz alt aussehen. In der 17. Minute ging Leipzig in Führung. Kevin Kampl verlagerte das Spiel stark auf den linken Flügel, Bernardo hatte viel zu viel Platz - bediente Timo Werner am ersten Pfosten. Der Angreifer bestätigte seine überragende Form mit seinem vierten Saisontor. Danach drückte Leipzig auf den nächsten Treffer, musste in der 25. Minute aber den überraschenden Ausgleich hinnehmen. Hofmann bekam die Kugel im Strafraum, wurde von Bernardo gefoult - Elfmeter. Vom Punkt ließ Thorgan Hazard Peter Gulácsi keine Chance.

Die Hasenhüttl-Elf ließ sich trotz des Gegentreffers nicht beirren, spielte ihren eigenen Streifen weiter eindrucksvoll herunter. In der 31. Minute bekam Naby Keita den Ball auf der "Sechs", drehte sich und spielte den tödlichen Pass zwischen die Innenverteidigung. Jean-Kevin Augustin verarbeitete den Ball stark und schoss aus elf Metern zur erneuten Führung ein.

In der Folge spielten nur noch die Hausherren - kurz vor der Pause bekamen die Gäste allerdings die erneute Ausgleichschance aus dem Nichts. Stindl scheiterte nach Zuspiel von Denis Zakaria an Gulácsi, den Nachschuss setzte Raffael freistehend aus elf Metern neben das Tor.

Im zweiten Durchgang wurden die Gladbacher griffiger, gingen mit mehr Körpereinsatz zur Sache - gaben Leipzig so Kontra. In der 61. Minute folgte der erneute Ausgleich. Zakaria eroberte den Ball, spielte weiter auf Stindl. Aus 20 Metern halblinker Position knallte der Stürmer den Ball sehenswert ins lange Eck.

Danach entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Sowohl Leipzig als auch Gladbach hatten Chancen in Führung zu gehen. In der 83. Minute erhöhten sich zudem die Gladbacher Chancen. Nach einem Tritt ins Gesicht von Christoph Kramer sah Keita die Rote Karte. Letztlich blieb es trotz des Platzverweises aber beim gerechten Remis.

Die Stimmen:

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben sehr gut gespielt, aber es ist immer wieder ein schmaler Grat. Du weißt, wenn du gegen Leipzig zu früh aufmachst, läufst du in die Konter rein - wie wir es auch gesehen haben beim 2:1. Aber was die Mannschaft hier über 90 Minuten gezeigt hat, war wirklich eine gute Leistung."

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leizpig): "Es war natürlich ein krasses Spiel. In der ersten Halbzeit waren wir sehr, sehr gut - in der zweiten Halbzeit waren wir sehr, sehr schlecht. Deswegen war das Ergebnis nicht unverdient. Wir müssen nach der Halbzeit das dritte Tor machen, dann ist das Ding wahrscheinlich entschieden, aber das haben wir nicht geschafft."

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach - zur Roten Karte gegen Naby Keita): "Es sah schlimmer aus als es eigentlich ist. Meine Lippe wurde getroffen, meine Zähne nicht. Ich würde ihm keine Absicht unterstellen, aber es sah schon blöd aus."

Der Tweet zum Spiel:

Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss...

Das fiel auf: Leipziger Doppelbelastung

Der Einsatz gegen den AS Monaco war die erste Partie der Leipziger im internationalen Geschäft. Am Ende gab es durch das Remis einen Teilerfolg zu verbuchen. Gegen Gladbach wurde der Champions-League-Anzug ausgezogen - es ging zurück in den Bundesliga-Alltag. Mit dabei war die Frage nach der Doppel-beziehungsweise Dreifachbelastung: kann RB nach einem Spiel in der Königsklasse den Bundesliga-Schalter umlegen und alle benötigten Kräfte mobilisieren?

Die Antwort hieß "ja"! Leipzig spielte einen ganz starken Fußball, ließ sich nur bedingt im zweiten Durchgang den Kräfteverschleiß anmerken, hob jedoch gleichzeitig den Finger in Richtung der Konkurrenz. Mit dieser Mannschaft ist sowohl national als auch international durchaus zu rechnen.

Die Statistik: 38

Sein viertes Saisontor war gleichzeitig Werners 38. Tor in der Bundesliga. Mit 21 Jahren, sechs Monaten und zehn Tagen erreichte der Leipziger diese Marke. Insgesamt waren in der Historie der Bundesliga nur drei Spieler beim Erreichen dieses Meilensteins jünger.

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