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Cristiano Ronaldo von Real Madrid ist jetzt der Größte aller Zeiten - ein Kommentar

Ronaldo, der Größte aller Zeiten? Er ist es!

05/06/2017 um 12:23Aktualisiert 05/06/2017 um 17:23

Cristiano Ronaldo verteidigt mit Real Madrid als erster Verein überhaupt den Champions-League-Titel - und fabriziert im Finale mal wieder Geschichtsträchtiges. Bei aller Ablehnung, die ihm für sein oft gockelhaftes Gehabe entgegenschlägt, hat sich Ronaldo jetzt endgültig in die Phalanx der ganz Großen gehievt. Mehr noch: Er ist der Größte! Auch wegen der Fähigkeit, sein Spiel dem Alter anzupassen.

Ein Kommentar von Johannes Mittermeier

Ja, "dieser eine Titel", jener des Weltfußballers, soll erneut portugiesischen Anstrich erhalten, und ad hoc fragt man sich ja: Der wievielte Ballon d'Or wäre es eigentlich? Der vierte? Der fünfte? Schon der sechste?

Eine Legende ist Ronaldo lange, und jetzt ist er noch mehr: er ist der GOAT, "Greatest of all Times", der Größte aller Zeiten! Die Hälfte der Fußballgemeinde wird es komplett und aufrichtig leugnen, aber sorry, Messi-Jünger, Pelé-Bewunderer und Maradona-Verehrer. Es ist so. Ronaldo rules!

Cristiano Ronaldo

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Gegen Juventus Turin verteidigte er mit Real als erster Klub überhaupt den Champions-League-Titel; für den Superstar selbst war es nach Triumphen in 2008 (mit Manchester United) sowie 2014 und 2016 der vierte Henkelpott.

Als einziger Spieler hat er in drei Endspielen der "Königsklasse" getroffen, zudem in dieser Saison wieder zweistellig (zwölf Tore), zum sechsten Mal am Stück. Keinem anderen Spieler, auch Messi nicht, gelang dies öfter als zweimal hintereinander.

Cristiano Ronaldo - absurd oft absurd gut

Fünfmal in Folge wurde Ronaldo nun Champions-League-Schützenkönig, diesmal markierte er zehn Tore ab den Viertelfinals - gegen Bayern, Atlético, Juve, also Großkaliber, kein Kanonenfutter.

105 Tore sind's in seiner CL-Karriere, Messi (94) ist distanziert, die Kluft zum heroischen Raúl (71) auf Platz drei illustriert die schiere Klasse Ronaldos, der so wenig Würdigung für so viel Brillanz erhält.

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118 Tore und 62 Vorlagen in 291 Einsätzen für ManUnited; wahnwitzige 406 Tore und 125 Vorlagen in 394 Spielen bei Real, exakt 600 Pflichtspieltreffer für Klub und Land.

Die EM 2016 bedeutete hier den Durchbruch, dieser Kontinentaltitel mit Portugal tilgte den letzten - und durchaus flächendeckenden - Fleck auf der Karte von CR7.

Pfau oder Gockel

Tja, und das ist es wohl. CR7. Allein dieses Label. Ein Sportler als Marke. Und dann dieses Gehabe! Wie ein Pfau auf Brautschau. Oder ein Gockel. Ronaldo, der Schönling mit Hang zur weinerlichen Theatralik, hat stets genug Futter geliefert, damit die Meute unter Magenverstimmung ächzen durfte.

Das ist okay, er kokettiert mit seiner Außendarstellung. Aber sportliche Darbietungen mindert es nicht.

In ein paar Jahren werden wir auf diesen außergewöhnlichen Fußballer zurückblicken und kaum glauben können, in welcher absurden Regelmäßigkeit er diese absurden Bilanzen fabrizierte. Ronaldo ist immer da, sein Doppelpack gegen Juve fällt unter die Kategorie: Dinge, die jeder kommen sieht und (fast) keiner verhindern kann.

Cristiano Ronaldo stellt sein Spiel um

Was Ronaldo zudem abgrenzt, ist die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung. Latent hat er sein Spiel umgestellt, weil er es umstellen musste, er ist schrittweise nach vorne und in die Mitte gerückt. Keine enervierenden Dribblings mehr, dafür fehlt mit 32 einiges an Explosivität.

Ronaldo altert klug auf dem Feld, er nimmt sich Pausen und geht inzwischen als Strafraumstürmer durch. Mutation auf Weltniveau - wer schafft das bitte?

Cristiano Ronaldo

Cristiano RonaldoGetty Images

Ronaldo war ein Hochbegabter, aber er hatte nie das alles überragende Talent eines Messi, Pelé oder Maradona. Er hat sich seine Stellung in der Fußballgeschichte erarbeitet, buchstäblich. Mit Eifer, Energie und Extraschichten. Viele Profis, die nicht nur so heißen, sondern auch welche sind, gab und gibt es nicht.

Ach, übrigens: Wird Cristiano Ronaldo tatsächlich erneut als Bester des Planeten bestimmt, wäre es nach 2008, 2013, 2014 und 2016 seine fünfte Auszeichnung. Das nur der Vollständigkeit halber.

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