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FC Bayern - Real Madrid: "Alte Herren" Arjen Robben und Franck Ribéry in Topform

Reale Angst vor Robbéry: Wer ist hier alt!?

11/04/2017 um 14:41Aktualisiert 11/04/2017 um 17:42

Der ewige Europapokal-Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid wird im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals am Mittwoch neu aufgelegt (ab 20:45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de). Beim deutschen Rekordmeister glänzen derzeit die "alten Herren" um Arjen Robben (33) und Franck Ribéry (34), wobei diese Einschätzung ja töricht ist. Alt? Wer ist hier alt!?

Am 7. April war Jahrestag, der siebte inzwischen, die Zeit fliegt und Arjen Robben mit ihr - bildlich gesprochen.

Seine famose Volley-Abnahme im Old Trafford von Manchester United hievte den FC Bayern München damals ins Champions-League-Halbfinale, als Beginn einer europäischen Renaissance. Anschließend verpasste Bayern nur 2010/11 (Achtelfinale) die Runde der besten vier Teams.

Arjen Robben trifft 2010 für den FC Bayern München bei Manchester United

Arjen Robben trifft 2010 für den FC Bayern München bei Manchester UnitedImago

Anno 2013 triumphierten sie dank Robbens Kullerball über Borussia Dortmund, im Folgejahr setzte es das krachende Aus gegen Real Madrid. Zuletzt hatte es gerade mit Robbens Fehlen zu tun, dass Bayern ständig einen Schritt vor dem Endspiel scheiterte: 2014/15 und 2015/16 bestritt der Niederländer verletzungsbedingt keine einzige Partie in den Viertel- und Halbfinals, Bayern flog gegen den FC Barcelona und Atlético Madrid raus.

Sogar BVB-Boss Watzke lobt Robben

"Es ist das erste wichtige, große Spiel - und hoffentlich kommen noch fünf in der Champions League", sagt Robben bei "Sky" über Bayerns Champions-League-Ambitionen. Der Sieg ist das Ziel, Cardiff am 3. Juni.

Arjen Robben gegen Borussia Dortmund

Arjen Robben gegen Borussia DortmundSID

Selbst Hans-Joachim Watzke, als BVB-Geschäftsführer kein Günstling des Rekordmeisters, stuft Robben und Kollegen ganz oben ein. "Für mich ist Bayern der klare Favorit. Ich sehe viele Spiele von Real und Barcelona - an diese Form der Bayern kommen die nicht heran", sagte Watzke zu "Sport1".

Und dann sagte er noch etwas: "Robbens mentale Stärke ist großartig."

Robben und Ribéry, immer wieder, immer weiter

Diese Einschätzung war erstens richtig und zweitens erstaunlich, weil Robben ja Dortmunds personifizierte Bayern-Aversion darstellt, seit Jahren. Am Wochenende, bei Borussias 1:4 in der Allianz Arena, spielte er so energiegeladen und entzückend, als ob sein Körper nicht 33 Jahre hinter sich hätte, davon mindestens 34 als hyperehrgeiziger Derwisch auf Außenbahnen eines Fußballfeldes.

Insofern bewies Watzke ein feines Gespür. Zu "11Freunde" sagte Robben schon 2015:

"Meine Mentalität hat mich dahin gebracht, wo ich bin. Ich bin davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist. Mit Verbissenheit hat das nichts zu tun."

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Heute meint Robben, der beim FC Bayern bis 2018 verlängert hat: "Wenn man so viel Tempo reinlegt, Begeisterung und Leidenschaft, dann macht es Spaß. Aber das musst du dir erarbeiten."

Die Berufseinstellung des 89-maligen Nationalspielers erklärt den Umstand, warum "Profi" auf "professionell" basiert. Franck Ribéry, der als 27-Jähriger die Ecke in Manchester schlug und als 34-Jähriger prächtig aufgeigte gegen Dortmund, ist Robbens Kompagnon auf der linken Seite. Robbéry, immer wieder, immer weiter: Wer ist hier alt!?

FC Bayern gegen BVB im Schnitt über 30

"Beide sind zwar über 30, aber keineswegs schon abgetakelte Spieler. Sie hatten ihre Verschnaufpausen, also werden sie jetzt nochmal voll da sein", glaubt Stielike im "kicker". Für die am Saisonende aus dem aktiven Sport scheidenden Philipp Lahm (33) und Xabi Alonso (35) gilt Ähnliches. Bayerns "alte Herren" gieren nach Europas erneuter Krönung, und Real soll's merken. Hashtag #Mentalität.

Philipp Lahm (l.) mit Arjen Robben

Philipp Lahm (l.) mit Arjen RobbenImago

"Ich spüre große Vorfreude", sagt Kapitän Lahm zum Klassiker, "das hört sich wie ein Finale an. Ich habe großes Vertrauen in die Mannschaft, wir sind sehr, sehr gut aufgestellt."

Die Bayern: aus Erfahrung gut. 30,10 Jahre betrug ihr Durchschnittsalter gegen den BVB, das Saisonmittel liegt bei 28,08 Jahren, kein Bundesliga-Team ist älter. Pardon: reifer.

Robben: "Die alten Herren sind noch fit!"

Franck Ribéry

Franck Ribéry SID

"Er hat bei seinen vorherigen Teams auf Erfahrung gesetzt, zum Beispiel beim AC Mailand", erinnert sich Ribéry im "kicker". Die bajuwarische Essenz:

"Er weiß, dass Spieler mit großem Namen und großer Routine den Unterschied ausmachen können."

Das Schlusswort soll Robben gebühren, es ist herrlich prägnant. "Jaja", lachte er, angesprochen auf Bayerns Ü30-Abetilung. "Die alten Herren sind noch fit!"

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