AFP

PSG - Barcelona: Warnung für Europa, 170-Millionen-Trio läutet neue Paris-Ära ein

Barca-Demontage als Warnung für Europa: 170-Mio-Trio lässt PSG träumen

15/02/2017 um 12:50Aktualisiert 15/02/2017 um 14:35

Paris Saint-Germain wähnt sich nach dem furiosen 4:0 in der Champions League gegen den FC Barcelona am Beginn einer neuen Ära. Das 170-Millionen-Euro-Trio Julian Draxler, Ángel Di María und Edinson Cavani beschert PSG einen historischen Abend. "Es war das beste Spiel seit Qatar Sports Investments 2011 in den Klub eingstiegen ist", sagt der französische Eurosport-Journalist Martin Mosnier.

"Es war ein großes und spezielles Match gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Wir haben getan, was getan werden musste." So nüchtern Di María die Gala beschrieb, so klar bringt er das Selbstverständnis von PSG auf den Punkt. Der Verein will in Europa an die Spitze. Serien-Meisterschaften und Pokalsiege schön und gut - worum es wirklich geht, ist der erste Champions-League-Titel der Klub-Historie.

Donnerhall, den ganz Europa hört

Die Vereins-Eigentümer von Qatar Sports Investments (QSI) investieren seit Jahren monströse Summen in den Kader, mehr als das Viertelfinale will aber in der Königsklasse einfach nicht herausspringen. Bis jetzt. Denn mit der Verpflichtung von Draxler hofft man, den fehlenden Baustein gefunden zu haben. Der deutsche Nationalspieler hat seit seinem Wechsel im Januar 2017 eine Turbo-Integration in Paris durchlaufen.

Nicht nur gegen Guingamp, Lorient oder Caen...

"Man hat den Eindruck, er sei schon ein Jahr hier, obwohl er gerade erst zu uns gekommen ist", staunt und lobt Teamkollege Adrien Rabiot. Draxler schoss sich gleich in Pokal und Meisterschaft für seine Kernaufgabe warm: die großen Spiele auf europäischer Ebene. QSI nimmt's mit Wohlwollen zur Kenntnis. Die großen Investitionen haben sich gegen Barcelona endlich ausgezahlt.

Draxler kam für 40 Millionen Euro an die Seine, Di María 2015 für 63 Millionen, Cavani schon 2013 für 64,5 Millionen. Knapp 170 Millionen hat die luxuriöse Offensivabteilung gekostet. Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Verein und Fans wollen Großtaten sehen. Nicht nur gegen Guingamp, Lorient oder Caen, sondern vor allem gegen Barca, Real oder Bayern. Nun haben sie gezeigt, was möglich ist.

Trapp der "Faktor X" bei Paris

Leicht vergessen wird dabei der Mann, den die französischen Kollegen als "Faktor X" bezeichnen: Torwart Kevin Trapp. Der ehemalige Frankfurt-Keeper erlebte einen arbeitsarmen Abend. "Seine einzige Parade war aber entscheidend, als er beim Stand von 1:0 gegen André Gomes geklärt hat. Ein 1:1 hätte das Spiel komplett verändert, doch er hat dieses Szenario verhindert. Trapp hat seine Rolle perfekt gespielt", so Eurosport-Journalist Vincent Bregevin. Es hat einfach alles gepasst bei PSG.

Kevin Trapp, Adrien Rabiot und Presnel Kimpembe (PSG)

Kevin Trapp, Adrien Rabiot und Presnel Kimpembe (PSG)AFP

Das mussten auch die Superstars von Barcelona anerkennen. Lionel Messi, Neymar, Luis Suárez oder Andres Iniesta waren nach der Demütigung im Parc des Princes ratlos. "Es gab nichts Positives, alles war negativ, vor allem das Ergebnis", ließ Iniesta wissen. Neymar gestand, so etwas "noch nie erlebt" zu haben. "Das Ergebnis spiegelt wider, was auf dem Platz geschehen ist", befand Trainer Luis Enrique.

Erinnerungen an die Bayern

Ganz neu ist so ein Debakel für die Katalanen allerdings nicht. 2013 setzte es im Halbfinal-Hinspiel ein 0:4 beim FC Bayern. Das Rückspiel im Camp Nou ging mit 0:3 ebenfalls deutlich verloren. Die Bayern, aufgepasst PSG, nahmen den Schwung direkt mit und gewannen die Champions League durch ein 2:1 im Finale von Wembley gegen Borussia Dortmund...

Video - Die 5 größten Barça-Klatschen im Europapokal

00:49
0
0
Quoten präsentiert von Tipico