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3 Dinge, die bei FC Bayern-Anderlecht auffielen: Unterkühlter James, heiße Nadelstiche

3 Dinge, die auffielen: Unterkühlter James, eingefrorener Neuer, heiße Nadelstiche

12/09/2017 um 23:40Aktualisiert 13/09/2017 um 09:12

Der FC Bayern München ist standesgemäß in die neue Champions-League-Saison gestartet. Beim 3:0 (1:0) gegen den RSC Anderlecht war aber nicht alles Gold, was glänzte. Neuzugang James Rodríguez bekam den Vorzug vor Thomas Müller, wirkte aber weitestgehend unterkühlt. Manuel Neuer erlebte statistisch gesehen einen ruhigen Abend, Anderlecht tauchte dennoch zu häufig vor seinem Kasten auf. Was auffiel.

Aus der Allianz Arena berichtet Carsten Arndt

1. Unterkühlter James

In der 9. Minute kam James nach einer Flanke von Franck Ribéry frei zum Kopfball, den er in die Arme des Torhüters setzte, im Anschluss war er nur noch selten an gefährlichen Offensivsituationen beteiligt. Passend zum kalten Wetter und seinem langärmeligen Trikot, welches er als einziger Bayern-Akteur trug, wirkte er nach seiner längeren Verletzungspause ein wenig unterkühlt.

In Zweikämpfen fehlte immer mal wieder die Entschlossenheit, im linken Fuß - der sich bei James fast noch dominanter zeigt als bei Arjen Robben - ein wenig die Präzision. So wie in Minute 23, als ein aussichtsreicher Freistoß aus 20 Metern gute zwei Meter über das Tor segelte.

Desweiteren auffällig: Geht es einmal richtig schnell im Bayern-Spiel, fehlt James (noch?) das Tempo, um im Konter mit Ribéry oder Robben mitzuhalten.

Positiv: Die Einstellung stimmt bereits. Wenige Minuten vor der Pause stoppte der 26-Jährige mit einer beherzten Grätsche in der eigenen Hälfte einen Anderlecht-Konter und sammelte dafür kräftig Szenenapplaus. So auch nach 67 Minuten, als James mit einem Schlenzer ins lange Eck am starken Keeper Matz Sels scheiterte.

Alles in allem ist beim Kolumbianer eine Menge Luft nach oben. Damit ist er in München derzeit sicherlich nicht allein.

2. Eingefrorener Neuer

Das 100. Spiel im Europapokal, es war ein seltsames für Manuel Neuer. Kümmerliche 13 Ballkontakte hatte der Kapitän der Bayern in Hälfte eins. Erst in der 33. Minute kamen erstmals die Torwarthandschuhe zum Einsatz. Bewegen musste sich der Nationaltorhüter dabei allerdings auch nicht.

Manuel Neuer vom FC Bayern München

Manuel Neuer vom FC Bayern MünchenGetty Images

Kurz vor dem Halbzeitpfiff pflügte Neuer, dessen weißes Trikot auch nach der Partie noch wie frisch gewaschen glänzte, sogar durch den Mittelkreis, um nicht einzufrieren. Wenn Anderlecht dann aber doch einmal gefährlich wurde, war Neuer trotzdem nur Zuschauer.

In der 44. Minute verfehlte Nicolae Stanciu auf fünf Metern das Tor. Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte traf Alexandru Chipciu lediglich den Pfosten - Neuer wäre jeweils chancenlos gewesen.

3. Heiße Nadelstiche

Notbremse, Platzverweis, Gegentor. Nach zwölf Minuten sah es so aus, als müsse sich Anderlecht mit Trainer René Weiler auf einen ganz bitteren Abend einstellen.

Die Bayern hatten gut begonnen, waren durch Lewandowskis 50. Pflichtspieltor unter Carlo Ancelotti in Führung gegangen und fortan in Überzahl. Doch die Münchner ließen im Anschluss die Konsequenz und Kreativität vermissen und verpassten es, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Im Gegenteil.

Anderlecht gewann überraschend mehr Sicherheit und traute sich ab und an auch in Unterzahl über die Mittellinie. Gleich zwei Mal hatten die Belgier gegen die erneut nicht immer sattelfeste Abwehr der Bayern äußerst hochkarätige Ausgleichschancen, die sie eigentlich hätten nutzen mussten.

So aber machte Thiago in der 65. Minuten nach Vorarbeit von Joshua Kimmich alles klar. In der Folge kam nicht mehr viel von Anderlecht, Kimmich traf in der Nachspielzeit gar zum 3:0. Grämen muss sich der RSC dennoch nicht.

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