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Franzosen beim FC Bayern: Kingsley Coman, Corentin Tolisso und Franck Ribéry überzeugen gegen PSG

French Connection: Ribérys Rudel macht Bayern glücklich

06/12/2017 um 17:48Aktualisiert 06/12/2017 um 18:12

Der FC Bayern gewinnt zum Abschluss der Vorrunde der Champions League nach einem starken Auftritt mit 3:1 gegen Paris St.-Germain - und hat an diesem Abend eindeutig die besseren Franzosen in seinen Reihen. Kingsley Coman wirbelt, Corentin Tolisso knipst, und Franck Ribéry beweist, dass er für den FC Bayern noch immer wichtig ist. Nicht nur auf sportlicher Ebene.

Aus der Allianz Arena berichtet Carsten Arndt

Franck Ribéry war rundherum glücklich. Mit seinem Sohnemann an der Hand, der selbstverständlich ein Bayern-Trikot mit der Nummer sieben auf dem Rücken trug, lief der 34-Jährige durch den Pressebereich der Allianz Arena.

Für Ehefrau Wahiba, die ihn bereits erwartete, gab es ein wohlverdientes Küsschen.

Knapp zwei Monate nach seinem Außenbandriss im Knie stand er am Dienstagabend in der Königsklasse erstmals wieder von Beginn an auf dem Feld. Ribéry führte seine Bayern als Kapitän an, gegen PSG, eine Mannschaft aus seiner ihm nicht immer wohlgesonnenen Heimat.

Ribéry überzeugt mit Einsatz

Es war spürbar, dass Ribéry seinen Landsleuten und auch den Fans in Deutschland zeigen wollte, dass er auch im für Fußballer beinahe biblischen Alter noch immer zu Großem fähig ist.

In der Anfangsphase war er im Verbund mit James Rodríguez einer der Aktivposten in der Offensive der Münchner. Zudem unterstützte er Linksverteidiger David Alaba immer wieder im Duell mit Wunderkind Kylian Mbappé, bis hin zu einem klärenden Kopfball (!) im eigenen Strafraum.

"Es war wichtig, dass Franck wieder da ist. Er ist ungemein wichtig für die Mannschaft", unterstrich Torhüter Sven Ulreich.

Dass dem Flügelspieler in der zweiten Hälfte die Puste ausging und ihm natürlich nicht alles gelang: geschenkt.

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Bayerns Franzosen trumpfen auf

Ribéry führt die French Connection beim deutschen Rekordmeister an, die beim Sieg gegen das Team aus der französischen Hauptstadt besonders herausragte.

Heynckes berief gegen Paris gleich drei Franzosen in die Startelf. Ein psychologischer Kniff, der auf der Hand lag, aber auch dementsprechend funktionierte.

Der seit Wochen stark spielende Kingsley Coman bereitete mit einem Tempolauf das entscheidende 3:1 vor. Abnehmer seiner Vorarbeit: Landsmann Corentin Tolisso. Jener Tolisso, der mit einem Kopfball nach Maßflanke von James bereits das 2:0 erzielt hatte.

Corentin Tolisso freut sich über seinen ersten Doppelpack in der Champions League

Corentin Tolisso freut sich über seinen ersten Doppelpack in der Champions LeagueGetty Images

Heynckes lobt Coman und Tolisso

"Coco Tolisso hat schon in den letzten Wochen immer wieder angedeutet, dass er ein großartiger Fußballer ist, dass er vor allen Dingen auch Torgefahr ausstrahlt und vorne in den Strafraum reingeht. Das hat er heute wieder bewiesen", lobte Heynckes, der auch für Coman Worte parat hatte:

"Er wird immer stärker, ist körperlich topfit, kann lange Sprints anziehen und hat jetzt auch die Übersicht vor dem Tor. Er flankt viel besser, weil wir das ständig im Training praktizieren, er hat mehr Selbstvertrauen und Anerkennung in der Mannschaft."

Heynckes Einschätzung deckt sich mit jenen Aussagen, die die Teamkollegen nach der Partie tätigten.

"Bei King läuft es seit Wochen gut, und Coco war heute maßgeblich daran beteiligt, dass wir das Spiel gewonnen haben. Vielleicht lag es auch ein wenig daran, dass sie gegen ihre Landsleute gespielt haben, aber alle drei waren richtig stark heute", sagte Innenverteidiger Niklas Süle auf Eurosport-Nachfrage.

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Ribéry als väterlicher Freund

Und Ribéry ist es, der die French Connection zusammenhält. Er nahm seine beiden Landsleute von Beginn an unter seine Fittiche.

Coman hat er bereits früh mitgegeben, wie wichtig es ist, an seinen Deutsch-Kenntnissen zu arbeiten. "Auch wenn du Fehler machst: Egal, probiere es", teilte er dem 21-Jährigen mit - was offenbar bereits Früchte getragen hat. Mittlerweile reicht es bei Coman bereits zum Übersetzer für Tolisso.

"Franck und Kingsley helfen mir sehr, da ich noch nicht alles verstehe, wenn der Trainer mit mir redet. Aber die beiden übersetzen alles", betonte der Doppeltorschütze nach dem Spiel die Wichtigkeit seiner Landsmänner:

"Ich will es lernen, aber es ist sehr kompliziert. Aber ich will auf jeden Fall Deutsch reden."

Bis es so weit ist, dürften sich Trainer, Teamkollegen und Fans sicherlich damit zufriedengeben, wenn er weiter Tore sprechen lässt.

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