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FC Bayern München zurück im Konzert der Großen - aber auch titelreif?

FC Bayern zurück im Konzert der Großen - aber auch titelreif?

06/12/2017 um 15:25Aktualisiert 06/12/2017 um 18:25

Der FC Bayern München ist nach der geglückten Revanche und abschließend 15 Punkten in der Champions-League-Gruppenphase zurück in Europas Spitze. Trotz der überzeugenden Leistung gegen die Millionentruppe aus Paris bleiben jedoch Restzweifel an der Titelfähigkeit des deutschen Rekordmeisters. Besitzen die Münchner die Gier nach dem maximal Erreichbaren?

Aus der Allianz Arena berichtet Carsten Arndt

Wenige Minuten nach Spielschluss liefen die Accounts der Bayern-Spieler in den sozialen Netzwerken heiß. Von einem "großartigen Spiel" war bei James Rodríguez zu lesen, gar von einem "gewaltigen Sieg" bei Robert Lewandowski.

Nach dem 0:3 bei Paris Saint-Germain musste Carlo Ancelotti seinen Stuhl beim FC Bayern München räumen

Nach dem 0:3 bei Paris Saint-Germain musste Carlo Ancelotti seinen Stuhl beim FC Bayern München räumenSID

Seit Dienstagabend klopfen die Münchner wieder vehement an das Tor der Mitfavoriten der Königsklasse - womöglich haben sie es sogar bereits durchschritten. Und doch bleiben ein paar leise Zweifel, dass es für den ganz großen Wurf reichen kann.

PSG mit angezogener Handbremse

Nominell lief PSG mit der besten Elf auf, doch Wille und Leidenschaft lassen sich eben nicht von einem Spielberichtsbogen ablesen. Im Vergleich zum Hinspiel fehlte den Franzosen jegliches Feuer.

Die Bayern waren taktisch hervorragend eingestellt, machten ein starkes Spiel und gewannen hochverdient. Dennoch hatte man das ganze Spiel über das Gefühl, dass PSG deutlich mehr könnte - wenn es nur wollte.

Offenbar angestachelt durch die Pausenpredigt von PSG-Präsident Nasser El-Khelaifi, der in der Halbzeit mit finsterer Miene in der Kabine verschwunden war, kam das Team von Trainer Unai Emery verbessert aus der Kabine und erzielte prompt den am Ende ausreichenden Anschlusstreffer.

"Nicht mehr gegenseitig geholfen"

"Wir haben am Anfang der zweiten Hälfte zu viel gewollt und sind nicht mehr gut gestanden. Das hat dann kurz an das Hinspiel erinnert. Wir haben uns nicht mehr gegenseitig geholfen und standen zu offen", gestand Niklas Süle nach der Partie.

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Legte PSG einen Zahn zu, ging bei den Gastgebern zu schnell die Ordnung verloren. Noch sind die Münchner im Umschaltspiel nicht so stabil, wie Heynckes sie gerne hätte.

Bayern zu früh zufrieden

Dementsprechend herrschte auch nicht bei allen Beteiligten beste Laune. Namentlich bei Mats Hummels und Thomas Müller.

So könnten die Bayern bereits im Achtelfinale auf den FC Barcelona oder Manchester City mit Ex-Coach Pep Guardiola treffen.

Streben nach maximalem Erfolg

Ein Umstand, der auch Müller ein Haar in der Suppe finden ließ.

"Wir waren auf dem Platz etwas hin- und hergerissen, ob wir am Ende noch mehr Risiko gehen sollten. Aber die Vorgabe war, das Spiel zu gewinnen. Dann haben wir uns vielleicht innerlich dazu entschieden, und davon können wir uns jetzt nichts kaufen", ärgerte sich der 28-Jährige.

Thomas Müller ist genervt vom PSG-Hype

Thomas Müller ist genervt vom PSG-HypeGetty Images

Die Gier nach den maximal Erreichbaren, die Teams wie Real Madrid auszeichnet, hat offenbar noch nicht jeden im Team erfasst.

Das ist in diesem Fall natürlich jammern auf sehr hohem Niveau.

Auf dem Niveau, auf dem sich die Bayern jetzt wieder befinden, kommt es aber genau auf diese ein, zwei Prozent an.

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