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FC Bayern-RSC Anderlecht - Goldenes Comeback: Jérôme Boateng lässt Bayern-Fans träumen

Goldene Frisur, goldenes Comeback: Boateng lässt Bayern-Fans träumen

13/09/2017 um 09:37Aktualisiert 13/09/2017 um 13:18

Der FC Bayern kann beim 3:0-Erfolg in der Champions League gegen den RSC Anderlecht sportlich nur wenig überzeugen. Dazu sorgt Franck Ribéry für einen neuerlichen Nebenkriegsschauplatz. Es bleiben jedoch auch positive Erkenntnisse. Allen voran das goldene Comeback von Nationalspieler Jérôme Boateng, das die Fans der Münchner zu Jubelstürmen veranlasst.

Aus der Allianz Arena berichtet Carsten Arndt

Als Jérôme Boateng nach dem Sieg gegen die Allianz Arena in die Mixed Zone trat, blitzten die Handys. Der Innenverteidiger zog einmal mehr mit seinem extravaganten Outfit die Blicke auf sich.

Weiße Basecap, natürlich schräg aufgesetzt. Goldene Brille aus seiner eigenen Kollektion. Zweifarbige Kopfhörer, ebenfalls Marke Eigenkreation.

Einziger Wermutstropfen für alle Style-Fanatiker: Boatengs Kopfbedeckung verhinderte einen Blick auf dessen blonde Haare, die er seit Ende August trägt.

Schiedsrichter hauptberuflich Friseur

Am Dienstag führte Boateng seine neue Haarpracht erstmals bei einem Spiel seiner Bayern aus, nachdem zuvor über drei Monate verletzungsbedingt gefehlt hatte. Prompt wurde er von einem Journalisten gefragt, welche Meinung denn der Schiedsrichter zu seiner Frisur gehabt habe.

Was den Unparteiischen zu einem Urteil qualifiziert? Paolo Tagliavento aus Italien arbeitet immerhin hauptberuflich als Friseur.

"Ich glaube, meine Frisur passt, sonst hätte er vielleicht etwas Kritisches gesagt", antwortete Boateng entspannt:

"Ich wusste gar nicht, dass er Friseur ist, aber wahrscheinlich hatte er deshalb einen so guten Haarschnitt."

Boateng feiert Comeback

Das sollte es dann aber auch gewesen sein mit modischen Exkursionen. Schließlich hatte Boatengs Comeback deutlich mehr zu bieten. In der 77. Minute leuchtete dessen Nummer 17 unten am Spielfeldrand auf, Javi Martínez verließ den Platz. Für Boateng war die Einwechslung ein großer Moment:

"Es ist ein superschönes Gefühl nach so langer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen. Ich habe lange darauf gewartet."

Zuletzt sei es "sehr schwer" für ihn gewesen. "Ich war ja eigentlich schon zurück bei der Mannschaft und hatte dann leider einen Rückschlag. Sich dann wieder zurück zu kämpfen, war hart."

Lange Zeit, um sich auf dem Platz zurechtzufinden, brauchte er nicht. Anderlecht hatte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon aufgegeben. Brenzlige Situationen hatte Bayerns Innenverteidigung nicht mehr zu überstehen.

Stattdessen bereitete Boateng in der 90. Minute mit einem sehenswerten Steilpass in die Schnittstelle den 3:0-Endstand durch Joshua Kimmich vor und wurde dafür in den sozialen Medien von Bayern-Fans enthusiastisch gefeiert.

Boateng fordert Leistungssteigerung

Zufrieden war Boateng dennoch nicht, was vor allem an der eher dürftigen Leistung der Mannschaft lag.

"Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht. Wir hätten schneller spielen müssen und viel mehr Torchancen kreieren können. Und der Gegner darf zu zehnt nicht solche Torchancen gegen uns haben", kritisierte der 28-Jährige:

"Wir müssen zusammen als Mannschaft schnell an unseren Problemen arbeiten. Jeder muss sich an die Nase fassen und gucken, was er besser machen muss. Wir kommen nur zusammen in eine andere Richtung."

Wohin es bei ihm in den nächsten Wochen gehen soll, ist klar. "Ich will gesund bleiben und wieder an alte Tage anknüpfen", so Boateng. Tage, die der FC Bayern derzeit schmerzlich vermisst.

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