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FC Bayern-RSC Anderlecht - Heimsieg gegen Anderlecht: Brandbeschleuniger statt Brandlöscher

Brandbeschleuniger statt Brandlöscher: Beim FC Bayern brodelt es weiter...

13/09/2017 um 14:14Aktualisiert 13/09/2017 um 16:00

Mit einem Sieg gegen den RSC Anderlecht wollte der FC Bayern für Ruhe sorgen. Stattdessen eröffnet Franck Ribéry einen neuen Nebenkriegsschauplatz und die Leistung der Münchner lässt trotz dreier Punkte zum Auftakt erneut zu wünschen übrig. Trainer Carlo Ancelotti fühlt sich schon vor dem Spiel in die Enge getrieben, trägt aber nicht entscheidend zur Entspannung bei. In der Liga wartet nun Mainz.

Aus der Allianz Arena berichtet Carsten Arndt

Franck Ribéry hatte den perfekten Moment abgepasst. Als Arjen Robben sich gerade den TV-Journalisten erklärte, huschte er auf der gegenüberliegenden Seite der Mixed Zone der Allianz Arena in die Münchner Nacht. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Einer über rechts, einer über links. Wie man es vom Spielfeld kennt.

Die Debatte um Thomas Müller, ein brisantes Interview von Robert Lewandowski und die enttäuschende Leistung bei der Niederlage gegen Hoffenheim - in München war und ist Feuer unterm Dach.

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Ancelotti in die Enge getrieben

Das ging sogar so weit, dass sich Bayerns Trainer Carlo Ancelotti noch vor dem Spiel gegen Anderlecht über die anhaltende Kritik an seiner Person beklagte. "Die Kritik ist zu viel. Ich bin es gewohnt, kritisiert zu werden, aber um ehrlich zu sein, ist es zu viel. Ich bin nicht von gestern", echauffierte sich der Italiener. "Viele Leute sprechen über Strategie, Taktik und Position der Spieler. Es ist zu viel. Fußball ist einfacher."

So einfach, dass ein mühsamer Sieg über Anderlecht für Ruhe sorgt, dann aber auch nicht. Zumal der FCB spielerisch trotz 80 Minuten Überzahl erneut nicht überzeugen konnte.

"Wir haben ohne Tempo und Rhythmus gespielt. Da muss man Leidenschaft zeigen und geil sein, Tore zu schießen. Wir haben so gespielt, als ob wir schon 5:0 führen", schimpfte Arjen Robben: "Bei allem Respekt, aber nach der Roten Karte muss man die aus der Arena schießen."

Video - Ancelotti nach Ribéry-Ausraster: "Kann seine Reaktion nicht verstehen"

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Süle verweist auf "überragende Stimmung"

Dass die Unruhen der letzten Tage rund um Müller und Lewandowski das Team beeinflussen würden, verneinten die Spieler konsequent. Es herrsche kein schlechtes Klima innerhalb der Mannschaft, alles werde lediglich "von außen hereingetragen", so der einhellige Tenor.

Niklas Süle wollte gar eine "überragende Stimmung" ausgemacht haben.

Video - Süle: "Die Stimmung in der Mannschaft ist überragend"

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Auf dem Platz ist von Spaß und Spielfreude jedoch nur wenig zu sehen. Es wirkt nach wie vor nicht so, als könne das Team unter Ancelotti auf Ereignisse während einer Partie nicht reagieren. Es fehlt ein Plan B, der darüber hinausgeht, sich auf die individuelle Klasse der Spieler zu verlassen.

Alonso und Lahm fehlen

Anders als zuvor Pep Guardiola nimmt Ancelotti während der Partie kaum Korrekturen von außen vor. Spieler wie Philipp Lahm und Xabi Alonso, die ein Spiel lesen und dementsprechend steuern konnten, sind nicht mehr da.

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Manuel Neuer, der Lahm als Kapitän beerbte, kann als Torhüter nur bedingt Einfluss auf das Spiel nehmen. Sein Stellvertreter heißt Thomas Müller - und schmorte gegen Anderlecht 78 Minuten auf der Bank.

"Ich sag heute nichts, da kommt nichts Vernünftiges raus", war der einzige Kommentar, der Müller gegenüber den Journalisten über die Lippen kam.

Es lodert bei den Bayern...

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