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RB Leipzig - Besiktas Istanbul: Leipzig verliert und verpasst Achtelfinale

"Chancen zuhauf": Leipzig verliert und verpasst Achtelfinale - Rekorde für Besiktas

06/12/2017 um 23:49Aktualisiert 07/12/2017 um 00:07

RB Leipzig hat bei der ersten Teilnahme das Achtelfinale der Champions League verpasst. Das 1:2 (0:1) gegen Besiktas Istanbul war letztlich egal, weil der FC Porto in Gruppe G mit 5:2 gegen den AS Monaco gewann und sich so Platz zwei sicherte. Für Leipzig traf Naby Keita (87.), für Besiktas Alvaro Negredo (10., FE) und Anderson Talisca (90.). Leipzig spielt 2018 in der Europa League weiter.

So lief das Spiel:

Für Leipzig ging es im Fernduell mit Porto noch um einen möglichen Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse, wozu ein Sieg gegen den türkischen Meister jedoch quasi Pflicht war.

Entsprechend schlecht begann die Partie für den Bundesligisten: Bereits nach zehn Minuten lag das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl mit 0:1 zurück, nach dem Kapitän Willi Orban Jeremain Lens im Sechzehner von den Beinen holte und Alvaro Negredo den fälligen Strafstoß verwandelte.

Leipzig brauchte eine Viertelstunde, um in diese Partie hineinzufinden, übernahm dann aber die Spielkontrolle gegen einen Gegner, der als bereits qualifiziertes Team für das Achtelfinale nicht mehr in Bestbesetzung angetreten war.

Mit gutem Pressing, vielen Ballgewinnen und gnadenlosem Vertikalspiel kam Leipzig in der Folge immer wieder in gute Abschlusspositionen, ließ jedoch die Konsequenz vor dem Tor vermissen und zeigte sich einige Male zu verspielt. Willi Orban traf mit der besten Möglichkeit den Außenpfosten (15.), der vermeintliche Ausgleich durch Timo Werner wurde wegen einer Abseitsposition nicht gegeben (21.).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließ Leipzig gleich mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt. Erst verfehlte Jean-Kévin Augustin knapp das Tor, anschließend parierte Keeper Tolga Zengin stark gegen Werner (48.), Naby Keita (52.) und Kevin Kampl (58.).

Leipzig dominierte die Begegnung und drängte mit temporeichem sowie variablem Offensivspiel auf den Ausgleich, wurde aber weiterhin für den Aufwand nicht belohnt – ein Tor durch Augustin wurde richtigerweise wegen Abseitsposition nicht gegeben (64.).

In der 82. Minute verlor der Bundesligist zudem Stefan Ilsanker nach einem wiederholten Foulspiel mit der zweiten Gelben Karte - und kam trotzdem noch zum späten Ausgleich: Keita belohnte die Leipziger mit einem sehenswerten Solo zum 1:1 (88.).

Doch Besiktas zeigte sich an diesem Abend abgezockter und konterte nur zwei Minuten später durch Talisca mit dem Siegtreffer zum 2:1-Endstand.

Für Leipzig ist das Abenteuer Königklasse damit nach der Gruppenphase beendet. Im kommenden Jahr geht es in der Europa League weiter.

Die Stimmen:

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Die Mannschaft hat eine gute Moral bewiesen und auch in Unterzahl ein tolles Spiel gezeigt. Wir wollten das Spiel gewinnen, das wäre wichtig für die Setzliste bei der Auslosung in der Europa League gewesen. Wir hatten viele Chancen, haben uns heute aber nicht belohnt."

Ralf Rangnick (Sportdirektor RB Leipzig): "Wir hatten Chancen zuhauf. In der zweiten Halbzeit war das eher Leipzig gegen den gegnerischen Torwart. Unterm Strich ging es ja angesichts des Ergebnisses in Porto um nichts mehr."

Kevin Kampl (RB Leipzig): "Wir hätten den Ausgleich früher machen müssen, waren einfach nicht effizient genug. Dennoch haben wir eine gute erste Saison in der Champions League gespielt."

Willi Orban (RB Leipzig): "Heute hatten wir so viele Chancen, aber es hat nicht sein sollen. Der Besiktas-Torwart hat gefühlt das Spiel seines Lebens gemacht. In der Halbzeit haben wir das Ergebnis aus Porto mitbekommen, das war dann schon ein Rückschlag. Heute war es wie verhext. Dass wir in der Europa League weiterspielen können, das freut die Fans."

Das fiel auf: Keine Gästefans

Die 0:2-Hinspielniederlage von Leipzig gegen Besiktas Ende September hatte auch mit der aufgeheizten Atmosphäre in der türkischen Arena zu tun. Das Rückspiel fand jedoch ohne die heißblütigen Besiktas-Anhänger statt. Einfacher Grund: Es fehlte ein Gästebereich. Nach Aussage von RB Leipzig kam der Verein damit einer "ausdrücklichen Bitte" des Gegners nach, der somit von vornherein möglichen Ausschreitungen im Stadion entgegenwirken wollte. Denn Besiktas steht nach massiven Krawallen der Anhänger in der vergangenen Europa-League-Saison unter Bewährung bei der UEFA, weitere Vorfälle darf sich der Verein nicht erlauben.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: Zwei

Besiktas stellte mit dem Sieg gegen RB Leipzig gleich zwei nationale Rekorde auf: Als erster türkischer Verein blieb Besiktas in der Gruppenphase ohne Niederlage und stellte mit 14 Zählern zudem einen neuen türkischen Punkterekord auf.

Video - Hasenhüttl staunt: Insider-Infos von türkischem Journalisten

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