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Confed Cup 2017: Mit Licht und Schatten: Deutschland schlägt Australien zum Auftakt

Mit Licht und Schatten: Deutschland schlägt Australien zum Auftakt

19/06/2017 um 18:55Aktualisiert 19/06/2017 um 20:18

Deutschland hat Australien zum Auftakt des Confed Cups mit 3:2 (2:1) geschlagen. Lars Stindl brachte die DFB-Elf in der 5. Minute früh in Führung. Thomas Rogic (41.) glich kurz vor der Pause aus, Julian Draxler stellte aber vor dem Seitenwechsel auf 2:1 (44.). In der zweiten Halbzeit sorgten Leon Goretzka für Deutschland (48.) und der Australier Tomi Juric (56.) für den Endstand.

So lief das Spiel:

Das deutsche Perspektiv-Team startete sehr konzentriert und engagiert in den Confed Cup. Vom Anpfiff weg dominierte das DFB-Team Ball und Gegner und erarbeitete sich im ersten Durchgang Chancen in Hülle und Fülle. Julian Brandt entwischte bereits in der fünften Minute der australischen Deckung und legte die Kugel mustergültig von rechts quer auf Lars Stindl, der mit seinem ersten Länderspieltreffer die Vorlage konsequent zur deutschen Führung verwertete.

In der Folge ließ Deutschland allerdings durch Sandro Wagner (16./24.), Brandt (29.) und Leon Goretzka (32.) gleich mehrere beste Gelegenheiten aus, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. So kam es wie so oft im Fußball. Die bis dato harmlosen Australier nutzten einen Fehler von Julian Draxler im Spielaufbau, um durch Tom Rogic zum Ausgleich zu kommen. Dabei hatte der lange Angreifer viel Glück. Seinen ersten Schussversuch aus 25 Metern blockte Shkodran Mustafi unglücklich zurück vor die Füße von Rogic. Der zweite Versuch landete flach vor dem Tor. Leno versuchte zu retten, bekam das Spielgerät aber unglücklich unter der Hüfte durch zum 1:1 ins Tor (41.). Der Keeper sah bei dieser Szene unglücklich aus.

Deutschland verdaute diesen Schock aber bestens und schaltete direkt wieder auf Offensive um. Goretzka und Stindl spielten einen einfachen Doppelpass. Massimo Luongo konnte sich nur eines Fouls gegen den Schalker behelfen und den fälligen Strafstoß verwandelte Draxler souverän zur 2:1-Pausenführung ins rechte untere Eck (44.).

Nach dem Seitenwechsel startete Goretzka direkt wieder in die Tiefe, wurde von Joshua Kimmich glänzend bedient und netzte aus halbrechter Position eiskalt zum 3:1 ins kurze Eck ein (48.). Damit waren die Weichen eigentlich endgültig auf Sieg gestellt, doch plötzlich verlor die Elf von Jogi Löw etwas die Spielkontrolle. Australien kam erneut zurück und verkürzte durch Tomi Juric, der einen Schussversuch von Rogic im Nachschuss verwertete. Allerdings hatte Juric zuvor den Ball leicht mit dem Arm berührt. Der Schiedsrichter entschied nach Rücksprache mit dem Video-Referee aber auf Tor (57.). Unabhängig von der Frage, ob es ein strafbares Handspiel war oder nicht, kann Leno auch bei diesem Tor nicht von einer Mitschuld freigesprochen werden – in diesem Fall trug der Leverkusener sogar einen gravierenden Anteil.

In der letzten halben Stunde ging die deutsche Souveränität dann mehrheitlich flöten, Australien wurde mutiger und gestaltete die Partie ausgeglichen. Gleich zweimal wurde der für Wagner eingewechselte Timo Werner noch im Alleinkämpfermodus gefährlich, als er sich jeweils gegen mehrere Australier durchsetzte und zum Abschluss kam. Einmal prallte die Kugel dabei an den Pfosten, einmal verfehlte der Leipziger knapp das Gehäuse der Socceroos. So konnte Löw nach dem Abpfiff jubeln und mit einem guten Gesamteindruck auch einigen Verbesserungsmöglichkeiten dem zweiten Spiel am Donnerstag (um 20:00 Uhr im Liveticker auf eurosport.de) gegen Chile entgegen blicken.

Die Stimmen:

Joachim Löw: "Ich bin zufrieden, dass wir die ersten drei Punkte eingefahren haben und der Meinung, dass wir die erste Halbzeit sehr gut gespielt haben. Jetzt wissen wir, woran wir arbeiten können. Chile wird ein Spiel auf einem anderen Level."

Leon Goretzka: "Im ersten Durchgang hätten wir mehr aus unseren Chancen machen müssen. Im zweiten Durchgang haben wir irgendwie den Faden verloren und waren nicht mehr so überlegen. Gegen Chile müssen wir uns steigern. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass uns das gelingen wird."

Tweet zum Spiel:

Ganz so war es nicht, doch das Fisht Stadium zu Sotschi war mit ca. 15.000 Zuschauern nur zu einem Drittel gefüllt. Mit zunehmender Spielzeit füllte sich das Stadion etwas mehr, so dass zumindest die Hälfte aller Sitze belegt waren.

Das fiel auf: Leno der große Verlierer

Gerade für die Torhüter ist dieses Turnier eine Möglichkeit, sich in Abwesenheit von Manuel Neuer in den Fokus zu spielen. Bernd Leno konnte diese Chance gegen Australien nicht nutzen, sah beim ersten Gegentor zumindest unglücklich aus. Beim zweiten Gegentor patzte der Leverkusener noch offensichtlicher. Marc-André ter Stegen und Kevin Trapp werden es registriert haben.

Die Statistik: 1

Mit Lars Stindl und Leon Goretzka erzielten gleich zwei DFB-Akteure ihren ersten Länderspieltreffer. Julian Draxler verwandelte zudem seinen ersten Elfmeter im Dress der Nationalmannschaft.

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