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Confed Cup: Zwei Patzer gegen Australien - schwinden jetzt Bernd Lenos Chancen?

Zwei Patzer gegen Australien - rückt Löw jetzt von Leno ab?

20/06/2017 um 10:08Aktualisiert 20/06/2017 um 12:33

Bernd Leno erwischte im Auftaktspiel des DFB-Teams beim Condef Cup in Russland einen rabenschwarzen Abend gegen Australien. Gegen die "Socceroos" unterliefen ihm zwei folgenschwere Patzer, die jeweils zu Gegentoren führten. In den sozialen Netzwerken erntete der Leverkusener dafür Spott und Häme. Joachim Löw stellte sich aber schützend vor den Keeper. Wird er weiter auf Leno vertrauen?

Bundestrainer Joachim Löw hatte sich schon früh festgelegt. Im ersten Confed-Cup-Gruppenspiel gegen Australien gab er Bernd Leno etwas überraschend den Vortritt vor Marc-André ter Stegen und Kevin Trapp. Eine Chance, die es zu nutzen galt, schließlich sind Spiele, in denen Manuel Neuer nicht im Kasten der Nationalmannschaft steht, rar gesät.

Hinter dem Münchner tobt der Kampf um die WM-Tickets als Nummer zwei und drei.

Joachim Löw hielt sich nach dem Spiel im "ZDF" mit Kritik aber wohlwollend zurück:

"Beim ersten Tor kann er nicht so richtig viel machen, den anderen Ball könnte er schon festhalten. Aber das passiert einem Torhüter, die Tore fielen ja auch aus dem Nichts."
Kevin Trapp war einer von sechs Debütanten

Kevin Trapp war einer von sechs DebütantenSID

Vorteil Trapp?

Löws Beschönigungen dürften Leno aber nur bedingt trösten. Intern galt der 25-Jährige bisher als Nummer drei hinter Neuer und ter Stegen - das könnte sich nun ändern. Kevin Trapp spielte eine starke Saison für Paris Saint-Germain und zeigte zuletzt ein Top-Debüt in der Nationalmannschaft gegen Dänemark.

Nach Lenos Doppel-Patzer dürfte Trapp wie der "Gewinner des Abends" aussehen. Er könnte in der internen Rangfolge am Leverkusener vorbeigezogen sein.

Dass Leno seine Fehler schon im nächsten Spiel gegen Chile wiedergutmachen kann, ist unwahrscheinlich. Löw wird rotieren, Trapp und ter Stegen bekommen ebenfalls ihre Chance, sich zu beweisen. Düstere Aussichten also für Lenos Zukunft? Nein!

ter Stegen im Spiel gegen die USA

ter Stegen im Spiel gegen die USAEurosport

Ter Stegen als Mutmacher

Jogi Löw ist nicht nachtragend. Bestes Beispiel dafür ist das Debüt seines Konkurrenten ter Stegen, der im Mai 2012 gegen die Schweiz ein echtes Albtraumspiel erwischte und bei vier der fünf Treffer mehr als unglücklich aussah. Kein deutscher Torwart kassierte mehr Gegentreffer in seinem ersten Spiel, trotzdem stärkte ihm Löw, wie nun auch bei Leno geschehen, den Rücken:

"Ich mache ihm keine Vorwürfe. Er ist ein großartiger Torhüter, er muss den Kopf jetzt nicht hängen lassen."

Auch Leno wird intern die gleichen Worte von Löw zu hören bekommen und sollte sich diese zu Herzen nehmen. Sein Auftritt gegen Australien war ein Schlag in die Magengrube, jedoch war schon vorher klar, dass es nicht einfach wird, auf den 2018 abfahrenden Zug nach Russland aufzuspringen.

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