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Draxler, Mustafi, Kimmich: Joachim Löws neue Führungsspieler

Draxler, Mustafi, Kimmich: Löws neue Alphatiere
Von SID

18/06/2017 um 18:31Aktualisiert 18/06/2017 um 19:05

In Abwesenheit zahlreicher Topstars müssen andere Spieler die Führungsrolle im Team des Weltmeisters ausfüllen. Die neue Hierarchie für den Confed Cup zeichnet sich bereits ab. Bundestrainer Joachim Löw verfolgt diese Entwicklung mit großem Interesse.

Manuel Neuer genießt seine Flitterwochen, Jerome Boateng schuftet im Kraftraum für sein Comeback, und Sami Khedira leckt seine Wunden nach dem verlorenen Champions-League-Finale: Während sich die strapazierten Führungsspieler in ihrer verdienten Sommerpause befinden, kristallisiert sich bei der deutschen Nationalmannschaft für den Confed Cup eine neue Hierarchie heraus. Julian Draxler, Shkodran Mustafi und Joshua Kimmich sollen das Perspektivteam des Weltmeisters anführen, Joachim Löw schaut dabei ganz genau hin.

"Nach diesen Wochen werden wir feststellen können, wer die Fähigkeit hat, Führungsaufgaben zu übernehmen", sagte der Bundestrainer vor dem Auftaktspiel am Montag (17:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) in Sotschi gegen Australien. Draxler hat diese Fähigkeiten, auch wenn er mit seinem Kurz-Trip nach Ibiza kurz vor dem Start der Mini-WM für einigen Wirbel sorgte. Der 23-Jährige ist in Neuers Abwesenheit Löws Kapitän.

Draxler spürt mehr Verantwortung

"Er steht für die Generation nach der Generation 2010 um Manuel Neuer. Wenn die mal aufhört, kann Draxler immer noch in der Nationalmannschaft spielen. Er hat sich in Paris fußballerisch noch mal weiterentwickelt, auch von seiner Persönlichkeit her", lobte Löw den Offensivspieler von Paris St. Germain im "SID"-Interview.

Draxler ist trotz der verantwortungsvollen Rolle kein Lautsprecher. Ein brachialer Kabinen-Einpeitscher wird der ehemalige Schalker und Wolfsburger in diesem Leben nicht mehr. "Ich bin mit der Kapitänsbinde ja nicht von heute auf morgen ein anderer Mensch, der 20-minütige Ansprachen hält", sagt der mit 30 Länderspielen erfahrenste Profi im deutschen Confed-Cup-Kader.

Bereit, Verantwortung zu übernehmen: DFB-Kapitän Julian Draxler

Bereit, Verantwortung zu übernehmen: DFB-Kapitän Julian DraxlerGetty Images

Er spüre aber "mehr Verantwortung" - und der will er auch leise gerecht werden. "Ich versuche, hier und da zu helfen, weil ich in etwa weiß, wo es langgeht", sagte Draxler, der nach Ansicht von Teammanager Oliver Bierhoff als Persönlichkeit "gewachsen" ist.

Mustafi mit viel Erfahrung

Gewachsen durch seine internationale Erfahrung in Italien, Spanien und England ist auch Mustafi. Der Innenverteidiger spielte bei FA-Cupsieger FC Arsenal eine überzeugende Saison. "Er tut dieser jungen und unerfahrenen Mannschaft gut. Er ist taktisch gut geschult und kann Führungsaufgaben übernehmen", urteilte Löw über den kommunikativen 25-Jährigen, der mit Draxler und Matthias Ginter das Weltmeister-Trio im 21er-Kader bildet.

Gerade die Erlebnisse vom WM-Triumph vor drei Jahren in Rio sollen den neuen Führungskräften helfen. "Die Hierarchie ergibt sich durch die Spieler, die häufiger bei uns waren und schon ein Turnier gespielt haben. Jule oder Musti, die Weltmeister sind, haben einen besonderen Stellenwert, sie haben eine andere Persönlichkeit", sagte Bierhoff und ergänzte: "Musti war schon immer unglaublich reif für sein Alter."

Auch Wagner mit Führungsqualitäten

Neben Draxler und Mustafi ist auch Kimmich (22) in der Hierarchie nach oben geklettert, auch wenn er aufgrund mangelnder Einsatzzeiten mit seiner Saison beim deutschen Meister Bayern München nicht zufrieden ist. Er traue Kimmich "eine Riesenkarriere zu", sagte Löw im "ZDF"-Interview:

"Joshua ist eines der allergrößten Talente, die ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe. Er hat diesen Biss und diesen Hunger, in jedem Training an seine Leistungsgrenze zu gehen."

Ob Draxler, Mustafi und Kimmich auch wirklich bereit sind, eine Mannschaft zu führen, wird sich im Verlauf des Confed Cups zeigen. Bei möglichen Rückschlägen müssen sie in schwierigen Situationen Verantwortung übernehmen. Spieler wie Jonas Hector (29 Länderspiele) und der alles andere als schüchtern auftretende Sandro Wagner könnten ebenfalls in diese Rolle hineinwachsen.

Zu großer Druck soll allerdings nicht ausgeübt werden. "Wir lassen den neuen Spielern erst einmal Platz, an ihre Leistung zu denken", sagte Bierhoff.

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