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FC Bayern braucht starken BVB - aber der muss mal wieder was gewinnen

Bayern braucht starken BVB - aber der muss mal wieder was gewinnen

23/05/2016 um 10:49

Der FC Bayern München holt mit einem Erfolg über Borussia Dortmund das Double. Damit wandern sieben der letzten acht nationalen Trophäen in den bayerischen Trophäenschrank. Das ist beachtlich und bedenklich zugleich, denn erst durch echte Konkurrenz erhalten die Erfolge einen Mehrwert. Dieser fehlt zurzeit - siehe lahme Meisterfeier. Für die Zukunft benötigt es einen starken BVB. Zum Wohle aller.

Ein Kommentar von Johannes Mittermeier

Dieser Satz von Thomas Müller stammt vom DFB-Pokal-Halbfinale, und eigentlich steht er ziemlich für sich. Im Anschluss ans Spiel des FC Bayern München gegen Werder Bremen meinte Müller, halbwegs ernüchternd:

" Als FC Bayern kannst du in einem solchen Pokal-Halbfinale nur verlieren."

Nein, lieber FC Bayern, das kann's nicht sein!

Beachtlich.

Aber auch: bedenklich.

FC Bayern fehlt die dramaturgische Kurve

Die Bundesligaspitze war in der abgelaufenen Saison so "eng" beisammen wie lange nicht: fünf bis sieben Punkte. Die Art und Weise, wie Bayerns Fans den Quattro-Titel am Marienplatz zelebrierten (zäh, lahm, müde), ist ähnlich wirkungsstark wie der Müller-Satz vom Pokal-Halbfinale.

Bayern hat in Deutschland kaum noch etwas zu gewinnen. Weil die Herausforderungen fehlen, die veritablen Gradmesser, die eine besondere Errungenschaft zu etwas absolut Herausragendem machen. Vier Meisterschaften en suite sind famos, in der öffentlichen Wahrnehmung aber erhält die Saison mit dem Double nur die Schulnote "gut". Die Champions League thront über allem, ist allerdings nicht planbar.

Im Binnenkontext mangelt es dem FC Bayern an einer dramaturgischen Kurve, die den Siegen einen Nähr- und Mehrwert verleiht. "Wenn jemand mit einem Formel-1-Auto gegen Sportwagen (Dortmund) und Kleinwagen (im Prinzip alle anderen) gewinnt, kann man das nicht mehr als Riesenerfolg verkaufen", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Völlig korrekt. Manche Gegner ordern Gelbsperren für Auswärtsspiele in München, andere sind zufrieden, wenn sie bloß 0:2 verlieren. Die Voraussetzungen mögen auseinanderklaffen, immer weiter, doch solche Haltungen sind prekär.

BVB wird zu oft Zweiter

Deshalb benötigt es einen starken BVB. Unbedingt. Für den Wettbewerb, für die Münchner. Ja, Aufsteiger RB Leipzig dürfte (irgendwann) zu einem Antagonisten avancieren, der VfL Wolfsburg hat brauchbare Bedingungen, Bayer Leverkusen kann überraschen. Aber Dortmund ist der wichtigste Faktor. Borussia hat Bayern durch die beiden Meisterschaften 2011 und 2012 erst auf den heutigen Weg gebracht - und auch anschließend getriezt.

Immer wieder Zweiter: Borussia Dortmund

Immer wieder Zweiter: Borussia DortmundAFP

Der Angriff auf den Abonnementschampion darf höchstens aufgeschoben sein. Zum Wohle aller.

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