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Gianluigi Buffon verlässt die Squadra Azzurra: Die Fußball-Welt weint mit

"San Gigi" verlässt die Squadra Azzurra: Die Fußball-Welt weint mit
Von SID

14/11/2017 um 13:41Aktualisiert 14/11/2017 um 13:42

Im bittersten Moment seiner schillernden Karriere blieb sich Gianluigi Buffon treu. Das Wohl der Anderen - für "San Gigi", den Heiligen, besaß auch an diesem Abend weitaus mehr Bedeutung als das eigene Schicksal. Italiens Fußball-Ikone glänzte mit Feingefühl, nicht mit Paraden, und zeigte einmal mehr wahre Größe. Mit ihm verlässt eine große Persönlichkeit die Squadra Azzurra.

Mit einem ehrlichen Lächeln auf den Lippen gratulierte der 39-Jährige nach dem schmerzhaften WM-Aus der stolzen Fußball-Nation zuallererst den Schweden, die seine internationale Karriere beendet hatten.

Dann nahm Buffon tröstend seine trauernden Teamkollegen in den Arm - und kümmerte sich ganz zum Schluss doch noch um das eigene Schicksal. In aller Kürze, natürlich.

Mit zitternder Stimme und Tränen in den Augen sagte Buffon:

"Die Zeit schreitet stets voran, mein Ende im Nationalteam ist nur die logische Konsequenz. Das Aus ist sehr enttäuschend für mich, aber vor allem für Italien. Die WM-Qualifikation wäre auch in sozialer Hinsicht extrem wichtig für das Land gewesen."

Dass der viermalige Weltmeister 2018 erstmals seit 60 Jahren bei einer WM-Endrunde fehlen wird, dürfte zu verschmerzen sein. Es wird ja auch wieder anders kommen.

Aber Italien ohne Buffon? Die Azzurri ohne ihren leidenschaftlichen Vorsänger? Jubel und Trauer ohne diese unverblümte Echtheit? Das will man sich eigentlich gar nicht ausmalen.

"Wenn ich aufhöre", sagte Buffon einmal ohne einen Anflug von Größenwahn, "dann möchte ich, dass die Leute traurig sind." Tatsächlich bedrückte bereits das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere die Menschen weltweit. Wie soll es erst im kommenden Sommer werden, wenn Buffons Laufbahn bei Juventus Turin wohl zu Ende geht?

Buffon war die Squadra Azzurra

Egal ob in England oder Italien, ob in Spanien oder Deutschland, ob in Asien, Europa oder in Amerika, gedruckt oder online - der Kummer der "Numero Uno" stand symbolisch für den Schmerz einer gesamten Nation. Die Squadra Azzurra, das war nunmal über viele Jahre hinweg vor allem Buffon.

Im Alter von nur 19 Jahren hatte der Rekordnationalspieler sein erstes von insgesamt 175 Länderspielen bestritten. Ein 1:1 war damals gegen Russland herausgesprungen, passenderweise in den Play-offs für die WM 1998 in Frankreich, wo Buffon dann auch erstmals teilnahm. Den Höhepunkt erlangte er acht Jahr später mit dem Triumph in Deutschland.

Seine Devise beschrieb Buffon so:

"Man erinnert sich an unsere Taten. An unsere Fähigkeit, das Unmögliche wahrzumachen."

Als junger Profi unterstützte er seinen Heimatclub Carrarese Calcio 1980 noch in der Fankurve, später sogar finanziell. Buffon verlor Millionen, ebenso wie durch sein Investment in ein krisengeschütteltes Textilunternehmen. Reue? Niemals.

Buffon erklärte seine Entscheidung: "Ich wollte nicht, dass die vielen Menschen ohne Arbeit sind. Es hat mir nicht gefallen, dass immer mehr ausländische Investoren Firmen übernahmen. Ich glaube an 'Made in Italy'."

Vielleicht auch deshalb absolvierte er seine komplette Karriere (bislang) in der Heimat, zog 2006 den Zwangsabstieg mit Juventus Turin in die Serie B einem lukrativen Wechsel ins Ausland vor.

Das Ende in der Nationalelf ist nun ein kleiner Vorgeschmack auf die Zeit ohne "San Gigi".

Er wird fehlen.

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