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Nächster Sieg! Paulinho rettet Barcelona in Getafe

Nächster Sieg! Paulinho rettet Barcelona in Getafe
Von Celine Jäntsch / SID

16/09/2017 um 18:16Aktualisiert 16/09/2017 um 18:44

Der FC Barcelona hat seine makellose Weste in der spanischen Meisterschaft mit etwas Glück behauptet. Im 100. Barca-Pflichtspiel von Torwart Marc-André ter Stegen kamen Lionel Messi und Co. zu einem 2:1 (0:1)-Arbeitssieg beim FC Getafe. Die Katalanen sind mit vier Siegen in die Saison gestartet und weisen zwölf Punkte auf.

So lief das Spiel:

Drei Siege zum Auftakt von La Liga konnte der FC Barcelona verbuchen und reiste dementsprechend als Tabellenführer und haushoher Favorit nach Getafe, einen Vorort von Madrid, zum Aufsteiger des gleichnamigen Fußballclubs.

Die Mannschaft von Ernesto Valverde wirkte nach dem 3:0-Erfolg unter der Woche gegen Juventus Turin in der Champions League allerdings alles andere als frisch und munter. Die erste Möglichkeit gehörte dann auch dem FC Getafe: eine Hereingabe von der linken Seite von Gaku Shibasaki fälschte Gerard Piqué ab, am zweiten Pfosten verpasste Jorge Molina den Ball nur um Zentimeter (16.). Auch in der Folge konnte der FC Barcelona, bei dem Ousmane Dembélé sein Startelf-Debüt in der Liga feierte, kaum Gefahr entwickeln. Die Gastgeber verteidigten geschickt und schalteten bei eigenem Ballbesitz oftmals gedankenschnell um – bei Barca hingen Lionel Messi und Dembélé auf den Außenbahnen oftmals in der Luft. Für den Neuzugang von Borussia Dortmund kam es in der 29. Minute noch dicker: nach einem Hackentrick an der Eckfahne griff sich Dembélé an den Oberschenkel und musste mit muskulären Problemen ausgewechselt werden – für ihn kam Gerard Deulofeu. Kurz darauf verbuchte Barca seinen ersten Torschuss, nach einer Flanke von Andres Iniesta aus dem Halbfeld kam Samuel Umtiti im Strafraum völlig unbedrängt zum Kopfball, schien jedoch von so viel Freiraum überrascht und köpfte den Ball direkt in die Arme von Getafes Torwart Vicente Guaita (31.).

Schließlich belohnten sich die Gastgeber mit einem Traumtor für die engagierte Leistung. Am Strafraumrand kam Gaku Shibasaki nach einer Kopfballanlage freistehend zum Schuss – seine Direktabnahme mit links jagte der Japaner wuchtig in den rechten Winkel – Marc-André ter Stegen im Tor der Katalonier war machtlos und musste das erste Gegentor der laufenden Saison hinnehmen (39.). Die Führung für Getafe war durchaus nicht unverdient, Barcelona kam kurz vor der Halbzeit durch einen Freistoß von Messi aus 27 Metern zwar noch einmal zu einer sehr guten Gelegenheit – Guaita war jedoch auf dem Posten und kratzte das Geschoss noch aus dem linken oberen Toreck (45.+2). So ging es mit der Führung für den Underdog in die Kabinen.

Wer erwartet hatte, dass der FC Barcelona zu Beginn der zweiten Halbzeit ein Offensiv-Feuerwerk abbrennen würde, wurde bitter enttäuscht. Es wirkte, als würden Valverdes Männer mit angezogener Handbremse spielen – lediglich der für Andres Iniesta eingewechselte Denis Suarez machte ein wenig Dampf und erzielte, ein wenig überraschend zu diesem Zeitpunkt, den Ausgleich. Die Gastgeber hatten den Ball am eigenen Strafraum eigentlich bereits geklärt, doch über Umwege landete der Ball bei Sergi Roberto, der sich bis an die Grundlinie dribbelte und auf Suarez zurücklegte, der aus zwölf Metern ansatzlos zum 1:1 traf (62.). Doch auch der Ausgleich bewirkte bei Barca keine Leistungssteigerung, stattdessen kam Getafe noch einmal zu guten Kontermöglichkeiten. Zunächst prüfte der eingewechselte Alvaro Gimenez ter Stegen mit einem Distanzschuss (81. Minute), ehe kurz darauf ein Konter über die rechte Seite von Sergi Roberto fast noch ins eigene Tor gelenkt wurde (83.), der Ball sprang jedoch vom Pfosten ins Tor-Aus.

Als es bereits so schien, als würde die „Blaugrana“ das erste Mal Punkte liegen lassen, wurde der eingewechselte – und von den Fans ungeliebte – Brasilianer Paulinho tatsächlich noch zum Matchwinner. Einen Pass von Messi verarbeitete der aus China geholte Neuzugang sehenswert und tankte sich in den Strafraum, wo er aus acht Metern von rechts ins lange Eck zum 2:1-Endstand traf (84.).

Verdient war der Erfolg für Barcelona sicherlich nicht – allerdings spricht es eben auch für die Qualität von Spitzenmannschaften, an einem schwachen Tag ein Spiel noch zu drehen und drei Punkte einzufahren. Barca bleibt mit zwölf Punkten aus vier Spielen Tabellenführer in La Liga, während sich Getafe zunächst mit Rang elf begnügen muss.

Die Stimmen:

Faycal Fajr (FC Getafe): "Wir haben wirklich ein gutes Spiel gegen Barca gemacht. Letztendlich hätten wir nen Punkt holen müssen, aber wir wussten auch, dass man Barca keine Geschenke anbieten darf und Barca hat Typen in der Mannschaft, die diese Geschenke annehmen. Wir haben die ganze Partie über als Mannschaft sehr gut gearbeitet, jetzt gilt es weiterzuarbeiten."

Paulinho (FC Barcelona): "Es ist ganz wichtig für uns, hier heute zu gewinnen und ich freue mich sehr über mein Tor. Wir wussten alle, dass es hier eine schwierige Partie wird, letztendlich sind wir froh, dass wir am ende noch gewinnen konnten. Getafe hat Spieler mit Qualität, da muss man eben ruhig bleiben. Das haben wir getan."

Ernesto Valverde (FC Barcelona): "Wir haben gezeigt, dass wir zurückkommen können. Wir haben eine starke Mannschaft, mit vielen Spielern, die zum Sieg beitragen können."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Paulinho schießt Barcelona zum Sieg

"Ausgerechnet", müssen sich einige Anhänger des FC Barcelona gedacht haben – denn so richtig angekommen war der Neuzugang aus Brasilien in Katalonien bisher nicht. Viele Fans verstanden nicht, warum für einen alternden Defensiv-Akteur, der bisher eher für seine Abräumer- anstatt für Torjägerqualitäten bekannt war, 40 Millionen Euro nach China überwiesen wurden. Mit seinem Siegtreffer dürfte Paulinho, der im Interview davon sprach, sich in Barcelona "sehr wohl" zu fühlen, nun einige Fans dazu gewonnen haben.

Die Statistik: 100

Marc-André ter Stegen machte gegen Getafe sein 100. Spiel für den FC Barcelona und konnte am Ende sogar noch einen Sieg seiner Mannschaft bejubeln.

Video - Hoffnungsträger Dembélé: Das sagt Barca-Coach Valverde

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