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England: Gareth Southgate zum dauerhaften Teammanager der Nationalmannschaft befördert

Offiziell: Southgate Englands neuer Teammanager
Von SID

30/11/2016 um 16:25

Gareth Southgate ist neuer Teammanager der englischen Nationalmannschaft. Am Mittwoch gab der englische Verband FA bekannt, dass der bisherige Interimscoach offiziell die Nachfolge von Sam Allardyce antritt, der im September über ein fingiertes Interview gestolpert war und nach nur 68 Tagen seinen Posten räumen musste.

"Ich bin sehr stolz. Ich bin mir aber bewusst, dass den Job bekommen die eine Sache ist, ich will aber auch erfolgreich sein. Ich kann nicht warten anzufangen", sagte Southgate.

Der 46-jährige Southgate erhielt einen Vertrag bis zur EURO 2020. Unter seiner Regie blieben die Three Lions bei zwei Siegen und zwei Unentschieden ungeschlagen. Der 57-malige Nationalspieler (1995 bis 2004) ist nach Roy Hodgson and Allardyce bereits der dritte Nationalcoach der Engländer in diesem Jahr.

Rooney & Co. als Fürsprecher

Der frühere Coach des FC Middlesbrough ist nach Roy Hodgson und den über ein fingiertes Interview gestolperten Sam Allardyce, den er Ende September zunächst mal interimsweise abgelöst hatte, bereits der dritte Nationalcoach der Engländer in diesem Jahr. Der bisherige U21-Nationalcoach Southgate hatte zuletzt auf eine rasche Entscheidung gedrängt. "Bis Ende November, Anfang Dezember will jeder hier wissen, wie es weitergeht. Schließlich müssen wir entscheiden, wer für was verantwortlich ist", hatte Southgate vor zwei Wochen gesagt.

Vonseiten der Mannschaft um Kapitän Wayne Rooney war eine Beförderung von Southgate mehrfach unterstützt worden. In den vier Spielen unter seiner Regie hatte das Fußball-Mutterland schließlich zwei Siege gefeiert und zweimal unentschieden gespielt. Nicht zuletzt der 3:0-Erfolg in der WM-Qualifikation im Prestigederby gegen Schottland und das folgende 2:2 gegen den ehemaligen Welt- und Europameister Spanien hatten dem 57-maligen Nationalspieler (1995 bis 2004) in die Karten gespielt.

Wayne Rooney und Gareth Southgate.

Wayne Rooney und Gareth Southgate.AFP

Elfmeter-Unglücksrabe von 1996

Wenn Southgate im kommenden Jahr mit seinem Team nach Deutschland kommt, trifft der frühere Verteidiger auch Andreas Köpke wieder. An den heutigen Bundestorwarttrainer hat er aber keine gute Erinnerungen. Denn im Halbfinale der Europameisterschaft 1996 im Wembley-Stadion scheiterte er mit weichen Knien im Elmeterschießen beim sechsten Versuch vom Punkt am damaligen Nationaltorwart. Anschließend traf Andreas Möller für die DFB-Auswahl zum 6:5 und ebnete damit den Weg zum Titel für die Mannschaft des damaligen Bundestrainers Berti Vogts.

Die Yellow Press zerriss Southgate nach dem Aus der Engländer im eigenen Land. Der Unglücksrabe ließ sich aber nicht aus der Bahn werfen und entwickelte sich zu einem der besten Innenverteidiger. Über seinen Fehlschuss konnte er später sogar herzhaft lachen. In einem Werbespot für eine Pizzakette ließ er sich – mit einer Papiertüte über den Kopf gezogen – von Chris Waddle und Stuart Pearce, den englischen Fehlschützen bei der WM 1990 in Italien, aufs Korn nehmen.

EM 1996: Southgate verschießt gegen Köpke

EM 1996: Southgate verschießt gegen KöpkeImago

In den Spuren von Löw?

Der in Watford geborene Southgate spielte für Crystal Palace, Aston Villa und eben Middlesbrough, wo er nach dem Ende seiner aktiven Karriere auch seine Trainerlaufbahn begann. Nach drei Jahren wurde er aber bei Boro beurlaubt. Anschließend bildete er sich weiter und verdingte sich zudem als TV-Experte.

Im August 2013 übernahm er bei der FA den Job des U21-Teammanagers, den er erfolgreich ausübte (27 Siege in 32 Spielen). Als Coach des A-Teams soll er ähnlich wie Bundestrainer Joachim Löw bei Weltmeister Deutschland junge Spieler wie John Stones, Raheem Sterling und Marcus Rashford integrieren und das Team weiterentwickeln, damit in absehbarer Zukunft auch wieder ein Titel anvisiert werden kann.

"Wir müssen langfristig denken", sagte Southgate bereits vor seiner Inthronisierung. Wichtig sei es, Englands Fußball moderner zu machen: saubere Spieleröffnung mit flachen, scharfen Pässen, hohes Pressing, Gegenpressing, hohe Ballbesitzquoten. Joachim Löw hätte es nicht besser ausdrücken können.

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