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Italien-Coach Gian Piero Ventura denkt noch nicht an Rücktritt - Verband entscheidet am Mittwoch

Ventura denkt noch nicht an Rücktritt - Italiens Verband entscheidet am Mitwoch
Von SID

14/11/2017 um 07:30Aktualisiert 14/11/2017 um 16:36

Trotz der missglückten Qualifikation für die WM 2018 denkt Italiens Nationaltrainer Gian Piero Ventura (noch) nicht an einen Rücktritt. "Ich habe noch nicht mit dem Verbandspräsidenten Carlo Tavecchio gesprochen. Es kommt nicht auf mich an, ich bin nicht die Person, die diese Entscheidung zu treffen hat", sagte der 69-Jährige am Montagabend nach dem 0:0 im Play-off-Rückspiel gegen Schweden.

Weil der viermalige Weltmeister das Hinspiel in Schweden 0:1 verloren hatte, findet im kommenden Jahr in Russland erstmals seit 60 Jahren wieder ein WM-Turnier ohne die Italiener statt.

Ventura sagte sichtlich enttäuscht:

"Das ist schwer zu verkraften, denn ich war absolut davon überzeugt, dass wir diese Hürde überwinden werden."

Verbandschef Carlo Tavecchio und die Spitze des Verbandes FIGC wollen sich nach dem Debakel 48 Stunden Bedenkzeit nehmen.

Tavecchio kündigte an:

"Dieser sportliche Misserfolg erfordert Lösungen, die wir zusammen ergreifen müssen. Daher habe ich für Mittwoch ein Treffen aller Verbandsmitglieder einberufen. Wir werden die Lage analysieren und die Beschlüsse für die Zukunft fassen."

Venturas Vertrag war erst im August verlängert werden, er sollte die Mannschaft eigentlich bis zur Europameisterschaft 2020 betreuen. Als Nachfolger wird unter anderem Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti gehandelt.

Politik bezieht klar Stellung

Rücktrittsforderungen gab es auch aus der Politik. "Ich hatte mit dem WM-Aus Italiens nicht gerechnet. Es ist ein sehr trauriger Tag für den italienischen Fußball, der komplett neugegründet werden muss", sagte Sportminister Luca Lotti:

Und er legte nach:

"Man muss jetzt Beschlüsse ergreifen, für die man in den vergangenen Jahren nicht den Mut hatte."

Giovanni Malago, Chef des Olympischen Komitees Italiens (CONI), ging Tavecchio explizit an. Angesichts der enttäuschenden Leistungen der Azzurri bleibe Tavecchio nichts anderes als der Rücktritt übrig, sagte Malago.

Vier Urgesteine treten zurück

Während der Coach vorerst also keinen Schlussstrich ziehen will, beendeten einige Weltmeister von 2006 ihre internationale Karriere. Allen voran Star-Torhüter und Rekordnationalspieler Gianluigi Buffon, aber auch Andrea Barzagli, Giorgio Chiellini und Daniele De Rossi werden nicht mehr für Italien auflaufen.

"Die Ära einiger Veteranen geht zu Ende, die von hungrigen, jungen Spielern beginnt. So sollte das auch sein", sagte Ventura.

Ex-Nationalspieler Paolo Cannavaro pflichtete ihm bei, kritisierte aber zugleich auch den Coach:

"Weg mit den Mumien, die den italienischen Fußball leiten, und mehr Raum für junge Leute auch außerhalb des Spielfelds."

Video - Schweden eskaliert - und zerfeiert Eurosport-Tisch

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