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Neustart nach Play-off-Desaster: Italien hofft auf Carlo Ancelotti

Neustart nach Playoff-Desaster: Italien hofft auf Ancelotti
Von SID

15/11/2017 um 14:31Aktualisiert 15/11/2017 um 14:32

Nach dem Playoff-Desaster räumt der italienische Fußball die Trümmer beiseite. Der Sündenbock ist mit Trainer Gian Perio Ventura schon ausgemacht. Trotz Vertrags bis 2020 wird er seinen Platz nach einer Verbandssitzung wohl räumen müssen. Nach der "Apokalypse" gegen Schweden soll nun der beim FC Bayern München geschasste Carlo Ancelotti für den Neuanfang im Calcio sorgen.

Der 58-Jährige gilt auf dem Appenin als Wunschkandidat. Laut der "Gazzetta dello Sport" hat der Verband (FICG) um den umstrittenen Präsidenten Carlo Tavecchio schon Kontakt zu Ancelotti aufgenommen.

"Corriere dello Sport" schrieb:

"Carlo wartet. Die Idee, zum neuen Nationaltrainer Italiens aufzurücken, ist ihm nicht mehr so fremd."

Der Erfolgstrainer, der den AC Mailand und Real Madrid zu Triumphen in der Champions League geführt hatte, soll grundsätzlich nicht abgeneigt sein, das schwierige Amt zu übernehmen, berichtet das Blatt. Ancelotti fordert angeblich jedoch klare Garantien für eine Neugründung des gesamten italienischen Fußball-Systems, das tiefgreifend umstrukturiert werden müsse.

Als Ventura-Nachfolge werden zudem Antonio Conte (FC Chelsea), der die Azzurri schon von 2014 bis 2016 betreut hatte, und Roberto Mancini (Zenit St. Petersburg) gehandelt. Auch der ehemalige Nationalmannschafts- und Milan-Kapitän Paolo Maldini soll zu den Kandidaten gehören, die in Italiens Fußball nach den Rücktritten von Legende Gianluigi Buffon, Andrea Barzagli, Giorgio Chiellini und Daniele De Rossi die Revolution ausrufen sollen.

Keine Zukunft hat auch Ventura (69). Bei ihm geht es angeblich nur noch um die Abfindung. Er soll 700.000 Euro fordern. Laut Medienangaben sei es deswegen zu einem Streit mit Tavecchio gekommen, der dem Noch-Trainer die Abfindung nicht zahlen will. Wegen des WM-Aus rechnet der Verband mit fehlenden Einnahmen in Höhe von 80 Millionen Euro.

Sollte er Italiens Trainerbank übernehmen, müsste Ancelotti, der bisher acht Klubs trainiert hat, offenbar aber auf das große Geld verzichten. Der Verband unterliegt einem Sparkurs. Angeblich stehen nur 1,5 Millionen Euro Jahresgehalt für den neuen starken Mann zur Verfügung.

Auch Verbandchef Tavecchio in der Kritik

Ancelotti, der in München nicht den erhofften Erfolg hatte, ist laut italienischen Medien auch die einzige Chance für den stark unter Druck geratenen Verbandschef Tavecchio. Auch dessen Ablösung wird bereits massiv gefordert. Der 74-Jährige, seit 2014 Chef des italienischen Fußballverbands, verweigert aber hartnäckig seinen Rücktritt.

Selbst Giovanni Malago, Chef des Olympischem Komitee Italiens (CONI), hatte Tavecchio zur Aufgabe geraten. "An Tavecchios Stelle wäre ich zurückgetreten", sagte Malago.

"Corriere dello Sport" fragte auf seinem Titelblatt provokativ:

"Gehst Du oder nicht?"

Ex-Nationalspieler Paolo Cannavaro hatte zuvor gefordert:

"Weg mit den Mumien, die den italienischen Fußball leiten, und mehr Raum für junge Leute auch außerhalb des Spielfelds."

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