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Leichtathletik-WM in London: Beatrice Chepkoech beendet Gesa Felicitas Krauses WM-Traum

Großes Kämpferherz, großer Frust: Krauses WM-Traum endet in Tränen
Von SID

12/08/2017 um 16:56Aktualisiert 12/08/2017 um 16:57

Ein Jahr harte Arbeit für die Katz: Der WM-Medaillentraum von Gesa Felicitas Krause endete in London mit einem Sturz und in Tränen. Seit der überraschenden Bronzemedaille bei der WM 2015 war die Trierin auf mehr aus. Gleich zu Jahresbeginn brach sie ihren eigenen deutschen Rekord. Gewann zuletzt sogar ein Diamond League Meeting. Ihre Klasse zu zeigen wurde ihr verwehrt.

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Mit ganz großem Kämpferherz, dicken blauen Flecken und einem Brummschädel lief Gesa Felicitas Krause die bitteren Runden bis ins Ziel, dann endlich durfte sie ihren Tränen freien Lauf lassen.

"Es ist ein schwerer Schlag, wenn man so viel opfert, so viele Wochen im Jahr von daheim weg ist und dann nicht zeigen kann, was in einem steckt,"

sagte der bitterlich weinende Hindernis-Floh, nachdem der Traum von einer WM-Medaille in einem Sturz-Drama geendet hatte.

"Aufgeben war keine Option"

Auf Bronze hatte Krause im Finale von London gehofft, so wie vor zwei Jahren bei ihrem Überraschungs-Coup in Peking. Die Hoffnung währte nur 700 von 3000 m, dann blieb die Kenianerin Beatrice Chepkoech an einem Hindernis hängen und räumte die hinter ihr laufende Krause spektakulär ab - das Rennen war gelaufen, mehr als Platz neun beim Überraschungssieg der Amerikanerin Emma Coburn für die Europameisterin nicht mehr drin.

"In Moment des Sturzes ist es vorbei gewesen, zumindest mit meinen Träumen und Vorstellungen", sagte Krause: "Ich habe einen kräftigen Schlag auf den Kopf bekommen, war benommen. Da war es schwer, sofort wieder Vollgas zu geben. Die Konzentration und die Spannung waren weg." Und dennoch:

"Aufgeben war keine Option. Es ist eine Weltmeisterschaft, und ich trainiere nicht das ganze Jahr, um den Wettkampf nach so kurzer Zeit zu beenden."

Verwirrte "Täterin" Chepkoech

In der vogelwilden Anfangsphase eines der turbulentesten Rennen der WM-Geschichte war der verhängnisvolle Sturz das Ergebnis einer Kettenreaktion. Die völlig übermotiviert und verwirrt wirkende Chepkoech verlief sich zunächst in Runde zwei, rannte um den Wassergraben herum, anstatt mit dem Rest des Feldes hindurch.

Die Kenianerin musste umdrehen und preschte mit einem gewaltigen Sprint der Konkurrenz hinterher. Das kostete sie derart viel Kraft und Nerven, dass sie eine halbe Runde später nicht mehr über ein Hindernis kam - und dabei Krauses Rennen zerstörte. "Ich weiß selbst nicht, wie es passiert es", sagte die Triererin: "Ich lag auf einmal auf dem Boden." Ihre Trauer und dem Ärger macht sie auf Instagram Luft:

Sturz hin, Pech her: Auch ohne Missgeschick wäre eine Medaille für Krause nur schwer zu erreichen gewesen. Bronze, das sich hinter den beiden US-Läuferinnen Coburn (9:02,58) und Courtney Frerichs (9:03,77) die kenianische Titelverteidigerin Hyvin Chepkemoi sicherte, ging mit 9:04,03 Minuten weg - eine Zeit, die mehr als elf Sekunden unter dem deutschen Rekord liegt, den Krause im Mai im Doha mit 9:15,70 erzielt hatte.

Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten

Trösten konnte sie das freilich erst mal nicht: "Ein Jahr Arbeit hat sich in Luft aufgelöst. Es bringt mich zum Weinen, macht mich wütend und bricht mir das Herz", sagte sie: "Es wird eine Weile dauern, das zu verkraften. Ich weiß aber, dass ich wieder angreifen werde, wenn die Wunden geheilt sind."

Video - Völliges Chaos! Orientierungslose Kenianerin zerstört Krauses Medaillentraum

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