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MotoGP: Jonas Folger verzichtet wegen Erkrankung auf Start in Japan

Rätselhafte Mattheit: Folger verpasst GP in Japan und lässt sich untersuchen
Von SID

12/10/2017 um 07:32Aktualisiert 12/10/2017 um 13:23

MotoGP-Pilot Jonas Folger (Mühldorf am Inn) kann beim Großen Preis von Japan in Motegi am Wochenende nicht an den Start gehen. Der 24-Jährige hat aufgrund einer Erkrankung bereits die Heimreise angetreten. Das gab Folgers Rennstall Tech3-Yamaha bekannt. Auch eine Teilnahme an den kommenden Rennen scheint wenig wahrscheinlich.

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Tagelang konnte Jonas Folger sein Hotelzimmer nicht verlassen. Die Gesundheit spielt mal wieder nicht mit, an einen Renneinsatz ist für den MotoGP-Neuling am Wochenende in Japan überhaupt nicht zu denken. Schon vor dem ersten Training auf dem Twin Ring Motegi hat der 24-Jährige die Heimreise angetreten, es ist der nächste Tiefschlag in einem Halbjahr zum Vergessen.

Schon seit Wochen fühlt sich Folger laut eigener Aussage "richtig schlecht". Der lange Flug nach Asien tat sein Übriges. "Nach der Ankunft hier am vergangenen Wochenende hatte ich überhaupt keine Energie mehr", sagt der Yamaha-Pilot.

Start in Australien fast ausgeschlossen

Nach der Absage für Japan steht in den Sternen, ob es für die nächsten beiden Grand Prix reichen wird. Ein Start in Australien (22. Oktober) ist laut Teamchef Herve Poncharal "zu 99 Prozent" ausgeschlossen. Bliebe noch Malaysia (29. Oktober), danach kommt schon das Saisonfinale in Valencia (12. November).

So lange nicht klar ist, was Folger fehlt, ist ohnehin jede Planung müßig. Das Ärzteteam der Clinica Mobile an der Strecke riet zur "sofortigen Heimreise, um in Deutschland eine Serie von Bluttests machen zu lassen", sagte Folger: "Ich hatte in der Vergangenheit bereits einmal den Epstein-Barr-Virus, und es besteht die Möglichkeit, dass dieser wieder aufkeimt."

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In München werden die Proben untersucht, der in seiner Karriere immer wieder von Krankheiten geplagte Folger muss Geduld haben. Er kennt das. 2011 hatte der Oberbayer mit Migräne und Schwindelanfällen zu kämpfen, der Grund waren durch Stürze verschobene Wirbel und eingeklemmte Nerven. Im Sommer 2015 erwischte ihn eine schwere Virusinfektion, es dürfte der erste Epstein-Barr-Fall gewesen sein. Schon öfter haben ihn auch Magen-Darm- und Grippe-Erkrankungen gestoppt.

Folger war in seine erste MotoGP-Saison mit dem klaren Ziel gestartet, als bester Neuer die Rookie-Wertung zu gewinnen. Damit wird es nichts mehr. Der fünfmalige Grand-Prix-Sieger liegt als WM-Zehnter schon jetzt 33 Punkte hinter seinem französischen Teamkollegen Johann Zarco. Das hat viele Gründe.

Schwache zweite Saisonhälfte

Nach einer starken ersten Saisonhälfte, vor der Sommerpause gekrönt vom zweiten Platz beim Heimrennen auf dem Sachsenring, lief fast nichts mehr zusammen. In Brünn wurde seine Crew vor dem Motorrad-Tausch während des Rennens nicht rechtzeitig fertig, in Spielberg war nach einem Bremsendefekt Schluss, in Silverstone stürzte er im Warm-up so schwer, dass kein Start möglich war. Wieder funktionierte die Bremse nicht richtig.

Bei den Rennen in Misano und Alcaniz sah Folger zwar die Zielflagge, konnte als Neunter und 16. aber nicht wirklich zufrieden sein. Seinen Vertrag für die kommende Saison hat der einzige deutsche MotoGP-Pilot bei Tech3-Yamaha schon länger sicher, der Blick dürfte sich schnell auf 2018 richten - sollte der Körper wieder mitspielen.

"Es tut mir wirklich sehr leid für mein gesamtes Team und Yamaha, dass ich ausgerechnet ihr Heimrennen auslassen muss", sagte Folger. "Wir müssen jetzt positiv bleiben, und ich werde alles Mögliche unternehmen, um stärker zurückzukommen."

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