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Nordische Kombination: Johannes Rydzek und Eric Frenzel duellieren sich um den Gesamtweltcup

"Es geht an die Substanz": Deutsches Duell um den Gesamtweltcup spitzt sich zu
Von SID

13/03/2017 um 10:31

Die Siegesserie der deutschen Kombinierer ist gerissen, der Tank fast leer – doch mit dem letzten Tropfen Sprit will WM-Held Johannes Rydzek eine märchenhafte Saison unbedingt mit dem Triumph im Gesamtweltcup krönen. "Dafür muss ich jetzt einfach noch mal alles geben", sagte Rydzek nach seinem vierten Platz in Oslo am Samstag.

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Nur noch sechs Punkte beträgt sein Vorsprung auf seinen teaminternen Rivalen Eric Frenzel, der beim Sieg des Japaners Akito Watabe Zweiter wurde.

Der Kampf um die Kristallkugel wird zum Krimi, der schon am Mittwoch in Trondheim fortgesetzt und am folgenden Wochenende in Schonach entschieden wird: Schafft Rydzek endgültig die Wachablösung und holt nach sechs Weltmeister-Titeln erstmals den Weltcup? Oder gewinnt Olympiasieger Frenzel, gemeinsam mit dem Finnen Hannu Manninen ohnehin schon Rekord-Gesamtsieger, zum fünften Mal in Serie?

Frenzel: "Kraft wird den Ausschlag geben"

"Jetzt wird die Kraft den Ausschlag geben, es geht jetzt absolut an die Substanz", sagte Frenzel am Samstagabend im ZDF-Sportstudio. Aus Oslo waren die "Dominierer" flugs nach Mainz gebracht worden, ohne große Pause ging es wieder zurück nach Norwegen. Zeit genug aber, das denkwürdige Rennen am Holmenkollen gemeinsam mit Bundestrainer Hermann Weinbuch zu analysieren.

Rydzek war in Oslo nach einem verkorksten Springen von Platz 19 weit nach vorne gestürmt, ganz nach vorne fehlten dem Vierfach-Weltmeister von Lahti nach den Strapazen der vergangenen Wochenende die letzten Körner. "Mir hat keiner geholfen, ich hätte vielleicht zwischendurch ein paar hundert Meter zum Ausruhen gebraucht", sagte der 25-Jährige.

Video - "Unbeschreibliches Gefühl": Rydzek & Frenzel im Siegerinterview

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Olympiasieger Frenzel riskierte nach Platz zwölf von der Schanze ebenfalls alles, stürmte in der Loipe an die Spitze, verpasste aber im Zielsprint gegen Watabe den Sieg - und damit auch das Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters - um 0,4 Sekunden. "Ich kann aber durchweg zufrieden sein, denn ich habe einiges an Punkten gut gemacht. Es war mein großes Ziel, jeden Tag wirklich zu fighten", sagte Frenzel, dem Team-Weltmeister Björn Kircheisen als Dritter auf das Podest folgte.

Siegesserie beendet

Damit endete allerdings eine außergewöhnliche Serie: Immer wenn der DSV in der laufenden Saison zuvor mit seinen Top-Kombinierern an den Start gegangen war, in 19 Einzelrennen im Weltcup oder bei der WM, hatte der Sieger Rydzek (achtmal Weltcup plus zwei Einzeltitel in Lahti), Frenzel (siebenmal) oder Fabian Rießle (zweimal) geheißen. Als das Trio in Sapporo pausierte, sicherten sich Kircheisen und Watabe die Siege.

Wie auch immer das Saisonfinale läuft - am Ende wird eine neue Bestmarke stehen: Rydzek, derzeit bei 1440 Punkten (für einen Sieg gibt es deren 100) und Frenzel (1434) werden beide über dem bisherigen Rekord des Finnen Manninen liegen, der in der Saison 2005/06 mit 1500 Zählern die Höchstpunktzahl nach dem heute gültigen Wertungsformat erreicht hat. Manninen siegte dabei allerdings zwölfmal - das kann Rydzek seit Samstag nicht mehr schaffen.

Video - Rydzek, Wellinger, Vogt: Alle deutschen Triumphe in Lahti

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