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Causa Russland: Fragen und Antworten zum IOC-Urteil

Causa Russland: Fragen und Antworten zum IOC-Urteil
Von SID

06/12/2017 um 18:24

Am Dienstagabend beschloss das IOC den Ausschluss des russischen Teams für die Olympischen Spiele 2018 in PyeongChang. Nur einzelne Athleten können, wenn sie für "sauber" erklärt wurden, unter neutraler Flagge antreten. Was beinhaltet die Strafe für die Großmacht noch und wer entscheidet welche Athleten trotzdem nach Südkorea fahren dürfen? Die Fragen und Antworten zum IOC-Urteil.

Welche Strafe hat das IOC in der Dopingkrise um Russland verhängt?

Das nationale olympische Komitee Russlands wurde mit sofortiger Wirkung suspendiert. Saubere russische Athleten dürfen aber bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) starten - allerdings unter neutraler Flagge und für das Team OAR (Olympic Athlets of Russia). Zudem erhält kein Offizieller des russischen Sportministeriums eine Akkreditierung für Pyeongchang. Der ehemalige Sportminister Witali Mutko und sein früherer Vize Juri Nagornych werden lebenslang für Olympia gesperrt."

Bis wann gilt die Suspendierung des russischen NOKs?

Die Suspendierung kann zum Ende der Olympischen Winterspiele in Südkorea aufgehoben werden - falls sich Russland an die Sanktionen hält. Russland muss die Kosten, die dem IOC bei dem Verfahren entstanden sind, tragen. Insgesamt beträgt die Strafe 15 Millionen US-Dollar. Das soll der Schlussstrich unter eine schädigende Episode und gleichzeitig der Katalysator für einen von der WADA geleiteten effektiveren Anti-Doping-Kampf sein.

Wer entscheidet darüber, dass russische Athleten sauber sind?

Anders als vor den Olympischen Sommerspielen in Rio 2016, als Russland bereits am Doping-Pranger stand, entscheidet die neu geschaffene unabhängige Behörde für Doping-Testverfahren ITA. Vor den Spielen 2016 waren dafür Fachverbände zuständig gewesen. Dass das russische NOK damals nicht suspendiert wurde, bereue Bach nicht, sagte er am Dienstag. 2016 stand das Dopinglabor in Moskau in der Kritik, nun war es das olympische Labor in Sotschi - deshalb habe man härter durchgreifen müssen, so Bach.

Wie begründete IOC-Präsident Thomas Bach die Entscheidung?

Das "systemische" Dopingsystem in Russland sei ein beispielloser Angriff auf die Integrität der olympischen Bewegung und des internationalen Sports gewesen, sagte Bach am Dienstagabend in Lausanne. Das tue ihm vor allem für die sauberen Athleten leid, die unter dieser Manipulation gelitten hätten. Man werde mit der IOC-Athletenkommission nach Möglichkeiten suchen, um diese Momente für die Athleten wieder aufleben zu lassen, die sie auf der Ziellinie oder auf dem Podium verloren hätten.

Wie reagiert Russland auf die Strafe?

Zumindest nicht mit dem befürchteten Boykott. Das erklärte Staatspräsident Wladimir Putin am Mittwochnachmittag. Man werde keine Athleten an der Teilnahme hindern, betonte der mächtigste Mann des Staates. Vor der Entscheidung des IOC war im Falle solcher Konsequenzen noch von einem Boykott die Rede gewesen. Der große Aufschrei blieb allerdings nach der Strafe durch das IOC weitestgehend aus, auch wenn die staatliche Medienholding WGTRK umgehend ankündigte, die Winterspiele nicht übertragen zu wollen.

Inwieweit waren die Aussagen von Whistleblower Grigorij Rodtschenkow entscheidend?

Samuel Schmid, Leiter der IOC-Kommission, die den Einfluss der russischen Behörden auf das russische Dopingsystem untersucht hat, erklärte, dass seine Untersuchungen nicht allein auf Rodtschenkows Aussagen beruhten. Die Ergebnisse würden auf einem stabilen Fundament stehen, es handele sich um wissenschaftliche Nachweise, Korrespondenzen und weitere Aussagen. Letztendlich kommt Schmid, der seinen Bericht der IOC-Exekutive am Dienstag vorgestellt hat, zu dem Ergebnis, dass es über Jahre hinaus und bei den den Winterspielen 2014 in Sotschi ein systematisches Dopingsystem in Russland gegeben habe.

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